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Zusatztickets und einige leere Plätze: So ist die Stimmung unter den Falken-Fans 

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Im Zuge des Insolvenzverfahrens benötigen Dauerkarteninhaber der Heilbronner Falken Zusatztickets. Das ist am Freitagabend auf den Rängen nicht zu übersehen. Viele Fans zeigen aber auch Verständnis. 


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Die Fans lassen die Falken nicht hängen. Mancher Dauerkartenbesitzer dürfte am Freitagabend trotzdem zu Hause geblieben sein. Auf den Rängen blieben einige Plätze frei.

Nicht verwunderlich: Wenn die Playoffs anstehen, beginnt für viele Eishockey-Fans die Saison so richtig. Nach der Einleitung eines Insolvenzverfahrens soll der Spielbetrieb für die Heilbronner Falken in der Oberliga-Hauptrunde zwar weitergehen – eine Teilnahme an den Playoffs ist in dem Zuge aber ausgeschlossen.

Eine weitere Folge des Insolvenzverfahrens: Fans, die eine Dauerkarte besitzen, müssen Zusatztickets kaufen, um die restlichen Spiele sehen zu können. Das ist in den sozialen Kanälen zum Teil auf Verständnis gestoßen, weil es insolvenzrechtlich nicht anders geht, wie die Preis-Erklärung des Falken-Insolvenzverwalters zeigt. Es hat im Netz aber auch für Unmut gesorgt. Wie ist die Situation vor Ort an der Abendkasse?

„Wollen, dass es weitergeht“: Das sagen Fans vor Spielbeginn 

Am Freitagabend empfangen die Falken zu Hause die Bayreuth Tigers. Für Heilbronns Trainer Niko Eronen ist es eine besondere Herausforderung, die Spieler trotz Insolvenz zu motivieren. Fraglich war vorab auch, wie es um die Motivation der Anhänger bestellt ist. 

Im Gespräch mit der Heilbronner Stimme äußern Fans ihre Sichtweise. „Wir wollen, dass es mit dem Eishockey in Heilbronn weitergeht“, sagt Harald Bundschuh. Der Heilbronner hat zu seiner Dauerkarte online eines der Zusatztickets für 10 Euro gekauft. „Wenn das rechtlich so gehandhabt werden muss, kann man da wohl nichts machen“, sagt Bundschuh.

Die Fans lassen die Heilbronner Falken nicht hängen. Trotzdem bleiben am Freitagabend einige Plätze frei.
Die Fans lassen die Heilbronner Falken nicht hängen. Trotzdem bleiben am Freitagabend einige Plätze frei.  Foto: Michael Nachreiner

Er wolle die Heilbronner Falken weiter unterstützen. „Die können am wenigsten dafür.“ Der selben Meinung ist Wilfried Tengler aus Künzelsau. Er hat sein Zusatzticket vor Ort gekauft. „Wer Charakter hat, der muss eigentlich hier her gehen.“ Die 10 Euro seien da noch im Rahmen.

Etwas anders sieht das eine Frau aus Bad Rappenau. „Wenn ich 500 Euro für eine Dauerkarte bezahle will ich nicht noch 10 Euro zahlen.“ Trotzdem könne man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Die können nichts dafür“, sagt sie. „Wenn ich absolut dagegen wäre, hätte ich ja auch daheim bleiben können.“

Zusatztickets bei den Falken: An den Kassen geht es zügig

Ein weiterer Fan aus Bad Rappenau kommt seit 1986 zum Eishockey. Die Zusatzgebühr hält ihn nicht davon ab. „Ich möchte mich nicht zwischen Mannheim und Bietigheim entscheiden müssen, um Eishockey zu sehen.“ Jetzt müsse es darum gehen, die Saison zu Ende zu bringen. Dass die Eisbären des Heilbronner EC Dauerkartenbesitzer der Falken kostenlos oder vergünstigt reinlassen, finden die beiden eine tolle Geste.

Großen Andrang an den Kassen oder lange Wartezeiten gab es am Freitagabend nicht, die Zusatztickets sind blitzschnell gezogen. Vor der Halle wartet ein Heilbronner, der keine Dauerkarte hat - zu wenig Zeit und Schichtdienst. Gut findet er die Zusatztickets nicht, auch wenn es nicht anders geht. „Man hätte lieber noch eine Spendenaktion machen sollen.“ Zwei Heilbronner sind mit der gesamten Situation um die Heilbronner Falken unzufrieden. Die 10 Euro für ihre Zusatztickets zahlen sie, weil es anders nicht geht. „Man nimmt es halt hin.“ Immerhin: „So gut wie heute haben sie im ersten Drittel in den letzten zwei Monaten nicht gespielt.“ 

Die "Fanszene Heilbronn" fehlt fast komplett. Deshalb tun sich die Fans etwas schwer mit der Anfeuerung, weil die großen Stimmungsmacher nicht da sind. Aber die Falken sorgen dafür, dass genügend Stimmung aufkommt. Sie spielen wie entfesselt. Nach 20 Minuten führen sie mit 4:1.

 




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