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Bei den Heilbronn Reds ist ein Kindergärtner der Dauerbrenner

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Spielmacher Arnau López hat sich nach einem halben Jahr in Heilbronn und bei den Reds-Basketballern eingelebt. Doch der Katalane überzeugt nicht nur mit guten Statistiken, sondern auch mit wichtigen Tugenden.

Sobald Arnau López den Ball in den Händen hält, kommt meist etwas Gewinnbringendes dabei heraus. Die Reds haben ihren neuen Spielmacher schnell zu schätzen gelernt.
Sobald Arnau López den Ball in den Händen hält, kommt meist etwas Gewinnbringendes dabei heraus. Die Reds haben ihren neuen Spielmacher schnell zu schätzen gelernt.  Foto: Lina Bihr

Ein Mann der großen Worte ist Arnau López nicht. Jedenfalls abseits des Basketball-Courts. Mit bedacht und ruhiger Stimme spricht der Spanier über seinen Lieblingssport und seine Rolle in der Regionalliga-Mannschaft der TSG Heilbronn Reds, in die er in den vergangenen Wochen immer besser hineingewachsen ist.

Auf dem Feld ist das anders. Denn sobald die Hallen-Uhr herunterläuft, sind López’ Ansagen unüberhörbar: „Shorts“ oder „Forty-five“ ist in der Mörike-Sporthalle dann oft zu vernehmen, wenn der Aufbauspieler den nächsten Spielzug seiner Mannschaft ansagt.

Point Guard muss sich in neu formierter Mannschaft erst zurechtfinden

Sich als Aufbauspieler in eine neue Mannschaft einzufinden, ist im Basketball ein kompliziertes Unterfangen: Spielzüge, Laufwege, Bewegungsabläufe und Lieblingspositionen der Mitspieler – alles will einstudiert und im Kopf abgespeichert werden. Noch komplizierter wird es, wenn wie im vergangenen Sommer bei den Reds, die halbe Mannschaft neu zusammengestellt ist und sich auch die Abläufe der anderen erst einmal einspielen müssen.

Nach rund einem halben Jahr ist Arnau López allerdings in Heilbronn angekommen. „Er hat etwas Zeit gebraucht, um seine Rolle als erster Point Guard anzunehmen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass er erst 21 Jahre alt ist“, gibt sein Trainer Goran Mijic zu bedenken.

„Gute Jungs“ erleichtern die Eingewöhnung bei den Reds

Inzwischen ist er zufrieden mit den Leistungen seines Schützlings, dessen Leistungssteigerung auch die Zahlen belegen. Bei 10,8 Punkten pro Spiel liegt López’ Punkteausbeute in seinem ersten Jahr im Ausland bislang über die gesamte Saison hinweg; nur in den vergangenen vier Partien, den letzten beiden der Hin- und den ersten beiden der Rückrunde, beträgt der Punkteschnitt bereits 15,25.

„Ich fühle mich wirklich wohl in der Mannschaft. Das sind alles gute Jungs, die es mir einfach machen. Wir haben gute Vibrations“, sagt López. Zudem sei das sportliche wie taktische Verständnis für- und miteinander im Verlauf der Hinrunde stetig besser geworden, bestätigt der 1,82 Meter große Guard.


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Neben Denis Schnakenberg ist der Neuzugang der einzige Spieler, der alle 15 bisherigen Saisonspiele absolviert hat – zuletzt mit zunehmender Spielzeit. „Als Spielmacher ist er der wichtigste Typ in unserem Spiel“, sagt Mijic etwas flapsig. Zugleich ist er froh, dass dieser „Typ“ die ihm zugedachte Rolle angenommen und dem Spiel der Reds Struktur gegeben hat – gerade deswegen, weil sich Vizekapitän Nils Maisel derzeit durch ein für ihn seltenes Leistungstief kämpft.

Arnau López kann in Heilbronn Hobby und Beruf miteinander verbinden

Zu den Reds hat Arnau López im Sommer gefunden, weil er Beruf und Hobby miteinander verbinden wollte. Der gelernte Erzieher aus Mollet del Vallès, einer 53.000-Einwohner-Stadt nördlich von Barcelona, hatte über eine Arbeitsfirma die Chance bekommen, für ein Jahr in einem Heilbronner Kindergarten zu arbeiten. Bis August läuft sein Arbeitsvertrag dort noch.

„Das zu machen, war auf jeden Fall die richtige Entscheidung; ich bin erst 21 Jahre alt und wenn ich jetzt nicht ins Ausland gegangen wäre, hätte ich es wahrscheinlich nie gemacht“, sagt López. „Ich bin froh, hier eine Konstellation gefunden zu haben, bei der ich Arbeit und Sport so gut miteinander verbinden kann. Ich würde gerne noch länger bleiben – sowohl im Kindergarten als auch bei den Reds.“


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Katalane überzeugt mit wichtigen Tugenden

Bei den Basketballern aus Sontheim, die an diesem Samstag ab 20 Uhr beim SV Fellbach II gefordert sind, läuft er mit diesem Wunsch offene Türen ein. Dort schätzt man die Mannschaftsdienlichkeit, Arbeitsmoral und Bescheidenheit des Katalanen, dessen voller Fokus seinen beiden Leidenschaften gilt. „Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, ob es in Heilbronn zum Beispiel so etwas wie eine spanische oder spanisch-sprachige Community gibt. Ich bin immer im Kindergarten oder in der Halle“, sagt López und lacht.

Aus sportlicher Sicht gilt alle Aufmerksamkeit in den nächsten Wochen dem gemeinsamen Ziel Klassenerhalt – „und ich bin mir sicher, dass wir das auch schaffen“, sagt Arnau López. Mit ruhiger, aber umso entschlossenerer Stimme.

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