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Bildungscampus-Erweiterung 
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Neubau einer Mehrzweckhalle: Der Handball in der Region Heilbronn meldet Ansprüche an

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Die Bildungscampus-Erweiterung wird in Heilbronn einiges verändern. Handball-Bezirk und Top-Vereine wollen bei den Planungen für einen Hallen-Neubau mitgenommen werden. 


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„Welches Schweinderl hätten’s denn gern“, fragte dereinst Robert Lembke in seiner Kultsendung „Was bin ich?“. Mit der Bekanntgabe der Ausbaupläne für den Bildungscampus in Richtung Heilbronner Innenstadt hat die Dieter-Schwarz-Stiftung ein „Wünsch-dir-was“-Spiel in Gang gesetzt. „Der Handball hebt ebenfalls den Finger“, sagt der Bezirksvorsitzende Heinz Nitsche.

Bildungscampus-Erweiterung in Heilbronn: Handballbezirk will sein Signal setzen 

Naturgemäß bezieht sich das Interesse weniger auf die geplanten Bildungs- und Forschungseinrichtungen, sondern auf den angekündigten Neubau einer Eis-, Kultur-, Mehrzweck-, Kombi-, Sport-, Handball- oder Was-auch-immer-Halle an einem noch nicht bekannten Ersatz-Standort für das bisherige Eisstadion am Europaplatz, das der Campuserweiterung weichen muss.

„Wir haben einen Frauen-Erstligisten, einen Männer-Drittligisten und einen ambitionierten Männer-Viertligisten“, zählt Nitsche mit der Sport-Union Neckarsulm, dem TSB Horkheim und dem TSV Weinsberg drei Vereine auf, die als mögliche Nutzer einer großen neuen Spielstätte in Frage kämen. „Ich verstehe das als Signal nach innen und außen. Wir wollen verhindern, das die Entwicklung an uns vorbeiläuft.“

TSB Horkheim zu Neubauplänen: Highlight-Spiele in einer großen Halle 

Und was sagen die genannten Vereine zum Thema? „Das ist natürlich sehr spannend, was gerade passiert. Wir verschließen uns nicht vor neuen Optionen“, sagt Sven Grathwohl, Sportlicher Leiter des Drittligisten TSB Horkheim. Der 36-Jährige weiß allerdings ganz genau, dass der Verein aktuell gar nicht in der Lage wäre, eine 4000-Zuschauer-Halle zu bespielen. Abgesehen von den Derbys kommen gerade einmal 300 Zuschauer zu den Heimspielen in die Stauwehrhalle. Für die existieren zudem Pläne, um sie für die Handballer attraktiver zu gestalten, von einem richtigen Fitness- bis zu einem neuen Besprechungsraum.

„Augenblicklich könnte ich mir nur vorstellen, dass wir Highlight-Spiele wie das Derby gegen den HC Oppenweiler-Backnang in einer größeren Halle absolvieren könnten“, sagt Grathwohl. Insofern hält sich der frühere Torhüter mit offensiv formulierten Ansprüchen zurück, schlägt stattdessen einen „Runden Tisch“ vor: „Die ambitionierten Vereine sollten sich mit der Stadt austauschen, Kooperationen bilden, Synergien nutzen.“

Mehrzweckhalle durch Bildungscampus-Erweiterung: Impuls für Zusammenarbeit?

Diesen Satz würde Marco Horst sofort unterschreiben. Der Handball-Abteilungsleiter beim TSV Weinsberg sagt: „Wenn eine neue Mehrzweckhalle den Impuls für echte Zusammenarbeit gibt, dann bin ich sofort dabei.“ Horst könnte sich fürs Unterland ein ähnliches Konstrukt vorstellen wie es die SG Leutershausen, der TVG Großsachsen, die SG Hohensachsen und die TSG Lützelsachsen mit der Spielgemeinschaft S3L Handball zu Saisonbeginn ins Leben gerufen haben.

Eine „HSG Unterland“ war in den vergangenen Jahren immer mal wieder ins Spiel gebracht worden, scheiterte aber schon in den Anfängen an den Eigeninteressen der Vereine und ihrer Verantwortlicher. „Wir brauchen mindestens einen Zweitligisten im Männer-Handball. Die Kraft dafür ist in der Region zweifellos vorhanden“, ist sich Horst sicher. Sein TSV Weinsberg könnte dabei vor allem eines mit einbringen: „Bei uns spielen die besten Jugendlichen aus dem Bezirk.“ Die A-Junioren sind amtierender Baden-Württembergischer Meister und stehen zur Auswahl als Mannschaft des Jahres bei der Unterländer Sportlerwahl.

Rolf Härdtner blickt skeptisch auf die Heilbronner Pläne für Campus-Erweiterung

Der Vorsitzende der Sport-Union Neckarsulm, Rolf Härdtner, winkt dagegen sofort ab. „Jetzt sollen die in Heilbronn erst einmal was schaffe“, sagte der 81-Jährige in seinem unverwechselbaren Duktus. Für den Frauen-Handball sei die Ballei auch für die kommenden Jahre die ideale Spielstätte. „Wie sieht denn eine 5000 Zuschauer fassende Halle aus, wenn da 1000 Zuschauer sind?“, fragt Härdtner.

Zudem sei völlig offen, wer eine neue Halle betreibe. „Da würden Mietkosten fällig. Die könnten wir niemals bezahlen.“ Aufgrund der vielen Unwägbarkeiten blickt Härdtner aus sportlicher Sicht skeptisch auf die Pläne: „Vermutlich wird diese Halle eher für Kulturveranstaltungen ausgerichtet sein. Dass ab sofort alles Friede, Freude, Eierkuchen werden wird ist reine Utopie.“

Taugt die Bietigheimer Ege-Trans-Arena als Vorbild für Heilbronn?

Ob mit Blick aufs Eishockey oder auf den Handball, ist zuletzt immer wieder die 2012 eröffnete Ege-Trans-Arena in Bietigheim mit ihrem Fassungsvermögen von 4500 Zuschauern als Vorbild genannt worden. Dort spielen aktuell die Bundesliga-Handballer der SG BBM Bietigheim und Eishockey-Drittligist Bietigheim Steelers, die vor zwei Jahren noch in der höchsten Spielklasse unterwegs waren. „Ohne die Arena wären die Steelers nie in die DEL gekommen“, sagt ein profunder Kenner der Bietigheimer Sportszene.

Der Umbau zwischen Eis- und Handballhalle erfolgt inzwischen problemlos. So spielten am 8. Dezember die Steelers gegen Passau, am 9. Dezember die SG BBM gegen den TVB Stuttgart und am 10. Dezember schon wieder die Steelers gegen Garmisch. Während der Sommerpause passiert hingegen wenig in der Arena. „In Summe bleibt der Betrieb natürlich ein Zuschussgeschäft“, weiß der Insider.

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