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An 69 Standorten

Sommerschule auch in Künzelsau: Wo Kinder in den Ferien büffeln und Spaß haben 

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Sechs Wochen Ferien können ganz schön lang sein. An 69 Standorten im Land – darunter in Künzelsau – gibt es sogenannte Sommerschulen. Dort wird in den Ferien gespielt und gelernt – ein Besuch.


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Eigentlich sind noch Ferien. Doch vom Hof der Georg-Wagner-Schule am Kocher in Künzelsau schallt lautes Kinderlachen. 

An der Tischtennisplatte wird Mäxle mit dem Fußball gespielt. Und ein halbes Dutzend kichernder Kinder flitzt auf den Racern über den hinteren Hof. In den letzten drei Ferienwochen ist die Georg-Wagner-Schule für die Sommerschule geöffnet.

Sommerschule in Künzelsau: Betrieb in der letzten Hälfte der Ferien

Barbara Schütz erklärt das Prinzip: Kinder der Klassen eins bis fünf können in den letzten drei Ferienwochen mit Gleichaltrigen spielen und lernen. Es gibt die Sommerschule für die Grundschulkinder und die Schüler der ersten beiden Schuljahre an weiterführenden Schulen.

Und es gibt die Sommervorschule für Kindergartenkinder, die nach den Ferien in die erste Klasse kommen. Wie Ole. Ole ist sieben Jahre alt und freut sich schon sehr auf seine Zeit als Schulkind. Dann darf er endlich seinen neuen, blau- und orangefarbenen Schulranzen schultern. Dann gibt es Hausaufgaben und Noten.

Noch darf er vor allem spielen. Er baut gerade eine große Rakete aus bunten Legosteinen. Dass es in der Sommervorschule so viele prall gefüllten Legokisten gibt, das findet Ole super. Auch, dass Freunde von ihm dabei sind.

Sommerschule fördert und betreut Kinder – auch in Künzelsau

Dazu gehört Vincent. Der Siebenjährige findet es schön, die restlichen Ferien in der Georg-Wagner-Schule zu verbringen. Zumal er schon mit der Familie im Italien-Urlaub war: „Wir lernen etwas, haben Pausen und es gibt leckeres Essen wie Linsen mit Spätzle“, zählt Vincent auf.

Er kommt nach den Ferien in die zweite Klasse. Das Angebot der Stadt werde sehr gut nachgefragt, weiß Elke Sturm, Sprecherin der Stadt Künzelsau. Zur Verfügung stehen in diesem Jahr 50 Plätze in der Sommerschule und 30 im Vorschulbereich.

Buchbar sind die Plätze wochenweise. In der vorletzten Ferienwoche sind 52 Schulkinder im Gebäude und 21 Vorschulkinder.

Lehramtsstudentinnen und angehende Erzieherinnen lernen an Sommerschule in Künzelsau

Betreut und gefördert werden sie von vier Lehramtsstudentinnen, sechs Mitarbeiterinnen der Ganztagesbetreuung, einer Erzieherin und zwei Erzieherinnen in Ausbildung, von zwei FSJlern und zwei ehemaligen Jugendbegleitern, zählt Barbara Schütz, die die Sommerschule leitet, die Mitarbeiter auf, die meist in Teilzeit arbeiten.

Nicht zu vergessen die zwei Damen, die in der Küche dafür sorgen, dass Frühstück und Mittagessen pünktlich fertig sind: „Während des Schuljahres machen wir nur Mittagessen, weil Brotzeit am Morgen von Ehrenamtlichen zubereitet wird“, erklärt Mensa-Leiterin Lena Boendecke. Die gelernte Hauswirtschafterin schneidet gerade Gemüse klein. Es gibt Reis mit Gyros.

Schule in den Sommerferien: In Einrichtung in Künzelsau ist buntes Programm geboten

Ab 7.30 Uhr werden die ersten Kinder zur Sommerschule gebracht. Ein Teil der Vorschulkinder wird um 14 Uhr bereits abgeholt. Für die meisten Kinder endet der Tag um 15.30 Uhr. „An den Vormittagen wird gerechnet, gelesen, gebastelt“, erklärt Barbara Schütz.

