Heilbronn ist Favorit für KI-Universität – laut CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel
Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Eppingen-Richen hat Manuel Hagel (CDU) seine Forderung nach einer Universität mit Schwerpunkt KI – möglicherweise in Heilbronn – wiederholt. Das ist die Idee dahinter.
Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Manuel Hagel, möchte bei einer gewonnenen Wahl eine zehnte Landesuniversität gründen. Diese Forderung hat er diesen Sonntag bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei im Eppinger Teilort Richen wiederholt. Ihr Schwerpunkt soll auf Künstlicher Intelligenz (KI) liegen. „Heilbronn ist für uns auf jeden Fall ein heißer Kandidat“, sagte Manuel Hagel zur Stimme. Über den Standort werde man aber mit Experten und Kommunen entlang fachlicher Kriterien entscheiden.
Manuel Hagel schließt sich der Meinung vieler an, wonach Deutschland gut in Grundlagenforschung sei. Mittelständler bräuchten jetzt aber Anwendungsorientierung. Man müsse sich mit Boston und Shanghai vergleichen. Das sei die Konkurrenz, sagte er. Deshalb benötige man das Dach einer Universität für Promotions- oder Masterstudiengänge.
Favorit für KI-Universität: „Haben Großes vor mit der Region Heilbronn“
Bayern hat vor wenigen Jahren die Technische Universität Nürnberg auf den Weg gebracht, die Kosten der Neugründung werden auf 1,2 Milliarden Euro beziffert. „Das kann man so nicht vergleichen, weil in Deutschland noch niemand eine KI-Universität hat“, sagte er. „Wir blicken eher nach Shanghai und Boston, wo es ähnliche Bemühungen gibt.“
Seinen Angaben zufolge fängt die KI-Uni ohnehin nicht bei null an. „Wir wollen alles Großartige, was in unserem Land schon vorhanden ist – was zum Beispiel die Schwarz-Gruppe in Heilbronn, das KIT oder das Cyber Valley machen – zusammenbinden in einer Alliance und darauf die KI-Universität aufsatteln.“ So würden Synergien geschaffen.
Die Dieter-Schwarz-Stiftung, SAP und Experten stünden hinter einer solchen Gründung, sagte Manuel Hagel. Bei KI muss es bei einem Wahlsieg der CDU in Heilbronn nicht bleiben: „Wir haben Großes vor mit der Region Heilbronn“, sagte er – auch, was die Medizintechnologie angehe. Details nannte er nicht.
Universität mit Schwerpunkt KI? Grüne Wissenschaftsministerin hält davon nichts
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) hält von einer weiteren Universität nichts. In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ sagte sie kürzlich, dass dies viel zu langsam und zu unflexibel sei. Schon im Frühjahr hatte sie gegenüber der Stimme darauf verwiesen, dass man im Land bereits auf einem exzellenten Niveau KI studieren oder promovieren könne. Zum damaligen Zeitpunkt habe es bereits 550 KI-Professuren im gesamten Land gegeben.
In Heilbronn tut sich in Sachen KI schon einiges. Dem Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai) haben sich schon 100 Unternehmen, Behörden und Verbände angeschlossen, der große Campus mit Büros und Laboren entsteht bei Heilbronn-Neckargartach. Damit nicht genug.
KI in Heilbronn: Es tut sich einiges
Vor allem mit finanzieller Unterstützung der Dieter-Schwarz-Stiftung ist auf dem Bildungscampus schon jetzt KI ein wichtiges Thema: Sei es am Campus Heilbronn der Technischen Universität München oder zukünftig auch an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, die in den nächsten Monaten die ersten Professuren für Heilbronn berufen möchte.
Zudem holt die Schwarz-Stiftung unter anderem die Max-Planck-Schools mit Nachwuchswissenschaftlern nach Heilbronn, auch darin soll es unter anderem um KI gehen. Das Graduiertenprogramm deutscher Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bringe Top-Talente in die Region, sagte vor einiger Zeit Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung.
Die Hochschule Heilbronn setzt ebenfalls auf angewandte KI. Die Universitäten Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen bauen gerade ein Landesgraduiertenzentrum für angewandte KI in Heilbronn auf.
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