Fahrer-Quintett freut sich auf die 52. Auflage des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring
Beim Höhepunkt des Jahres auf der Nordschleife werden in diesem Jahr ausgerechnet die Routiniers Patrick Assenheimer und Heiko Hammel Neuland betreten. Porsche-Teams reisen als Favoriten in die "Grüne Hölle".

"Am Freitag hat mich der Teamchef angerufen und am Samstag haben wir alles fix gemacht", erzählt Yannick Fübrich, wie er Ende vergangener Woche doch noch einen Cockpit-Platz für die 52. Auflage des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring gefunden hat. Während die Zusage beim Team FK Performance für den Nordschleifen-Routinier, der am Wochenende sein zehntes 24-Stunden-Rennen über die 25,378 Kilometer lange Strecke bestreiten wird, keine sieben Tage vor dem ersten Qualifying nicht zu spät war, konnten die Veranstalter auf den geplanten Start des Brackenheimers nicht sofort reagieren.
In der offiziellen Teilnehmerliste taucht Fübrich zu Wochenbeginn nämlich nicht auf. Was für den 32-Jährigen egal ist, so lange er am Sonntag in den Ergebnislisten möglichst weit vorne auftaucht. "Wir fahren auf Sieg, das Auto ist dafür ausgelegt", sagt er über den BMW M4 GT4. "Das Vorgänger-Auto bin ich ja lange gefahren, viel verändert haben wird sich nicht", sagt Fübrich, der im Vorjahr im BMW M240i Racing Cup Klasensieger wurde und das Kunststück nun in der SP10 wiederholen möchte.
Patrick Assenheimer erstmals im Aston Martin
Sollte ein Klassensieg auch Patrick Assenheimer gelingen, dürfte der Weinsberger automatisch auch in der Gesamtwertung ganz vorne stehen. Denn der Weinsberger startet in der Top-Klasse SP9 für Walkenhorst Motorsport gemeinsam mit Chandler Hull (USA) und Benjamin Mazatis.

Der langjährige Mercedes-AMG-Pilot wagt sich in diesem Jahr erstmals in einem Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo durch die "Grüne Hölle" und ist dabei auch um eine persönliche Trendwende bemüht: Seit 2018 kam der 32-Jährige nur einmal ins Ziel und wurde dabei 2020 Gesamt-Achter.
Porsche-Teams reisen als Favoriten in die Eifel
Mehr als 130 Fahrzeuge mit über 450 Fahrern aus 36 Nationen werden ab Donnerstag in 23 Klassen um Siege und schnelle Zeiten kämpfen. Titelverteidiger ist der Ferrari 296 GT3 von Frikadelli Racing. Aus dem Vorjahresquartett, das den ersten Ferrari-Gesamtsieg überhaupt in der Eifel einfuhr, ist allerdings nur noch Felipe Fernández Laser übrig.
Favorisiert sind in diesem Jahr nach den starken Eindrücken in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) und bei den 24h-Qualifiers-Rennen die 911-GT3R-Porsche. In einem solchen mit der Startnummer 44 sitzt unter anderem DTM-Pilot Tim Heinemann aus Fichtenberg (Landkreis Schwäbisch Hall) für Falken Motorsports.
Auftakt zur Motorsport-Rückkehr von VW?
Für eines der spannendsten Projekte beim diesjährigen Rennen zeichnet aber ausgerechnet Volkswagen verantwortlich. Nachdem der Hersteller seine Motorsport-Aktivitäten 2020 bis auf Weiteres recht abrupt beendet hatte, wird in der Eifel anlässlich des 50. Geburtstags des VW Golf ein echtes Unikat an den Start gehen.
Passend mit der Startnummer 50 wird von Max Kruse Racing ein Golf GTI Clubsport 24h eingesetzt. Einer der vier Fahrer ist der Forchtenberger Heiko Hammel. "Die Idee dahinter ist, die Marke VW wieder etwas mehr im Motorsport zu platzieren", sagt der 35-Jährige.
VW Golf GTI fährt mit neuartigem E20-Kraftstoff
Das Fahrzeug ist das letzte seiner Art und wurde eigens für das 24-Stunden-Rennen neu aufgebaut. "Es gab ursprünglich zwei Testträger des Golfs, dessen Bodenplattform baugleich mit der des Cupra TCR und des Audi RS3 ist", erklärt Hammel.

Eine Karosserie sei nach dem kurzfristigen Motorsport-Aus verschrottet worden, die zweite wurde aus dem Bestand von Volkswagen Classic reaktiviert und wird nun in auffälliger Camouflage-Lackierung und mit alternativem Bioethanol-E20-Kraftstoff betankt in der Klasse AT3 starten. "Wir wollen ein sauberes Rennen fahren und ins Ziel kommen. Das ist für ein Auto ohne Rennkilometer erstmal die Vorgabe", sagt Hammel.
Das Fahrerquintett aus der Region wird von Christian Koger (Massenbachhausen, VW Scirocco R TSI) und Fabio Sacchi (Weinsberg, Porsche 718 Cayman GT4 CS) komplettiert. "Das Auto und das Plusline Racing Team sind das gleiche wie in der NLS. Wir wollen sicher durchfahren und ohne großen Zwischenfälle am Sonntag die Zielflagge sehen", sagt Sacchi. Weil es in seiner SP7-Klasse wohl nur einen weiteren Starter geben wird, geht es für ihn auch um den Klassensieg.
Zeitplan und TV-Übertragung
Am Donnerstag wird in Qualifying 1 (ab 13.15 Uhr) und Qualifying 2 (20 bis 23.30 Uhr) um die ersten schnellen Rundenzeiten gekämpft. Am Freitag geht es um 13.30 Uhr mit Qualifying 3 weiter, bevor die besten Fahrer ab 17.30 Uhr im Top-Qualifying mit dem Einzelzeitfahren um die Pole Position beginnen. Rennstart ist am Samstag um 16 Uhr.
Wie schon in der Vergangenheit wird der TV-Sender Nitro das Top-Qualifying und das Rennen live und in voller Länge im linearen Fernsehen übertragen. Das komplette Rennwochenende und zusätzliche Kameraperspektiven aus diversen Cockpits gibt es auf der Internetseite des Veranstalters im Livestream unter www.24h-rennen.de.


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