Es gibt auch Ausflüge und Wanderungen, an den Nachmittagen wird auch mal gebacken. Der Wandertag sollte nach Ingelfingen führen. Doch weil es just an diesem Tag sehr schwül war, ging die Runde nur bis Nagelsberg. Dafür gab es Eis.

Sommerschule in Künzelsau: Spielerisches Lehren

Heute beschäftigt sich ein Teil der Kinder mit dem Thema Post. Es werden Postkarten gemalt und beschriftet, später zur Post gebracht, frankiert und abgeschickt. Eine andere Gruppe addiert und subtrahiert mit dreistelligen Zahlen. Die Zahlen dürfen sich die Kinder selbst aussuchen. Das fühlt sich viel mehr nach einem Spiel denn nach harter Rechnerei an.

Ole baut eine Rakete aus den bunten Legosteinen. Er freut sich auf die erste Klasse, in die er nach den Ferien kommt.
Ole baut eine Rakete aus den bunten Legosteinen. Er freut sich auf die erste Klasse, in die er nach den Ferien kommt.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

„Die Kinder haben Spaß“, weiß Barbara Schütz, die gerade mit einem halben Dutzend Kindern am Bullauge sitzt und eine Geschichte liest. Spielerisch passiert hier sehr viel“, weiß sie aus vielen Jahren Ganztagesbetreuung. Auch Frühsport wurde schon gemacht. Einige der Jungs drehen noch immer ihre Laufrunden durch das Schulgebäude und über den Schulhof.

Thema der diesjährigen Sommerschule in Künzelsau ist Berufe

Die Polizei werde während der Sommerschule noch vorbeischauen und über ihre Arbeit berichten und den Kindern das Polizeiauto zeigen. Das Deutsche Rote Kreuz wird ebenfalls vor Ort sein.

„Berufe sind in diesem Jahr unser Oberthema“, erklärt Barbara Schütz. Und: „Bommel machen ist sehr beliebt.“ Manche Kinder verarbeiten sogar zwei große Bobbel Wolle zu den beliebten bunten Wollbommeln.

Kinder treffen ihre Freunde in Sommerschule – auch in Künzelsau

Der zehnjährige Noah ist das zweite Mal in der Sommerschule. Er findet das Konzept „cool“ und freut sich, hier Freunde zu sehen. Wie auch Johann (7). „Es ist schön, das man spielt und auch ein bisschen was lernt“, ergänzt er. Alma (7) mag, „dass wir Pause haben“. Sie ist den ersten Tag in der Sommerschule und gibt zu: „Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Angst. Aber jetzt gar nicht mehr. Es ist echt cool hier.“

Das finden nicht nur die Kinder. Sonja Sommerfeld ist eine der jungen Frauen, die Lehramt für Grundschule studiert. Sie ist in Ludwigsburg im siebten Semester und macht in der Sommerschule Ferienjob. „Es ist gut, dass man hier in kleineren Gruppen viel ausprobieren kann“, freut sich die Studentin über die gesammelten Erfahrungen. „Das ist ganz wichtig. Und wir können hier Theorie in die Praxis umsetzen.“

Lehramtsstudentinnen sind gern an Sommerschule, um Theorie zu Praxis werden zu lassen

Antonia Fischer studiert Grundschul-Lehramt in Heidelberg. Sie ist mit der angehenden Erzieherin Winnie Hunger im Klassenzimmer gegenüber. Die beiden finalisieren mit ihrer Gruppe die Postkarten, die sie dann zur Post bringen wollen. „Es ist gut hier, der Spaß steht im Vordergrund“, lobt Winnie Hunger das Konzept.

„Wir arbeiten was, die Kinder wollen aber auch spielen“, fügt Antonia Fischer hinzu. Spielerisch lernen. Das tun auch die Vorschulkinder. „Das bin ich“ ist ihr Arbeitsblatt überschrieben, auf dem sie sich und ihre Hobbys malen.

Und auf nicht wenigen Blättern steht schon gut lesbar der Name der kleinen Künstler. Schreiben macht eben auch Spaß. Schließlich sind sie bald ABC-Schützen.

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