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Mehr Haus- und Kinderärzte in Heilbronn: Stadt will Versorgungslage verbessern

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Die Stadt Heilbronn will auf die angespannte Versorgungssituation bei Haus- und Kinderärzten reagieren – mit fünf Maßnahmen. Denn die Lage droht sich zu verschärfen. 


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Wenn Praxen schließen, sind die betroffenen Patienten besorgt. So wie in Heilbronn-Kirchhausen, wo ein Hausarzt den Ort verlässt und nach Fürfeld umzieht. Ein Heilbronner Ärztesprecher hat bereits 2023 einen Hausärzte-Mangel prognostiziert. Und auch die Stadt Heilbronn sieht weitere Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung durch Haus- und Kinderärzte.

In einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt heißt es: „Schon heute ist fast die Hälfte der im Stadtgebiet tätigen Hausärztinnen und Hausärzte über 60 Jahre alt.“ Also bald im Rentenalter. Heilbronn plant nun mehrere Maßnahmen, um die Versorgungssituation zu verbessern.  

Problematische Versorgung mit Haus- und Kinderärzten: Das plant die Stadt Heilbronn

Ein Bericht des Gesundheitsamts zeigt laut der Mitteilung, dass die Zahl der Patienten pro Hausarzt in den vergangen Jahren gestiegen ist. Einige Leistungen wie etwa Hausbesuche werden reduziert – eine Entwicklung, die vor allem ältere oder soziale benachteiligte Menschen trifft.

„Wir wollen frühzeitig handeln und nicht erst reagieren, wenn es zu spät ist“, betont Bürgermeisterin Agnes Christner. Und zwar mit diesen fünf Maßnahmen:

  • Stipendien für Medizinstudenten
  • Unterstützung der Facharztweiterbildung Kinderheilkunde
  • Förderung neuer Arztpraxen

  • U-Untersuchungen im Gesundheitsamt
  • Schulgesundheitsfachkräfte als Modellprojekt

Um den medizinischen Nachwuchs zu fördern, werden gemäß des Maßnahmenkatalogs jährlich bis zu drei Stipendien an Medizinstudenten vergeben. Sie verpflichten sich im Gegenzug, später zunächst in Heilbronn tätig zu werden. Zudem will die Stadt Praxen finanziell unterstützen, die Kinderärzte in Weiterbildung beschäftigen. Für neue Arztpraxen stellt Heilbronn laut des Vorhabens bis zu 30.000 Euro bereit und hilft bei der Suche nach Praxisräumen – besonders in unterversorgten Stadtteilen.

Versorgung mit Ärzten in Heilbronn: U-Untersuchungen für Kinder im Gesundheitsamt

Als kurzfristige Maßnahme übernimmt das Gesundheitsamt U-Untersuchungen (U7a und U8), durchgeführt von einer erfahrenen Kinderärztin. Ergänzend startet ein dreijähriges Modellprojekt mit Schulgesundheitsfachkräften an zwei Schulen. Diese leisten Erste Hilfe, fördern Gesundheit und entlasten die kinderärztliche Versorgung.

Maßnahmen sind nötig. Erst kürzlich hat ein Heilbronner Kinderarzt gegenüber der Heilbronner Stimme gesagt, dass eine Versorgung aktuell nicht gewährleistet ist. Einer Familienberaterin sind gar Fälle bekannt, bei denen Familien wegen des Kinderärzte-Mangels 60 Kilometer Fahrt für einen Praxisbesuch in Kauf nehmen. 




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