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Debatte um zehnte Landesuni
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Kommt die KI-Universität nach Heilbronn? Diese Hürden sind zu nehmen

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CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel stößt eine Debatte um eine zehnte Landesuniversität mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz (KI) an. Die Stadt Heilbronn zählt hier zu den Favoriten. Das ist der Stand.


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Manuel Hagel, CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2026 und Fraktionsvorsitzender im Landtag, kann sich eine zehnte Universität im Land vorstellen. Beim Landesparteitag sagte er jüngst, dass der Schwerpunkt der Uni auf Künstlicher Intelligenz (KI) liegen könnte, seiner Einschätzung nach ist die Zeit dafür gekommen. Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) sieht das skeptisch, aber die Diskussion ist eröffnet. Heilbronn dürfte zu den Favoriten zählen.

Entschieden ist längst nichts, dazu wird es vor der Landtagswahl im kommenden Jahr vermutlich auch nicht mehr kommen. Nicht einmal zum Standort hat sich Manuel Hagel geäußert. Heilbronn dürfte bei solchen Überlegungen allerdings als Kandidat gesetzt sein, und das aus mehreren Gründen rund um den Bildungscampus Heilbronn, den die Dieter-Schwarz-Stiftung in schnellem Tempo entwickelt.

KI-Uni fürs Land: Deshalb ist Heilbronn ein Favorit

Erst kürzlich haben Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und drei Universitäten ihr Landesgraduiertenzentrum für Angewandte Künstliche Intelligenz vorgestellt, das mit Spitzen-Nachwuchsforschern nach Heilbronn kommen soll. Anfang kommenden Jahres soll es losgehen. Am Innovationspark für Künstliche Intelligenz (Ipai) siedeln sich gleichzeitig immer mehr Unternehmen und Organisationen an, das belgische Chip-Forschungsinstitut Imec kommt mit Landesunterstützung in die Region. Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich eröffnet unter anderem mit den Schwerpunkten KI und Cyber Security eine Außenstelle in Heilbronn.

Über eine neue Landesuniversität entscheiden das Kabinett und der Landtag, so das Wissenschaftsministerium auf Anfrage von stimme.de. Grundlage für eine Uni sind demnach „ein tragfähiges Konzept zu Governance, Forschung, Studium und Lehre sowie ein anschlussfähiges wissenschaftliches Profil der Universität“, so Matthias Schmid. Der Pressesprecher des Ministeriums ergänzt, dass hierzu eine Begutachtung des Konzepts durch den Wissenschaftsrat empfehlenswert sei.

Heilbronn wird Universitätsstadt: Im Februar 2020 bekommt die Stadt neue Ortsschilder, angebracht wird eines in Sontheim von Innenminister Thomas Strobl (links) und Oberbürgermeister Harry Mergel.
Heilbronn wird Universitätsstadt: Im Februar 2020 bekommt die Stadt neue Ortsschilder, angebracht wird eines in Sontheim von Innenminister Thomas Strobl (links) und Oberbürgermeister Harry Mergel.  Foto: Veigel\, Andreas

So groß sollte eine neue Uni laut Wissenschaftsrat sein

Auch zur Größe von neuen Universitäten gibt es Erfahrungen. „Für die Aufbauphase empfiehlt der Wissenschaftsrat universitätsgleichen privaten Hochschulen mindestens 18 hauptberufliche Professuren zuzüglich Sach- und Bauinvestitionskosten“, so Matthias Schmid.

Das Ministerium rechnet damit, dass von Konzeption bis zur Errichtung der Hochschule drei bis fünf Jahre vergehen. Matthias Schmid verweist zudem auf die Kosten: Die Gründung der TU Nürnberg hat den Freistaat Bayern beispielsweise 1,2 Milliarden Euro gekostet. Die Technische Universität Nürnberg versteht sich als erste KI-Universität Deutschlands, Bayern gründete sie Anfang 2021.

KI-Forschung im Land: Das tut sich bereits

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski äußert sich ebenfalls zurückhaltend zu einer neuen KI-Uni im Land. „Wer in Baden-Württemberg auf exzellentem Niveau KI studieren oder promovieren will, kann das längst und an verschiedenen Standorten tun.“ Die Grünen-Politikerin ergänzt gegenüber stimme.de: „Und wir haben bereits heute 550 KI-Professuren im gesamten Land eingerichtet.“




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