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Heilbronner Schmuggel-Affäre: Weiterer Tatverdächtiger gefasst

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Ein Bediensteter im Heilbronner Gefängnis hat gestanden, zwei Handys geschmuggelt zu haben. Seinen Job ist der Mann los. Die Ermittlungen gehen weiter.

Von Helmut Buchholz
Die Schmuggel-Affäre in der JVA Heilbronn weitet sich aus. Foto: Andreas Veigel
Die Schmuggel-Affäre in der JVA Heilbronn weitet sich aus. Foto: Andreas Veigel

In der Schmuggel-Affäre in der Heilbronner Justizvollzugsanstalt (JVA) haben die Fahnder einen weiteren Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um einen Bediensteten. Die Polizei hat seinen Spind im Gefängnis und die Wohnung des 35-Jährigen durchsucht und dabei "Beweismittel" sichergestellt. 

Welche, verrät die Staatsanwaltschaft nicht. Der Verdächtige hat aber schon gestanden, zwei Mobiltelefone in die JVA geschmuggelt zu haben. Im Gegenzug soll er dafür Schmiergeld von Häftlingen erhalten haben.

Staatsangehörigkeit wird geprüft

Ob der 35-Jährige für weitere Taten in Frage kommt, sei Gegenstand der Ermittlungen, heißt es in der Polizeimeldung. Der Mann bleibt auf freiem Fuß, erklärt Staatsanwalt Martin Renninger. Vorläufig lägen keine Haftgründe vor.

Seinen Job ist der Beschuldigte allerdings schon los. Auf Stimme-Anfrage teilt ein Sprecher des Justizministeriums mit, dass der JVA-Bedienstete gestern einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe. Er sei kein Beamter, sondern Tarifbeschäftigter gewesen. Unklar ist noch die Staatsangehörigkeit. Der 35-Jährige sei im Irak geboren worden. "Wir gehen davon aus, dass er Iraker ist", sagt Polizeisprecher Rainer Köller. Die Staatsangehörigkeit werde aber noch geprüft.

Fünf Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft

Die Vorwürfe gegen einen anderen Bediensteten in der JVA hätten sich dagegen nicht erhärten lassen, melden Polizei und Staatsanwaltschaft. Gegen diese Person werde nicht mehr ermittelt. Insgesamt seien nun sieben Bedienstete des Heilbronner Gefängnisses wegen Bestechlichkeit im Fokus. Der 37-jährige hauptverdächtige Vollzugsbeamte sitzt in Untersuchungshaft. Fünf Beschuldigte sind vom Dienst suspendiert. Die Polizei ermittelt außerdem gegen Haftinsassen, ehemalige Strafgefangene und Personen aus ihrem Umfeld. Vier von ihnen sitzen in U-Haft.

Das Justizministerium untersucht, ob die Heilbronner Anstaltsleitung schon länger über die Schmuggel-Aktivitäten Bescheid wusste und zu wenig dagegen unternommen hat.


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