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„Höchste Verarbeitungsform von Cannabis“: Social-Clubs im Raum Heilbronn geben Einblicke

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Die Teams der Cannabis Social Clubs (CSC) „Lollipot“ und „Royal-Haze“ aus dem Raum Heilbronn sind mit der Entwicklung ihrer Mitgliederzahlen zufrieden. Bei der Gesetzgebung verlangen sie seitens der Politik aber Anpassungen.


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Tristan Stohs hat sich einen Traum erfüllt: Zusammen mit seinem Team im Cannabis Social Club (CSC) „Lollipot“ in Langenbrettach hat es der 27-Jährige geschafft, sogenanntes Hash Rosin herzustellen. „Das ist die höchste Verarbeitungsform von Cannabis“, berichtet Stohs. In einem aufwendigen Verfahren wird das bei der Ernte gewonnene Haschisch zunächst eingefroren und später gepresst. „Hash Rosin hat einen THC-Gehalt von etwa 80 Prozent“, sagt das Vorstandsmitglied. 

Die rund 20 Cannabis-Sorten im Angebot des CSC „Lollipot“ in Langenbrettach haben oft einen THC-Gehalt von etwa 20 Prozent. Tristan Stohs: „Kein Cannabis-Produkt ist intensiver im Geschmack als Hash Rosin.“ Ihm sei nicht bekannt, dass ein anderer CSC in der Region Heilbronn diese Ware im Angebot habe.

Zum Welt-Cannabis-Tag „420“ gibt es in Langenbrettach Hash Rosin

An diesem Montag ist Welt-Cannabis-Tag. Der 20. April, in der US-amerikanischen Datumsanzeige 4/20, ist die terminliche Entsprechung des Begriffs „420“, der sich in der Cannabis-Szene als Codewort für eine Verabredung zum Kiffen um 16.20 Uhr etabliert hat. Tristan Stohs: „Mich freut es, dass wir unseren mittlerweile 120 Mitgliedern pünktlich zu diesem Datum das Hash Rosin anbieten können.“

Das geschmacksintensive Hash Rosin hat einen THC-Gehalt von etwa 80 Prozent.
Das geschmacksintensive Hash Rosin hat einen THC-Gehalt von etwa 80 Prozent.  Foto: Hagmann, Daniel

Seit gut zwei Jahren, seit dem 1. April 2024, ist es in Deutschland möglich, Cannabis legal zu erwerben. Dafür muss man Mitglied in einem CSC sein. Diese dürfen seit dem 1. Juli 2024 den Betrieb aufnehmen. „Wir wachsen konstant jeden Monat um fünf bis zehn Mitglieder“, berichtet Tristan Stohs. Derzeit baut er mit seinem Team 213 Hanfpflanzen an. Entscheidend sind die Blüten der Pflanzen. Diese enthalten die Trichome und damit den Wirkstoff THC.

Cannabis Social Clubs: Bis zu 50 Gramm Haschisch pro Mitglied im Monat

Nach dem Trocknen kann der Vorstand des CSC „Lollipot“ das Haschisch an seine Mitglieder herausgeben. Bis zu 50 Gramm darf man als Einzelperson pro Monat erwerben. Stohs freut sich: „Unsere Erträge werden immer besser. Das Klima, unter dem die Hanfpflanzen aufwachsen, ist das Entscheidende. Hierbei haben wir verschiedene Umluftmodelle ausprobiert und die Temperaturen sowie die Luftfeuchtigkeit angepasst.“ Das macht für den CSC „Lollipot“ mittlerweile gute zehn Kilogramm getrocknetes Haschisch pro Ernte.

Nach dem Ernten werden die Cannabis-Blüten mehrere Wochen zum Trocknen aufgehängt.
Nach dem Ernten werden die Cannabis-Blüten mehrere Wochen zum Trocknen aufgehängt.  Foto: Hagmann, Daniel

Auch das Team des CSC „Royal-Haze“ in Bad Wimpfen ist mit der Entwicklung zufrieden. „Wir haben mittlerweile 70 Mitglieder“, berichtet Vorsitzender Max Christian Klenk. Entgegen der Vermutung, dass nur Jugendliche Cannabis konsumieren, ist das Publikum bei beiden Clubs durchmischt. Klenk: „Unsere Mitglieder kommen aus allen Altersgruppen und allen Bereichen der Gesellschaft. Es ist toll, dass das Thema Cannabis so viele unterschiedliche Leute verbindet, man sich beim Abholen des Materials oder bei der Mitgliederversammlung kennenlernt und  miteinander ins Gespräch kommt.“ 

Cannabis Social Clubs fordern von Politik Gesetzesanpassungen

Seit es das Konsumcannabisgesetz gibt, haben sowohl Stohs als auch Klenk den Eindruck, dass das Cannabis-Thema in der öffentlichen Wahrnehmung allmählich alltäglicher wird. Dennoch wünschen sich beide seitens der Politik noch Verbesserungen. Klenk: „Apotheken können pro Person bis zu 100 Gramm Cannabis im Monat herausgeben. Da wird mit zweierlei Maß gemessen.“


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Stohs hält die Mengenbegrenzung ebenso für unpassend. Er vergleicht: „Beim Alkohol gibt es auch kein Abgabe-Limit im Handel. Deutschland steht beim Cannabis-Thema noch ganz am Anfang.“ Er findet, dass man die Konsumenten nicht bevormunden sollte. „Das sind erwachsene Menschen. Die können selbstverantwortlich entscheiden, ob und wie viel sie wovon konsumieren möchten.“

Zum „420“-Tag an diesem Montag hat der CSC in Bad Wimpfen nichts Besonderes geplant. Stohs erklärt jedoch: „Wir feiern den Tag im kleinen Kreis außerhalb der Vereinsräume und treffen uns zum Grillen. Die Würste liegen schon bereit.“

Mittlerweile haben auch Baumärkte und Discounter Hanfsamen im Angebot.

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