Ehrenamtliche wollen auch 2019 den Bürgerbus fahren

Bad Rappenau  Bislang fuhr der Rappenauer Bürgerbus im Probebetrieb, das Landratsamt in Heilbronn will das Angebot nun als regelmäßigen Betrieb erlauben. Die Organisatoren können die Kosten dieser Aufwertung noch nicht einschätzen.

Von Simon Gajer
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Ehrenamtliche wollen auch 2019 den Bürgerbus fahren

Den Bürgerbus nutzen derzeit überwiegend Patienten der Reha-Kliniken. Der Anteil der Bad Rappenauer Passagiere ist aber gestiegen.

Foto: Archiv/Seidel

Der Bad Rappenauer Bürgerbusverein zieht ein positives Fazit nach den ersten Monaten. Mit Unterstützung der städtischen Kur fährt die Gruppe samstags mit einem Kleinbus durch die Stadt und bindet die Kliniken sowie Baugebiete an die Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt an.

Bei einem Treffen am Wochenende hat der Verein über die nächsten Monate gesprochen. Im Jahr 2019 geht es mit dem Angebot erst einmal weiter, allerdings könnten neue Kosten auf die Gruppe zukommen.

800 Passagiere sind im Vorjahr eingestiegen

800 Passagiere sind im vergangenen halben Jahr im Kleinbus in der Bad Rappenauer Kernstadt unterwegs gewesen, sagt Klaus Ries-Müller, Vereinsvorsitzender und für die ÖDP Mitglied des Gemeinderats.

Damit hat der Bürgerbusverein deutlich mehr Personen befördert als im Vorjahr, als es nur 440 gewesen seien. Allerdings: Das wöchentliche Angebot gibt es auch erst seit diesem Jahr.

Die städtische Kur stellt Fahrzeug kostenlos zur Verfügung

Mancher Fahrer säße gern an einem weiteren Tag hinterm Steuer, berichtet Klaus Ries-Müller. In der derzeitigen Struktur ist das nicht machbar. Kostenlos bekommt der Verein den Bus von den städtischen Kurkliniken nur deshalb, weil sie das Fahrzeug samstags nicht benötigen.

Unter der Woche sieht das allerdings anders aus. Würde der Verein an einem weiteren Tag unterwegs sein, bedeutete das eine größere Logistik, weiß Klaus Ries-Müller.

In anderen Städten und Gemeinden gibt es einen kommunalen Zuschuss

Der Bürgerbus durch Bad Rappenau hat im Landkreis Heilbronn ein Alleinstellungsmerkmal. Zwar sind solche Angebote keine Selbstläufer, beispielsweise beschloss Güglingen vor wenigen Monaten den Ausstieg. Doch während andernorts die Städte und Gemeinden die Beförderungsmöglichkeit bezuschussen, lehnte dies der Gemeinderat in Bad Rappenau mehrheitlich ab. Der Verein ließ sich davon nicht unterkriegen, sondern setzte das Konzept allein um.

Mit dem für den Busverkehr zuständigem Landratsamt hat sich der Verein kürzlich über den Bürgerbus unterhalten. Noch bis Ende Februar laufen die Fahrten durch die Stadt als Probebetrieb, danach wäre es ein Regelbetrieb, berichtet Klaus Ries-Müller.

Womöglich sind Investitionen in Schilder nötig

Welche Folgen mit dieser Aufwertung verbunden sind, kann der Verein nicht abschätzen. Vielleicht würde er in das elektronische Fahrplansystem eingespeist. Aber: Sind dann auch neue Haltestellen-Schilder nötig? Bislang hat der Verein sie "selbst gebastelt und hingehängt", verteidigt Klaus Ries-Müller das aktuelle Aussehen.

Sollten tatsächliche richtige Tafeln erforderlich sein, sind größere Investitionen nötig. "Ein Schild kostet 100 Euro", sagt er. "Und dann ist noch kein Mast dabei." Von den Ausgaben hängt ab, ob der Verein ein weiteres Mal versucht, einen Zuschuss von der Stadt zu bekommen. Derzeit denkt Ries-Müller nicht daran.

 


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