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Unfälle nehmen zu
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Fast 5000 Temposünder pro Woche: Neckarsulmer Polizeirevier meldet mehr Verstöße

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Straftaten gehen im Neckarsulmer Polizeirevier zurück, Verkehrsdelikte nehmen zu: Fast 5000 Temposünder werden in einer Woche erwischt. Unfälle mit E-Scootern häufen sich drastisch.


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Bei der jährlichen Kriminalitätsstatistik, die zum ersten Mal Polizeidirektorin Ute Scholpp als Revierleiterin vorstellte, gibt es Licht und Schatten: Die Zahl der Straftaten im Neckarsulmer Polizeirevier ist insgesamt leicht zurückgegangen. Landesweit hat man im Heilbronner Raum sogar den niedrigsten Wert auf 100.000 Einwohner gerechnet.

Zu schnell und mit Alkohol – die häufigsten Unfallursachen im Polizeirevier Neckarsulm

Sorge bereitet aber der Verkehrsbereich: Die Zahl der Unfälle nimmt zu. Auch die der Verletzten. 13 Prozent waren es im Jahr 2024 mehr. Die Gründe sind Missachtung der Vorfahrt oder der Geschwindigkeit. Auch das Fahren unter Alkoholeinfluss als Unfallursache hat stark zugenommen – um 58 Prozent. 

Unfälle mit Radfahrern nehmen zu, wobei die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer meistens die Opfer sind. Auch bei den E-Scootern gibt es eine stetige, mittlerweile deutliche Steigerung der Unfallzahlen. „Erschreckend“ findet Scholpp die mit 664 hohe Zahl an Unfallfluchten. 

Polizeirevier Neckarsulm: Stationäre Blitzer haben nur begrenzten Effekt

Im ganzen Revier, das 16 Gemeinden bis Roigheim umfasst, könne man aber keinen speziellen Unfallschwerpunkt ausmachen. In Neckarsulm im Landkreis Heilbronn fällt die Menge an Geschwindigkeitsübertretungen auf, die der Leiter des Ordnungsamts, Jürgen Rixinger, erläuterte. Die Blitzersäulen an der B27 erwischten 13.500 Temposünder, während an der Saarstraße, wo Tempo 30 gilt, die Zahlen deutlich zurückgehen. 

„Die Blitzersäulen haben eher abschreckende Wirkung“, sagte Rixinger. „Danach wird aber wieder Gas gegeben.“ Das „beste Mittel für die Verkehrserziehung“ seien mobile Anlagen wie der Trailer. In einer Woche habe man bei der Shell-Tankstelle 4.800 Verstöße festgestellt. „Das sollten wir öfter machen.“

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Der Stadtkasse bringen die Kontrollen viel Geld. Alleine 120.000 bis 150.000 Euro habe der Einsatz des Trailers in der Kanalstraße gebracht. Die Kosten von 50.000 Euro für einen Kameraeinsatz und die zusätzliche halbe Stelle im Vollzugsdienst bringen also mehr Geld ein als sie kosten. „Und das trägt auch zur Verkehrssicherheit bei.“

Gemeinderat in Neckarsulm sorgt sich um Personalstärke bei der Polizei

Vom Gemeinderat gab es viel Lob und Zustimmung zur Arbeit der Polizei und des Vollzugsdiensts. Wichtig sei die Präsenz, die man mit den Polizeiposten in Bad Friedrichshall, Gundelsheim und Neuenstadt sowie dem Streifendienst 24/7 erreichen will. „Wir machen regelmäßige Kontrollen trotz angespannter Personaldecke“, erklärte Scholpp. 

82 Einsatzkräfte für 110.000 Einwohner seien aber nach wie vor zu wenig. Zuständig ist das Polizeirevier für 16 Kommunen mit insgesamt 390 Quadratkilometern Fläche. „Meine Mitarbeitenden sind sehr engagiert“, lobte die Leiterin die Moral der Truppe. Auch die sehr hohe Aufklärungsquote bei Straftaten spreche für die Polizeiarbeit im Revier. 

Ungeduld und Aggressivität gegenüber Polizei in Neckarsulm

Die Sollstärke wären 100 Mitarbeiter, sagte Karl-Heinz Ullrich (SPD). „Müssen wir da mehr Druck machen?“ Ute Scholpp beruhigte: „Wir sind an dem Thema dran.“ Problematisch sei mitunter die Anspruchshaltung und Ungeduld der Anrufer. „Manchmal muss man nicht nur beim Arzt, sondern auch bei der Polizei warten.“ 

Vermehrt gebe es auch Aggressivität und sogar tätliche Angriffe bei Einsätzen. „Unsere Mitarbeitenden sind geschult, möglichst deeskalierend vorzugehen. Wenn eine Grenze überschritten ist, greifen wir aber auch ein.“ Jede Beleidung und jeder tätliche Angriff werden zur Anzeige gebracht. 

Mehr Kinder werden kriminell – das sind die Gründe

Sorge machte Stefan Müller (Grüne), dass Kinder öfter in der Kriminalitätsstatistik auftauchen. „In den Schulen geht es ruppiger zu“, sagte Alfred Wüst. „Vieles wird nicht mehr intern geklärt, man geht schneller zur Polizei“, erklärte der Leiter des Bezirksdienstes das veränderte Anzeigeverhalten, das auch zu mehr minderjährigen „Straftätern“ führe. 

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