Unterdessen wächst auch der Campus Heilbronn der TUM. Kürzlich wurde bekannt: Die TUM richtet laut einer Pressemitteilung mit Unterstützung der Péter-Horváth-Stiftung eine neue Professur für Controlling und KI ein. Die Stiftung wird die Forschung und Lehre mit drei Millionen Euro fördern. Die Professur wird am TUM Campus Heilbronn eingerichtet, der den digitalen Wandel der Unternehmenswelt erforscht. Die Forscher wollen eng mit der Praxis kooperieren – sowohl hinsichtlich der KI-Entwicklung als auch mit möglichen Anwendern.
Spitzenforschung für Heilbronn: Drei Unis kooperieren bei angewandter KI
Unter Federführung des KIT aus Karlsruhe kooperieren die Universitäten Stuttgart und Tübingen bei der angewandten Künstlichen Intelligenz. Sie bringen ein Landesgraduiertenzentrum nach Heilbronn. Das sind Details.

Heilbronn wird zum Zentrum für Spitzenforschung. Mit Unterstützung der Dieter-Schwarz-Stiftung, die schon viele Wissenschaftler nach Heilbronn auf den Bildungscampus gebracht hat, kommt ein Landesgraduiertenzentrum in die Stadt. Unter Federführung des KIT aus Karlsruhe kooperieren die Universitäten Stuttgart und Tübingen, um Spitzennachwuchs aus dem Bereich „Angewandte Künstliche Intelligenz (KI)“ zu gewinnen. Das sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski, als sie die Details präsentierte.
Baden-Württemberg bleibe dynamisch und in Bewegung. Man wolle sich nicht ausruhen auf dem, was man habe, sagte die Ministerin. Hier möchte das Landesgraduiertenzentrum für angewandte KI ansetzen und jene Themen aufgreifen, die in der Wirtschaft von „enormer Relevanz“ sind, sagte Petra Olschowski in Stuttgart. 30 Millionen Euro jährlich will das Land in das Zentrum stecken, an dem zehn Professuren mit 57 Promovierenden sowie 19 Postdoktoranden tätig sein sollen.
Landesgraduiertenzentrum kommt nach Heilbronn: Die ersten Professuren werden im Sommer ausgeschrieben
Die ersten Professuren sollen diesen Sommer ausgeschrieben werden, die Gründung ist für den Jahreswechsel geplant, der Endausbau für 2029.
Petra Olschowski hob die Bedeutung von Heilbronn hervor, was für die Ansiedlung mitentscheidend sei. Dort befindet sich bereits der Innovationspark für Künstliche Intelligenz (Ipai), das belgische Chipforschungsinstitut Imec will ebenfalls kommen.
Auch die Hochschule Heilbronn ist bei KI tätig
Zudem sind auf dem Bildungscampus in Heilbronn Fraunhofer-Institute sowie Technische Universität München (TUM) vertreten, die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich baut einen Ableger auf. Das Landesgraduiertenzentrum ergänze die Angebote der Hochschule Heilbronn, sagte die Ministerin, es sei kein Wettbewerber, auch nicht zur Dualen Hochschule. Man wolle die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken. „Dort entsteht ein Umfeld, das für die Themen relevant ist.“
Professor Oliver Kraft, Vizepräsident Forschung des KIT, warnte bei der Vorstellung der Details davor, immer nur auf einzelne Akteure zu schauen. Man müsse Grenzen überwinden. Bei KI müssten alle zusammenarbeiten, „sonst verlieren wir den Wettbewerb“. Mit der Hochschule in Heilbronn habe er noch nicht gesprochen, gut laufe aber die Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Karlsruhe, sagte er. In Heilbronn wolle man mit weiteren Akteuren zusammenarbeiten.
Nachwuchswissenschaftler nach Heilbronn: Auch die Max-Planck-Schools kommen
So sollen über die Max-Planck-Schools sehr gute Nachwuchswissenschaftler nach Heilbronn kommen. Das Graduiertenprogramm von 26 deutschen Universitäten und 35 außeruniversitären Forschungseinrichtungen bringe Top-Talente in die Region, sagte kürzlich Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung. Er betonte: Die Forscher arbeiteten zwar an ihren Universitäten, die zentralen Veranstaltungen sollen zukünftig in Heilbronn stattfinden. Drei solcher Schulen gebe es für die Themen Cognition, Matter to Life und Photonics, drei weitere sollen in Heilbronn hinzukommen. Geilsdörfer hofft, dass es dabei um Themen wie Künstliche Intelligenz, Quantum oder Chipdesign geht.
Die Stiftung ist auch Partner des Landesgraduiertenzentrums, stellt dem Land die Räume zur Verfügung. „Wir begrüßen die Einrichtung eines Landesgraduiertenzentrums in Heilbronn als bedeutende Bereicherung für die regionale Wissenschaftslandschaft“, so Geilsdörfer gegenüber stimme.de. „Dieses Zentrum stellt eine hervorragende Ergänzung zu unseren bisherigen Projekten dar und unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft in der Region.“
Diese Bereiche will das Landesgraduiertenzentrum abdecken
Das Landesgraduiertenzentrum will im Bereich Angewandter KI forschen. Robotic ist genauso ein Thema wie autonomes Fahren, auch der Stromverbrauch rückt in den Fokus. Chipdesign und Cyber Security, also die Sicherheit von Daten, seien ebenso wichtig, nannte Oliver Kraft vom KIT einige Beispiele.
Weltweit gebe es einen Wettbewerb um die besten Forscher. Mit dem Landesgraduiertenzentrum wolle man einen Leuchtturm schaffen, um Promovierende nach Baden-Württemberg zu bringen. Und sie sollen hier bleiben, eigene Firmen gründen oder in den ansässigen Firmen arbeiten.
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