30 Künstler zeigen Werke über "Blaue Welten" in der Zeag

Heilbronn  210 Werke aus der Freien Kunstschule von Malte Wiethüchter sind noch bis September in den Räumen des Energieversorgers Zeag in Heilbronn zu sehen. Sie beziehen die Farbe Blau ganz unterschiedlich auf Musik.

Von Michelle Christin List
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Zur Ausstellung der freien Kunstschule von Malte Wiethüchter hat auch seine Studentin Susanne Grimmeisen einige Werke geschaffen.

Foto: Matthias Heibel

Ein paar rote Punkte sind schon zu sehen. Das bedeutet, dass ein Kunstwerk verkauft ist. "Kein Wunder, die Ausstellungen von Malte sind ja immer richtig gut", sagt Zeag-Mitarbeiterin Barbara Lang. In den Räumen des regionalen Energieversorgers organisiert sie die Ausstellungen regionaler Künstler. Zum dritten Mal ist der Heilbronner Malte Wiethüchter einer davon.

In der Jubiläumsausstellung zum 30-jährigen Bestehen seiner Freien Kunstschule sind vor allem die Werke von Wiethüchters Schülern zu sehen. Eine davon ist die 63-jährige Susanne Grimmeisen. "Schon in meiner Jugend habe ich total gerne gemalt und gezeichnet, später dann an der Pädagogischen Hochschule Kunst studiert", sagt die ehemalige Schulleiterin. Seit 25 Jahren besucht sie Wiethüchters Kunstschule.

Blau als Farbe der Sehnsucht

Für die Ausstellung haben 30 Kunstschüler auf unterschiedliche Weise Kunst und Musik verbunden. Fast immer mit dabei: Die Farbe blau. "Kaum etwas in der Welt ist wirklich blau, und dennoch ist es die beliebteste Farbe", betont Wiethüchter. "Es ist die Farbe der Sehnsucht, des Innenlebens."

Zwei Jahre lang haben die Kunstschüler an den Werken gearbeitet

Instrumente, Dirigenten, musizierende Frauen, die Noten von Schuberts F-Moll-Fantasie, ein Plattenspieler aus Draht, jede Menge Gitarren - 210 ganz unterschiedliche Werke sind innerhalb von zwei Jahren entstanden. Neben Gemälden gehören auch Plastiken und Skulpturen zur Ausstellung. So zum Beispiel zwei abstrakte, ineinander verschlungene Tangotänzer.

Einen Kontrast bildet die Sängerin mit Messer in der Hand. "Jeder verbindet eben etwas anderes mit Musik. Wenn man Farben bewegt, bewegt man auch das eigene Innere", sagt der 71-jährige Kunstlehrer.

Abgesehen von der Vorgabe, mit Nordic Blau zu spielen und einen musikalischen Bezug herzustellen, wollte Wiethüchter seinen Schülern so viel Freiraum wie möglich lassen. Auch vom Kunstlehrer selbst ist hier so einiges zu sehen. Zwei Metallklöppel, die an der Decke herabhängend Spuren in einem Kreis aus blauem Sand hinterlassen. Oder der "Chor der Dirigenten", bestehend aus Elektroschrott.

Viele Werke zur Oper "Die Frau ohne Schatten"

Im ersten Stock hängen jede Menge Bilder zur Oper "Die Frau ohne Schatten". Hier hat jeder Künstler seine eigene Serie zur Märchenoper entworfen. "Hängst du hier nicht auch irgendwo?", fragt Wiethüchter seine Studentin Grimmeisen.

Und ob. Sieben Bilder sind von ihr. Anhand dieser erzählt sie die Geschichte der Märchenoper: "Die junge Kaiserin, die Fische als Symbol für ungeborene Kinder, die Bergwelt, der rote Falke, die Schwermut, der Verzicht auf den Schatten, wie sie zum Menschen wird."

Viele Monate hat sich Grimmeisen mit den Werken beschäftigt, nicht nur in der Kunstschule, auch zu Hause. Nun hofft sie, dass auch einige ihrer Werke bis zum Ausstellungsende im September ein roter Punkt schmückt.

 

 


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