Dörzbachs Wunsch nach einer Veranstaltungshalle
Die Dörzbacher Turnhalle an der Schule und die Gemeindehalle Universum sind gleichermaßen sanierungsbedürftig. Ein Konzept soll nun zeigen, wo und in welchem Umfang eine neue Veranstaltungshalle möglich ist.

Die Dörzbacher Sporthalle an der Grundschule ist sanierungsbedürftig. Gleiches gilt für die Gemeindehalle Universum unweit des Rathauses. Das ehemalige Kino eignet sich aus heutiger Sicht wenig, um eine moderne Veranstaltungshalle daraus zu machen: Es ist umringt von Wohnbebauung, bietet keine Erweiterungsmöglichkeiten und hat kaum Parkplätze. So stellte Bürgermeister Andy Kümmerle bereits im Januar gegenüber der HZ klar: Langfristig werde das Uni wohl fallen. Die Lage sei aber hervorragend für Projekte der Innenentwicklung. Doch wohin mit den zahlreichen Veranstaltungen, die dort bislang stattfinden? Und wie geht es mit der Sporthalle weiter?
Varianten und Standorte werden untersucht
Auf der Suche nach einer Lösung befindet sich aktuell die Firma Sport concept. Über Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum wurde das Architektur- und Planungsbüro aus Stuttgart beauftragt, ein Konzept zu entwickeln und mehrere Varianten und Standorte zum Thema Sport- und Veranstaltungshalle zu prüfen. Dabei stellt Planer Tobias Eisenbraun klar: Alle drei geprüften Standorte (siehe Grafik) haben irgendeinen Haken.
Standort Schule ist naheliegend
Am naheliegendsten erscheint auf den ersten Blick der Standort Schule. Hier präsentiert Eisenbraun mehrere Gestaltungsmöglichkeiten. So könnte einerseits die bestehende Sporthalle saniert und über einen Zwischentrakt mit einem danebenliegenden Neubau verbunden werden. "Die Halle bekommt also einen kleinen Bruder", erklärt Tobias Eisenbraun. Andererseits wäre auch ein Komplettneubau mit Abriss der Sporthalle denkbar.
Die Vorteile des Standorts: Durch die zentrale Lage neben Schule und Kindergarten entsteht eine Art Campus. Die Anbindung an den Busverkehr ist gut, das Gebäude ließe sich in die Umgebung einpassen. Zu bedenken wären die Themen Lärmschutz - schließlich befindet sich ringsum Wohnbebauung - und Parken. "Der Schulstandort hätte Charme", sagt Andy Kümmerle, "aber das scheitert nach jetzigem Stand an den Parkplätzen."
Neubau in Hohebach nahe der Jagst?
Ein Neubau wäre auch in Hohebach denkbar: von Dörzbach kommend kurz vor der Jagstbrücke auf der rechten Seite. Doch hier ist kein Bebauungsplan vorhanden - das ist langwierig und teuer. Die Nähe zur Jagst dürfte zudem das Thema Hochwasserschutz auf den Plan rufen. Positiv wäre die Bushaltestelle direkt an der B19, ausreichend Platz für Halle und Parkplätze. Und Lärm dürfte aufgrund der Ortsrandlage auch keine größeren Probleme bereiten.
Auslagern ins Gewerbegebiet bietet Vorteile
Ein weiterer untersuchter Standort liegt im Dörzbacher Gewerbegebiet, genauer gesagt zwischen dem bestehenden Edeka-Markt und dem gerade im Bau befindlichen Penny-Markt. Doch: Das Grundstück gehört nicht der Gemeinde. Warum der Standort dennoch analysiert wird? Nach Meinung der Verwaltung könne man hier eventuell zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Neben maroden Hallen hat Dörzbach nämlich auch marode Feuerwehrhäuser (wir berichteten).
Das Grundstück würde genug Platz bieten, um dort ein Feuerwehrhaus und eine Veranstaltungshalle zu bauen. "Zuerst habe ich gedacht, das da draußen macht keinen Sinn", sagt Tobias Eisenbraun. Inzwischen ist er überzeugt: "Das könnte eine echte Chance sein." Denn sowohl Feuerwehr als auch Halle benötigen Aufenthaltsräume, Umkleiden und Toiletten. Eine Kombination könnte daher Synergien erzeugen.
Preissteigerungen in der Baubranche

Die kostengünstigste Variante liegt nach groben Schätzungen bei rund sieben Millionen Euro, wobei wohl noch Zuschüsse für die Sporthallensanierung drin wären. Grunderwerb, Bebauungsplanverfahren oder ein Abriss der bestehenden Sporthalle können die Kosten weiter nach oben treiben, je nach Variante. Auch die Preissteigerungen in der Baubranche sind nicht zu unterschätzen.
"Zudem schlittern wir gerade von einer Krise in die nächste", sagt Kümmerle mit Blick auf Corona und den Ukraine-Krieg. Und Ratsmitglied Gerhard Kohlmann meint: "Ich vermute, dass wir die Halle aufgrund unserer Haushaltssituation schieben müssen. Das ist keine Pflichtaufgabe." Erst müsse man sehen, wie es mit dem Thema Feuerwehrhaus weitergeht. Ein Zeitplan steht derzeit aber ohnehin noch nicht fest.


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