Gebäude auf dem Kurhügel sollen flacher und kleiner werden

Bad Rappenau  Auf dem Bad Rappenauer Kurhügel wird seit über drei Jahren vor allem in die Höhe gebaut. Das soll sich bald ändern. Der Gemeinderat stimmte dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu. Eine Bürgerinitiative hatte im Vorfeld eine Unterschriftenaktion gegen den Bau von mehrstöckigen Häusern initiiert.

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Auf dem Bad Rappenauer Kurhügel wird seit über drei Jahren vor allem in die Höhe gebaut. Das soll sich bald ändern.

Foto: Archiv/Hofmann

Applaus gibt es selten im Gemeinderat. Am vergangenen Donnerstag war trotzdem ein kurzes Klatschen zu vernehmen, nachdem die Gemeinderäte dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan im Kurgebiet zugestimmt hatten. Dass es die Änderung in das Plenum geschafft hat, liegt vor allem am Engagement einer Bürgerinitiative (BI), die mit einer Unterschriftenaktion gegen die Bebauung des Kurhügels auf sich aufmerksam gemacht hat.

Der Bebauungsplan wurde vor 27 Jahren zu einer Zeit entwickelt, als sich die Kurbetriebe noch stark entwickelten und eine Wohnungsverdichtung vorangetrieben werden sollte. In zwei Arealen sollte außerdem Gewerbe mit einem direkten Bezug zum Kurgebiet angesiedelt werden. Das ist aber nicht der Fall. Stattdessen wurden zahlreiche Gebäude mit mehreren Etagen gebaut. Und genau das prangert die BI seit Monaten an.

OB: Kein Abbruch der Nachverdichtung

"Wir streben eine Änderung von einem besonderen in ein allgemeines Wohngebiet an", sagte Oberbürgermeister Sebastian Frei. Das sei aber kein Abbruch der Nachverdichtung. Weiterhin soll der Bau von Mehrfamilienhäusern möglich sein. "Aber eben kleiner und nicht so hoch", so Frei.

Das stieß durch die Bank bei allen Fraktionen auf Zustimmung. "Die CDU begrüßt die Änderung, denn die Bebauung hat sich massiv ausgeweitet", so Ralf Kochendörfer. Die innerörtliche Bebauung habe Grenzen. Und die seien im Kurgebiet erreicht.

Die Freien Wähler zeigten sich ebenfalls zufrieden über den Anstoß, denn einen aktualisierten Bebauungsplan gibt es noch nicht. "Das Verfahren wird heute angestoßen", so Bernd Hofmann. Jeder Grundstückseigentümer habe nun Zeit und Gelegenheit, seine Sichtweise oder Einwendungen vorzubringen.

Für die ÖDP ist der Aufstellungsbeschluss mit seinen beschriebenen Einschränkungen eine gute Basis, um eine weitere, übermäßige Verdichtung zu verhindern. "Die konkrete Ausformulierung muss allerdings noch im Laufe des Verfahrens erfolgen", erklärte der ÖDP-Fraktionsvorsitzende Klaus Ries-Müller.

Wohnqualität soll gesichert und gewährleistet werden

Mit der geplanten Änderung soll vor allem die Wohnqualität gesichert und gewährleistet werden, heißt es in der Vorlage an den Gemeinderat. Dazu gehört auch der Plan, in Zukunft zwei Stellplätze pro Wohnung zur Verfügung zu stellen, In der Version von 1993 gingen die Verantwortlichen noch von lediglich einem Stellplatz aus.

Das ist auch den Mitgliedern der BI ein großer Dorn im Auge, denn die meisten Haushalte haben mittlerweile zwei Autos. Ist aber nur für einen Pkw eine Parkmöglichkeit reserviert, muss der zweite auf der Straße stehen. Besonders in der Karl-Rausch-Straße, in der in einem der zwei neu gebauten Mehrfamilienhäuser bereits Mieter und Eigentümer wohnen, wird es mitunter so eng, dass die Müllabfuhr schwer durchkommt. Das hatte auch der Initiator der BI, Dr. Michael Thomas, bereits angemahnt.

Über die Entscheidung des Gemeinderats sind er und seine Mitstreiter sehr erleichtert. "Wir waren überrascht, wie problemlos unserem Anliegen zugestimmt wurde", sagt der Internist. Das Problem der massiven Überbauung sei vom Oberbürgermeister und den Gemeinderäten erkannt worden. "Wir werden natürlich die endgültige Ausformulierung der Beschlüsse abwarten."


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld.

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