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Eklat und Zölle
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Reisebüro und Schüleraustausch: Wollen Menschen aus der Region Heilbronn-Hohenlohe noch in die USA reisen?

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Zwischen den USA und Europa wachsen politische Spannungen, wie wirkt sich das auf den Reiseverkehr aus? Die Heilbronner Stimme hat bei Reisebüros und einer Schule mit US-Austauschprogramm nachgefragt. 

In die Nähe von Chicago liegt die Partnerschule des Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasiums. Wie hat sich das Reiseverhalten in die USA angesichts der politischen Spannungen verändert?
In die Nähe von Chicago liegt die Partnerschule des Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasiums. Wie hat sich das Reiseverhalten in die USA angesichts der politischen Spannungen verändert?  Foto: dpa

Der Eklat rund um den Besuch des ukrainischen PräsidentWolodymyr Selenskyj im Weißen Haus, der angekurbelte Zoll-Streit und verbale Anfeindungen sind Ausprägungen der anderen Seiten, die Trump innerhalb des „Westens“ seit seinem Amtsantritt im Januar aufzieht.

Die Beziehungen der Verbündeten Europa und den Vereinigten Staaten verändern sich. Doch was macht das mit Menschen, die den Atlantik überqueren? Die Heilbronner Stimme hat sich bei Reisebüros und einer Schule mit US-Austauschprogramm umgehört. 

Gibt es Zögerlichkeit bei Reisen in die USA aus politischen Motiven?

Bei Pauline Spies vom Reisebüro Michigan Tours in Heilbronn und Neckarsulm ist keine Zurückhaltung angekommen. Die Nachfrage nach Reisen in die USA sei gleichbleibend. „Mit Sicherheit gibt es da Verschiebungen, aber in der Masse gab es keine Veränderung“, sagt die Inhaberin.

Das Thema Zögerlichkeit bei Reisen aufgrund der politischen Situation sei in den vergangenen Jahren schon beispielsweise beim Reiseziel Türkei aufgekommen. Aber bei ihren Buchungen habe sie es auch in diesem Fall nicht bemerkt, so Spies.

Zurückhaltung bei USA-Reisen in Güglingen: Liegt es am Preis?

Eine gewisse Zurückhaltung bei Reisen in die USA bemerkt Maria Langjahr vom Reisebüro Langjahr in Güglingen. Früher wären Reisen in die USA sehr stark gefragt gewesen, während Corona sei die Nachfrage dann eingebrochen und aktuell eher durchwachsen.

„Normalerweise hätten wir jetzt im Januar, Februar die ersten Planungen für Reisen im Sommer gesehen, beispielsweise für Mietwagen-Rundreisen oder Städtereisen“, sagt die Geschäftsführerin. Eine definitive Erklärung für die leichte Flaute bei der Nachfrage hat die Geschäftsführerin nicht parat. Sie vermutet, es könne an der politischen Situation liegen, aber auch die Preise seien bei Reisen in die Vereinigten Staaten ein Thema. 

USA-Reisen: Einreisegenehmigung wird bei Reisebüro in Heilbronn vorsichtshalber früher beantragt

Bei Julian Braunecker vom Heilbronner Reiseservice Braunecker sei die Nachfrage nach Reisen in die Staaten hoch. „Ich glaube, die Leute trennen das gut“, sagt der Inhaber zur Beziehung zwischen Reiselust und politischer Situation in den USA. 

Eine Veränderung gäbe es bei ihm im Reiseservice jedoch: Die Einreisegenehmigung in die USA, ESTA (Electronic System for Travel Authorization, zu Deutsch: Elektronisches System zur Einreisegenehmigung), beantrage Braunecker für seine Kunden mittlerweile direkt nach der Buchung, falls sich an den Einreisebestimmungen etwas ändern würde, wären die Kunden mit einer bereits erteilten Genehmigung auf der sicheren Seite.

Robert-Mayer-Gymnasium zu USA-Austausch: „Es ist uns ein Anliegen, dass es weiter geht.“ 

Antje Kerdels, Schulleiterin des Robert-Mayer-Gymnasiums, sieht im Licht der Spannungen der transatlantischen Beziehungen keine Veränderungen in der Beziehung zur Evanston Township High School in der Nähe von Chicago, mit der die Heilbronner Schule ein Austauschprogramm pflegt.

„Es sind ja immer noch die gleichen Menschen. Die haben sich ja nicht verändert“, sagt Kerdels. Die Rektorin sieht es als eine wichtige Aufgabe von Schulen, solche Beziehungen aufrechtzuerhalten und zur internationalen Verständigung beizutragen.

Im Juni 2024 wären die Schüler von dem Heilbronner Gymnasium zuletzt dort gewesen, weiß Steffen Utech, der für den Austausch verantwortlich ist. Diesen Oktober kämen die Amerikaner nach Heilbronn. Angesichts von Brüchen in den politischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA sagt die Schulleiterin über ihr Austauschprogramm: „Es ist uns ein Anliegen – und das haben uns unsere amerikanischen Partner auch so zurückgemeldet – dass es weiter geht.“ 

Reisebüro in Künzelsau: Zurückhaltung bei USA-Reisen vorstellbar

Bei Peggy Schmidt vom TUI Reisecenter in Künzelsau sei die Nachfrage nach Reisen in die Vereinigten Staaten sowieso seit einigen Jahren gering. „Viele wollen hingehen“, aber es sei auch eine Preisfrage, berichtet sie. „Aufgrund der politischen Lage könnte ich mir schon vorstellen, dass es weiter zurückgeht“, sagt sie. Wirklich beweisen könne sie das aufgrund der generell niedrigen Nachfrage nach US-Reisen bei ihr im Büro allerdings nicht. 

Ein paar Menschen würden die durch die Corona-Pandemie geplatzte Reise nun nachholen, sagt Schmidt, aber ansonsten herrsche wenig Nachfrage für Reisen in die Staaten. 

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