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Einspruch der Heilbronn Reds bekommt unerwartete Wendung

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Der Basketballverband Baden-Württemberg lehnt die Berufung der TSG Heilbronn gegen die verhängten Punktabzüge ab. Bei den Reds herrscht angesichts des Urteils und seiner Begründung Unverständnis. Nun gibt es Überlegungen zu einer Revision.

Der Ball liegt in einem komplizierten Fall wieder bei der TSG Heilbronn Reds. Oder nicht doch beim Basketballverband Baden-Württemberg?
Der Ball liegt in einem komplizierten Fall wieder bei der TSG Heilbronn Reds. Oder nicht doch beim Basketballverband Baden-Württemberg?  Foto: Lina Bihr

Sportlich werden die Niederlagen der TSG Heilbronn Reds gegen den SV Fellbach II (68:86) die BG Viernheim/Weinheim (80:87) aus dem Oktober beziehungsweise Dezember 2025 nicht allzu lange in Erinnerung bleiben. Das bürokratische Nachspiel der beiden Regionalliga-Spiele hallt hingegen nach. Seit dieser Woche zumindest in Sontheim recht laut. Denn das Verbandssportgericht des Basketballverbandes Baden-Württemberg (BBW) hat die Berufung der Reds von Mitte Dezember gegen zwei ausgesprochene Punktabzüge abgewiesen.

Matthias Götz, Team-Manager der Regionalliga-Basketballer, wundert sich in erster Linie weniger über die Entscheidung an sich, sondern vielmehr über ihre Begründung. Der BBW führt nämlich einen Formfehler im Berufungsantrag als Grund an.


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Frage I: Wer ist berufungsberechtigt?

Diesen hatte Zdravko Marjanovic als Sportlicher Leiter der Basketballer zwar ebenso fristgerecht eingereicht wie auch die zugehörige Berufungsgebühr überwiesen, war dazu nach Ansicht des BBW jedoch gar nicht berechtigt. „Laut BBW hätte der Einspruch nur durch den im Vereinsregister hinterlegten Vorsitzenden erfolgen dürfen; in unserem Fall also Kurt Bauer vom Gesamtverein“, schildert Matthias Götz die Argumentation des Verbandes.

Nur falls Marjanovic der Berufung eine entsprechende Vollmacht beigelegt hätte, die ihn als „Beschwerdeführer“ berechtigt, wäre der Antrag gültig gewesen. „Inhaltlich hat man sich unsere Berufung offenbar gar nicht angeschaut“, moniert der Team-Manager. „Der Verband geht gar nicht auf die von uns angeführten Punkte ein.“

Heilbronn Reds warten noch immer auf einen Strafbescheid

Die beiden betroffenen Spiele, die die Reds ohnehin verloren hatten, waren im Nachhinein mit 0:20 Körben und jeweils einem zusätzlichen Minuspunkt gegen die Heilbronner gewertet worden, weil zu viele Akteure mit einer Doppellizenz auf dem Spielberichtsbogen gestanden hatten. Damit ging auch jeweils ein verlorener direkter Vergleich einher. Den Fehler hatte der Club eingeräumt, sah jedoch Form- und Verfahrensfehler bei der Entscheidungsfindung und der Zustellung des Urteils. „Zum ersten Vergehen haben wir nie einen offiziellen Strafbescheid erhalten“, sagt Götz.


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Frage II: Wie definiert sich „auf Verlangen“?

Spannend wird die Sachlage durch einen Satz in Paragraf 18, Absatz I, der Rechtsordnung des Deutschen Basketball Bundes (DBB), auf dem der Einspruch der Heilbronner Basketballer fußt und auf die sich auch die BBW-Spruchkammer in ihrem Urteil beruft.

Dieser ist zwar tatsächlich zu entnehmen, dass Proteste „(...) durch den Vorsitzenden oder einen Bevollmächtigten der jeweils betreffenden Vereinigung (...) zu unterzeichnen“ sind. Allerdings folgt danach der Satz, der die führenden Köpfe der TSG-Basketballer derzeit abteilungsintern noch diskutieren lässt, wie groß die Erfolgsaussichten einer mit Gebühren von weiteren 208 Euro verbundenen Revision sind: „Bevollmächtigungen sind auf Verlangen nachzuweisen.“

SG Mannheim gastiert am Sonntag in Sontheim

Nach Auffassung einiger Abteilungsvorstände sieht diese Formulierung keinesfalls die Übersendung einer Vollmacht in vorauseilendem Gehorsam vor. Hätte der BBW eine solche jedoch „auf Verlangen“ angefordert, hätten die Reds diese aber selbstverständlich nachgeliefert, lautet die Argumentation.

„Einerseits bin ich eher skeptisch, denn letztlich sitzt man bei solchen Dingen ja irgendwie immer am kürzeren Hebel“, gibt Matthias Götz Einblicke in seine Gedankengänge. „Andererseits: Was mache ich, wenn ich es jetzt nicht einmal versuche, und am Saisonende fehlt uns ein Punkt zum Klassenerhalt?“ Daran, dass es soweit gar nicht kommt, möchte der Regionalligist am Sonntag ab 17 Uhr im Heimspiel in der Mörike-Sporthalle gegen Absteiger SG Mannheim arbeiten. „Noch haben wir zwölf Spiele“, betont Kapitän Simon Schmitz.


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