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Konstanz statt Zirkus: Heilbronn Reds halten an ProB-Ziel fest

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Hinter den Regionalliga-Basketballern der TSG Heilbronn Reds liegt eine herausfordernde Saison, deren Bilanz dennoch positiv ausfällt. Am im vergangenen Jahr entwickelten Personalkonzept soll bei der angelaufenen Kaderplanung festgehalten werden.

Mit 548 Punkten (22,8 pro Spiel) war Reds-Spielmacher Marques Charlton (links) drittbester Werfer der gesamten Regionalliga.
Mit 548 Punkten (22,8 pro Spiel) war Reds-Spielmacher Marques Charlton (links) drittbester Werfer der gesamten Regionalliga.  Foto: Lina Bihr

Das große Zittern bis zum allerletzten Sprungwurf blieb den Reds dann doch erspart. Mit einem Schrecken sind die Regionalliga-Basketballer der TSG Heilbronn letztlich davongekommen, nachdem sie sich am vorletzten Spieltag mit einem Sieg bei den SV 03 Tigers Tübingen den Klassenerhalt in der fünften Liga gesichert hatten. Entsprechend wurde der mit 86:73 gegen die BG Viernheim/Weinheim gewonnene Saisonabschluss in der heimischen Mörike-Sporthalle am vergangenen Wochenende zum Schaulaufen vor vollem Haus.

Eine verrückte Saison liegt hinter den Reds, die in diesen Tagen aufgearbeitet wird und aus der anschließend die richtigen Lehren gezogen werden sollen. Denn der in der Endabrechnung erreichte fünfte Platz im 14er-Klassement täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die sportlichen Leistungen nach einem munteren Auf und Ab während des Saisonverlaufs die Spieler ebenso wie Trainer Goran Mijic frustrierten. „Nur bitte keinen Zirkus mehr“, formulierte der 39-Jährige daher schon vor Wochen seinen größten Wunsch für die nächste Saison.

Umstrukturierung des Kaders erweist sich als unterschätzter Kraftakt

Der große personelle Kaderumbruch vor der abgelaufenen Saison, der auch eine ganze Reihe von jungen (Doppellizenz-)Spielerin nach Heilbronn brachte, wurde zum Kraftakt, der sich länger hinzog als gedacht und aus dem immer wieder Spieler wegbrachen, so dass sich erst im Frühjahr ein harter Kern gefunden hatte, aus dem sich eine echte Mannschaft formen ließ.

In der Hinrunde schmerzlich vermisst, in der Rückrunde wieder bei den Fans beliebter Punktegarant: Kapitän Simon Schmitz.
In der Hinrunde schmerzlich vermisst, in der Rückrunde wieder bei den Fans beliebter Punktegarant: Kapitän Simon Schmitz.  Foto: Lina Bihr

„Man neigt dazu, die Herausforderungen zu unterschätzen, die eine solche Integration von vielen Neuen mit sich bringt“, sagt Team-Manager Matthias Götz durchaus ein wenig selbstkritisch. „Die Konstanz war in dieser Saison einfach nicht da, was aber vielleicht auch der Preis für den großen Umbruch zu Saisonbeginn war.“ Dennoch ist der Team-Manager mit den zurückliegenden Monaten „angesichts der Herausforderungen im und ums Team“ nicht unzufrieden.

Zu Saisonbeginn hatten die Reds ohne ihren verletzten Königstransfer Marques Charlton gegen die späteren Absteiger SG Mannheim und SV Fellbach II verloren, dann zog es den treffsicheren Power Forward Rasmus Menger nach nur fünf Spielen zu den College Wizards nach Karlsruhe. Kapitän Simon Schmitz verpasste insgesamt sieben der 13 Hinrunden-Spiele, und in der Rückserie beschäftigten die Heilbronn Reds wochenlang die letztlich revidierten Punktabzüge aufgrund zu vieler Doppellizenz-Spieler auf zwei ihrer Spielberichtsbögen.

Mehr als Basketball: Heilbronn Reds werben mit Gesamtpaket um Spieler

Die Planungen für die nächste Saison sind inzwischen längst angelaufen und bei Matthias Götz bereits erste Bewerbungen potenzieller Neuzugänge eingegangen. Der im Vorjahr eingeschlagene Weg soll definitiv fortgesetzt werden, auch wenn mit Blick auf junge Nachwuchsakteure in diesem Jahr über das Basketballerische hinaus noch genauer hingeschaut werden dürfte. „Wir bieten nicht nur Basketball, sondern ein Leben in Heilbronn“, beschreibt Abteilungsleiter Tobias Maier das Konzept, in dem sich die Reds mit ihrem (Sponsoren-)Netzwerk auch um Arbeits-, Ausbildungs- oder FSJ-Stellen für potenzielle Neuzugänge kümmern, die auf diese Weise Leben und Sport miteinander verbinden könnten.

Mit Marques Charlton und Arnau López landeten die Reds auf diese Weise im vergangenen Jahr Volltreffer: „Sportlich wie menschlich haben wir durch die beiden viel Qualität dazugewonnen“, betont Matthias Götz.

Zwei Aufstiege bis in die ProB bleiben das Ziel

Von der Entwicklung von Heilbronn hin zur weltoffenen Studentenstadt müsse und wolle man noch mehr profitieren, ergänzt Maier. Die hohe Trainingsqualität und -quantität unter A-Lizenz-Inhaber Goran Mijic, die tollen Heimspiel-Kulissen und die sportlichen Ambitionen, die die Reds bis 2030 in die drittklassige ProB führen sollen, sollen bei der Suche nach künftigen Leistungsträgern zum Pfund werden. Spruchreife Personalentscheidungen gibt es zwar noch nicht zu vermelden, doch ein so radikaler Umbruch wie im vergangenen Jahr zeichnet sich bis zum offiziellen Vorbereitungsbeginn am 1. August bislang nicht ab.

Im spannenden Saison-Endspurt konnten sich die Heilbronn Reds in der Mörike-Sporthalle auf ihre große Anhängerschaft verlassen. Die TSG hatte in der abgelaufenen Spielzeit einmal mehr den höchsten Zuschauerschnitt in der Regionalliga.
Im spannenden Saison-Endspurt konnten sich die Heilbronn Reds in der Mörike-Sporthalle auf ihre große Anhängerschaft verlassen. Die TSG hatte in der abgelaufenen Spielzeit einmal mehr den höchsten Zuschauerschnitt in der Regionalliga.  Foto: Lina Bihr

Einige neue Namen dürfte es hingegen im Partner- und Unterstützerkreis der Reds geben. Das überarbeitete Sponsorenkonzept trägt bereits die Handschrift von Ralf Scherlinzky, der seit dem Frühjahr hauptamtlich für Gesamtverein und Abteilung in den Bereichen Marketing und Kommunikation arbeitet. „Das ist ein Riesenschritt für uns“, betont Abteilungsleiter Maier. In den nächsten Wochen gilt es, auch die Weichen für weitere Schritte im sportlichen Bereich zu stellen.

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