Das sind die Kosten für Kommunal- und Europawahl
330.000 Wahlberechtigte sind am Sonntag in der Stadt und im Landkreis Heilbronn zur Kommunalwahl aufgerufen. Gewählt werden kann von 8 bis 18 Uhr. Eine teure Angelegenheit für die Gemeinden, aber auch den Bund.

Rund 88.000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in der Stadt und 242.000 im Landkreis Heilbronn können am Sonntag für die nächsten fünf Jahre in ihren Kommunen die Weichen bei der Kommunalwahl stellen. Gewählt werden Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie der Kreistag. Wegen der zeitgleich stattfindenden Europawahl werden die Ergebnisse der Kommunalwahl erst am Montag ermittelt. Die Auszählung des Kreistags kann sich bis Mitte nächster Woche hinziehen.
Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Stimmzettel für die Kommunalwahl wurden in den vergangenen Tagen zugestellt. Der Einfachheit halber sollte ein Stimmzettel ausgefüllt ins Wahllokal mitgebracht werden. Den Stimmzettel für die Europawahl gibt es im Wahllokal.
Besonderes Auszählverfahren bei der Kommunalwahl: Kleinere Parteien profitieren
Die Verteilung der Gemeinderatsmandate erfolgt nach dem Höchstzahlverfahren nach Sainte-Laguë/Schepers. Dabei werden die Gesamtstimmenzahlen der einzelnen Wahlvorschläge durch die Zahlen 1, 3, 5, 7 usw. dividiert. Nach diesem Zählverfahren profitieren kleinere Parteien und Gruppierungen. In Heilbronn kandieren beispielsweise zwölf Parteien und Wählervereinigungen mit insgesamt 475 Bewerbern.
Vor fünf Jahren mussten insbesondere die CDU und die SPD deutliche Stimmenverluste hinnehmen, so dass die CDU nur noch mit neun und die SPD mit acht Sitzen im Gemeinderat vertreten waren. Wahlgewinner waren die Grünen, die auf acht Mandate kamen und das zweitbeste Stimmenergebnis einfuhren.
Teure Angelegenheit: Das sind die Kosten für Kommunal- und Europawahl
Die Kosten, die den Kommunen für die Europa- und Kommunalwahl entstehen, können aktuell nur mit Planzahlen hochgerechnet werden. Am Beispiel von Heilbronn ergeben sich somit nach Angaben der Stadtkämmerei folgende Kostenannahmen: Der Aufwand für die Europa- und Gemeinderatswahl sowie die mitberücksichtigte Personalratswahl für die Stimmzettelherstellung belaufen sich auf 279.500 Euro.
Die Kosten für die Wahlen (Porto) liegen bei 272.600 Euro. Für die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Wahlhelfer sind 70.800 Euro eingestellt. Für die Abwicklung der Europawahl erstattet der Bund 72.500 Euro.
In den 46 Heilbronner Landkreiskommunen stehen insgesamt Hunderte Bewerber zur Wahl. Die Größe der jeweiligen Gemeinderäte hängt von der Einwohnerzahl des Ortes ab. In Eppingen zum Beispiel sind 29 Stadträte zu wählen, in Neckarsulm und Brackenheim je 26 und in Wüstenrot 16. Die Wahlberechtigten können einzelnen Kandidaten maximal drei Stimmen geben. Zulässig ist auch, Namen von anderen Parteien und Vereinigungen auf eine Liste zu übertragen.
91 Wahlvorschläge bei der Kreistagswahl zugelassen
Der Kreiswahlausschuss hat unter Leitung von Landrat Norbert Heuser alle für die Kreistagswahl am 9. Juni eingereichten 91 Wahlvorschläge zugelassen. CDU, Freie Wähler, SPD, Grüne, AfD, FDP, ÖDP und Die Linke treten in allen elf Wahlkreisen an. Die Partei Die Basis in drei Wahlkreisen.
Die Zahl der Kreisrätinnen und Kreisräte richtet sich nach der Einwohnerzahl des Landkreises. Im Landkreis Heilbronn sind somit 68 reguläre Sitze zu besetzen. Aufgrund von Ausgleichssitzen besteht der aktuelle Kreistag aus 76 Mitgliedern. Auf den 91 Wahlvorschlägen sind 594 Bewerberinnen und Bewerber aufgeführt, von ihnen sind 406 Männer und 188 Frauen. Der jüngste Bewerber ist 17 Jahre, der älteste Bewerber 82 Jahre alt. Zur Wahl stellen sich sieben Landtagsabgeordnete und 34 Bürgermeister.
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