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„Campus im Grünen“

Hochschule Heilbronn: Millionen-Investitionen für klimaneutralen Techcampus Sontheim

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Das Land Baden-Württemberg bringt ein Gebäudedach auf dem Techcampus Sontheim der Hochschule Heilbronn auf Vordermann. Das ist aber nur ein Baustein auf dem Weg zum annähernd CO2-neutralen Campus.


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Das Gerüst rund um ein zentrales Gebäude am Techcampus Sontheim der Hochschule Heilbronn ist sichtbares Zeichen: Das Land investiert in den Standort. Diese Arbeiten auf dem Dach sind aber nur ein Bruchteil dessen, was dort in den kommenden Jahren ansteht. Das dafür zuständige Amt „Vermögen und Bau Baden-Württemberg“ investiert in weitere Baustellen in der Stadt. 

Von einem „Campus im Grünen“ spricht Amtsleiter Frank Berkenhoff bei einem Rundgang mit Bauverantwortlichen. Grün trifft es ganz gut, denn es geht um weitaus mehr als beispielsweise das Klimawäldchen auf einem einstigen Parkplatz, in dem in den nächsten Monaten knapp 100 unterschiedliche Bäume gepflanzt werden – auch im Namen der Wissenschaft. Sensoren werden beispielsweise messen, wie viel Wasser jeder einzelne Baum in den Sommermonaten benötigt.

Annähernd CO2-neutral: Das sind die Pläne für den Techcampus Sontheim der Hochschule Heilbronn

Grün ist zudem im übertragenen Sinn zu verstehen. „Wir sind auf dem Weg, klimaneutral zu werden“, sagt Frank Berkenhoff zum Techcampus – „annähernd CO2-neutral“, wie er ergänzt.

Bis zum Ziel in den Jahren 2030 oder 2031 sinke der jährliche CO2-Ausstoß des Techcampus’ von derzeit 850 Tonnen auf 20 Tonnen. Wesentlicher Baustein davon ist die geplante Geothermie, die mit 15 Millionen Euro anberaumt ist.

Geothermie: Die Löcher beim Campus Sontheim werden 90 Meter tief sein

Neben dem großen Parkplatz gehören dem Land weitere Flächen. Dort sollen 100 Löcher in 90 Meter Tiefe  gebohrt werden. Die Wärme von dort trage dann dazu bei, 95 Prozent des Wärmebedarfs des Campus’ zu decken, so der Amtsleiter. Die Bohrungen seien beantragt, die Genehmigungen fehlen noch, sagt er. Anfang 2027, so der aktuelle Plan, solle es losgehen.

Das Gebäude D auf dem Techcampus hat das Land bereits für 26 Millionen Euro saniert, jetzt ist das Dach des zentralen Gebäudes an der Reihe. 2,5 Millionen Euro sind vorgesehen, inklusive Photovoltaikanlage. Aktuell sind Dachdecker damit beschäftigt, unter anderem den aktuellen Aufbau des Dachs zu entfernen. 800 Quadratmeter seien geschafft, weitere 400 folgen, Schadstoffe würden fachgerecht entsorgt, sagt Marvin Malz vom Büro Glück und Partner aus Stuttgart. Als Dämmung werde Schaumglas verwendet, 26 Zentimeter dick werde die Schicht.

Abgeschlossen ist die Sanierung vermutlich im dritten Quartal 2026. Auch der kleine Aufbau für die Technik bekomme eine neue Fassade, ergänzt Ella Jeske von Vermögen und Bau.

Auch die Gebäude E und F will das Land sanieren

Das Land bekennt sich darüber hinaus zum Techcampus. Die Gebäude E und F sind ebenfalls in die Jahre gekommen. Mit den Planungen einer umfassenden Sanierung kann das zuständige Amt in Heilbronn nun beginnen. Das dürfte laut Frank Berkenhoff zwei Jahre dauern. Wann dann die Sanierung beginnt, ist allerdings unklar. 

Dafür tut sich einiges unweit davon. Das Land baut zwei Prüfstände um, die bislang für traditionelle Verbrenner  zur Verfügung standen. Zukünftig geht es in ihnen um Wasserstoff-Antriebe, einen davon gibt es schon auf dem Techcampus

Die großen Baustellen bei Landesgebäuden in Heilbronn

Für das Land betreut Vermögen und Bau Baden-Württemberg derzeit einige Baustellen in Heilbronn. Der Techcampus ist nur eine davon. Amtsleiter Frank Berkenhoff zählt unter anderem auf: Ins Polizeipräsidium fließen über 40 Millionen Euro. Das Amtsgericht wird aktuell für über 20 Millionen Euro saniert, fürs Landgericht laufen Planungen eines Neubaus. Auch das Gefängnis bringt das Land auf Vordermann.

Bleibt das Gebäude A auf dem Reinhold-Würth-Campus in Künzelsau, der zur Hochschule Heilbronn gehört, stehen? Darüber rätseln schon lange viele Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter. Für das Land, dem die Immobilie gehört, ist die Sache eindeutig: Das Haus, ein ehemaliges Berner-Gebäude am Eingang zur Hochschule, sei ein „kompletter Sanierungsfall“, so Frank Berkenhoff, der das dafür zuständige Amt in Heilbronn von Vermögen und Bau Baden-Württemberg leitet. Man könne es entbehren, die Hochschule Heilbronn darauf verzichten, betont er.

Ideen hat Vermögen und Bau schon gemacht: Das Gebäude könnte bis zum Keller abgetragen, darauf dann eine Plattform für Studenten errichtet werden. Nur: Frank Berkenhoff weiß, dass es auch in Künzelsau Ideen für eine neue Nutzung gibt, spricht von einem „Space Center“. Ein Verkauf komme fürs Land aber nicht infrage, im Keller sei Technik des Campus installiert. Vorstellbar ist für den Amtsleiter aber, dass die Räume ab Erdgeschoss vermietet werden.




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