Meinung zum Verkauf von Schloss Heinsheim: Glücksgriff
Auch wenn manche Heinsheimer skeptisch sein mögen, der Verkauf des Schlosses bietet eine Chance, meint unser Autor.

Das Schloss Heinsheim war zuletzt nicht nur in die Jahre gekommen, sondern dem Anschein nach teilweise auch etwas heruntergekommen. Damit der Bestand erhalten werden kann, unter den herausfordernden Gesichtspunkten des Denkmalschutzes, ist Kapital nötig. Familie Bauer verfügt offensichtlich über solches - ganz ohne blaues Blut in den Adern.
Deshalb darf man es vermutlich als Glücksgriff bezeichnen, dass die Dinge so gekommen sind. Es ist äußert ungewöhnlich, dass Familien mit Schlossbesitz und Adelshistorie ihre Eigentümer zum Verkauf anbieten. Offenbar hatte die Familie von Racknitz nicht den Mut oder die Mittel, ein vergleichbares Konzept zu entwerfen. Tatsächlich ist es deshalb insofern für den Ort Heinsheim gut ausgegangen, als dass die neuen Eigentümer auch von dort sind. Und angesichts der Projekte von Familie Bauer in der jüngeren Vergangenheit - zum Beispiel die Restaurierung der Siegelsbacher Mühle - ist die Hoffnung berechtigt, dass das Heinsheimer Schloss vielleicht sogar in altem und auch neuem Glanz erstrahlen kann.
Manche Heinsheimer mögen die Sorge haben, das Schloss könnte in erster Linie zum Investitionsobjekt werden. Es liegt auch an Familie Bauer, diese Befürchtungen zu entkräften. Und bevor es mit einem Umbau des Altbestands der Gebäude in die Vollen geht, darf zuerst einmal an der Schlossmauer hinten in der Neckarstraße Hand angelegt werden - sie bröckelt.
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