Städtebausanierung in Dörzbach geht nicht voran
Welche Projekte noch immer in der Pipeline sind und welches Gebäude nun neu hinzukommt und mit Fördermitteln saniert werden soll.

Steffen Moninger findet klare Worte: „Wir müssen vorwärts kommen.“ Moninger arbeitet für die Landsiedlung Baden-Württemberg und unterstützt Kommunen im städtebaulichen Sanierungsprogramm. Seit 2023 ist die Gemeinde Dörzbach Mitglied in diesem Förderprogramm und hat sich viel vorgenommen. Bislang jedoch sei wenig passiert, so Moninger in der jüngsten Dörzbacher Gemeinderatssitzung. Das liegt vor allem an der finanziell angespannten Situation der Gemeinde. Allerdings ist die Teilnahme am Sanierungsprogramm zeitlich begrenzt. Eine Verlängerung des Förderzeitraums über das Jahr 2031 hinaus möchte man zwar erreichen, doch dafür muss Dörzbach zeigen, dass gewisse Dinge umgesetzt werden. Daran hakt es aktuell.
Statt Multifunktionsgebäude wird nur Fahrzeuggarage umgesetzt
Starten wollte man eigentlich mit dem Umbau und der Erweiterung des Feuerwehrhauses, das auch einen Dorfgemeinschaftsraum und Vereinsräume beherbergt. Der Eigenanteil für die Maßnahme war aber zu hoch, um das Projekt wie geplant stemmen zu können. Also unternahm man mehrere Streichrunden und entschied letztlich, dass man vorerst nur die Fahrzeughalle der Feuerwehr erweitert. Das ist dringend nötig, doch für reine Feuerwehr-Projekte gibt es keine Mittel aus der Städtebauförderung.

Der eigentliche Schwerpunkt des Sanierungsgebietes liegt im Westen des Kernorts, rund um den historischen Bahnhof und die Wohnbebauung südlich davon bis zur Landesstraße. Dort hat man 2024 einen Wettbewerb für Stadtplaner und Landschaftsarchitekten durchgeführt, um eine möglichst gute Gestaltungslösung zu finden (wir berichteten). Den Siegerentwurf möchte die Gemeinde weitgehend umsetzen, denn es braucht nicht nur eine bessere Lösung für die Bushaltestelle, sondern auch mehr Aufenthaltsqualität.
Um das Ganze finanziell besser händeln zu können und vom Planen endlich ins Machen zu kommen, hat der Gemeinderat nun zugestimmt, die Maßnahme in drei Bauabschnitte aufzuteilen. Für den ersten Abschnitt, in dessen Zentrum sich das Bahnhofsgebäude befindet, sollen die ersten Planungsphasen an das Siegerbüro Hink vergeben werden. 2027/28 könnte es dann losgehen. „Wir müssen das jetzt machen“, sagt Bürgermeister Andy Kümmerle. Die Bevölkerung frage sich zurecht, warum sich da nichts tut.

Gemeindehalle Universum soll nun auch mit Fördermitteln saniert werden
Etwas tun soll sich auch an der Gemeindehalle Universum. Das Gebäude hat schon länger eine Frischzellenkur nötig, doch auch hier fehlt es an den Mitteln. Andere Optionen standen immer mal wieder auf der Wunschliste, darunter das Gebäude aufzugeben und eine Mehrzweckhalle zu bauen. Aber: „Auf der grünen Wiese werden wir nichts hinkriegen, das können wir nicht stemmen“, sagt Andy Kümmerle. Nun soll das Universum nachträglich ins Sanierungsgebiet aufgenommen werden, um über ein Sonderprogramm Zuschüsse zu generieren, informiert Steffen Moninger die Räte.
„Das ist eine historische Chance, dieses Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen“, ist Kümmerle überzeugt. Um schnellstmöglich einen Plan zu entwickeln, wie die Sanierung im Detail aussehen soll, regt er eine Sonderklausur des Gemeinderats an. Denn: „Wir haben nur drei Monate Zeit, uns für das Programm zu bewerben.“ Hier winkt eine Förderquote von 54 Prozent. Aber Kümmerle stelle auch klar: „Wir müssen ein Paket schnüren“, ergänzt um Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock und Mitteln aus dem Sondervermögen des Bundes. Nur so sei das im Haushalt darstellbar. „Andere Möglichkeiten haben wir nicht, das ist unsere einzige Veranstaltungshalle, unser Dreh- und Angelpunkt“, so Kümmerle.
Parkplatzsituation rund um das Dörzbacher Universum ist kompliziert
Einen Haken hat das Ganze jedoch. Der Gemeinde gehören lediglich das Gebäude und der Zugang von der Straße zum Eingang. Die restlichen Grundstücke drumherum sind in Privatbesitz. Versuche, diese zu kaufen, um die Parkplatzsituation an der Halle zu verbessern, sind bislang gescheitert. Gemeinderat Jürgen Leiser folgert: „Das Projekt steht und fällt mit der Perspektive, die Parkflächen zu erwerben?“ Das relativiert Kümmerle: „Das Parkplatzproblem müssen wir lösen, ja.“ Die Sanierung dürfe aber daran nicht scheitern.
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