Aus dem Zweirad- wird das „Motorradmuseum“ in Neckarsulm
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Das Neckarsulmer Deutsche Zweirad- und NSU-Museum nennt sich zum 70-jährigen Bestehen in Deutsches Motorradmuseum (DeMoMu) um. Damit soll die Markenbotschaft und die Profilierung als eine der bedeutendsten Motorradsammlungen Deutschlands gestärkt werden.
Neben der NSU-Sammlung auf zwei und vier Rädern präsentiert das Motorradmuseum in Neckarsulm weitere 140 Marken.
Foto: Zweirad- und NSU-Museum
Der Name „Deutsches Zweirad- und NSU-Museum“ sei mitunter etwas sperrig, muss Museumsleiterin Natalie Scheerle-Walz zugeben. Zudem habe sich der Name 1986 mit Eröffnung der NSU-Abteilung als gebräuchlich eingebürgert, sei aber nie offiziell beschlossen worden.
„Wenn immer nur vom Zweiradmuseum die Rede ist, haben wir ein kommunikatives Problem“, so die selbst sehr eloquente Museumsleiterin. „Die tatsächliche Größe und die internationale Bedeutung unserer Sammlung ist vielen gar nicht bewusst.“
Vom Zwerg „Zweiradmuseum“ zum Riesen „Motorradmuseum“
Statt der „Verzwergung“ soll nun mit der Bezeichnung „Deutsches Motorradmuseum“ die „Bedeutung und internationale Dimension“ mehr betont werden, wünscht sich nicht nur die Leiterin zum 70. Geburtstag im Mai. Der Begriff sei noch nicht anderweitig belegt und könne daher als Marke geschützt werden. Der neue Name sei „präziser, kürzer, klarer“.
International habe sich „German Motorcycle Museum“ längst etabliert. Gibt man das in eine Internetsuchmaske ein, wird man auf das „Deutsche Motorradmuseum“, kurz DeMoMu in Neckarsulm geleitet. Und – da zeigen sich auch viele Besucher von nah und fern überrascht – es gibt ja nicht nur NSU zu sehen. „Wir haben 140 Motorrad- und 127 Fahrrad-Marken in 400 Exponaten auf 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.“
Besondere Schätze schlummern noch um Museumsdepot
Und damit nicht genug: Im Depot schlummern noch allerlei Schätze. Allein in der noch bis Mai zu sehenden Sonderausstellung „Made in Italy“ seien Leihgaben im Wert von 3,5 Millionen Euro ausgestellt. Dies unterstreiche noch einmal die besondere Bedeutung des Neckarsulmer Museums, betonte Oberbürgermeister Steffen Hertwig, der seinen E-Tron auch gerne mal stehen lässt und dafür den Ro 80 aus der Museumsgarage für besondere Gäste fährt.
Nach der großen Feier zum 150-jährigen Bestehen der Marke NSU steht nun der nächste runde Geburtstag ins Haus: Das Museum wird 70 Jahre. 1956 wurde es unter dem Namen Deutsches Zweiradmuseum als „Forschungsstätte für Fachleute“ und „Anziehungspunkt für den Tourismus“ gegründet. Zahlreiche Prominenz war am Pfingstwochenende beim großen Festakt zugegen. Nach Neckarsulm waren neben Vizekanzler Franz Blücher auch der baden-württembergische Innenminister a.D. Fritz Ulrich sowie Lord Edward John Barrington Douglas-Scott-Montagu, der Gründer des National Motor Museum in England, gekommen.
Vom Arbeitergefährt zum Luxus-Traum auf zwei Rädern
Vor hunderten Schaulustigen aus Neckarsulm und der Region betonte Vizekanzler Blücher auf dem Museumsvorplatz, dass das Zweirad „einmal einer Jugend Gelegenheit gab, sich die Umwelt und die Lande außerhalb der Grenzen zu erobern“ und es jetzt vornehmlich dazu da sei, „um die Arbeiterschaft schneller zur Arbeit zu führen“. Daraus resultierend solle das neue Museum einen Überblick geben über die Entwicklung des Zweirades, „ohne das unser Leben nicht mehr denkbar wäre“.
Neben der „Dokumentation des technischen Fortschritts“ zeigt das Motorradmuseum auch einige „Luxus-Träume“ auf zwei Rädern. Als wichtige Anlaufstelle nicht nur vor Ort von Fans aus Deutschland, Europa und auch Übersee hat sich auch die Online-Präsenz samt umfangreichem Archiv gemausert, nicht zuletzt wegen der Betriebsanleitungen älterer Maschinen, die sonst kaum mehr aufzutreiben sind.
Die Eintrittspreise werden um 25 Prozent angehoben. Erwachsene zahlen ab April mit 9,50 Euro zwei Euro mehr. Motorradfahrer bekommen Rabatt. Für Familien kostet der Eintritt künftig 20 Euro, dafür wird eine Karte für einen Erwachsener mit zwei Kindern für 14 Euro zusätzlich eingeführt. „Wir bekommen oft zu hören, dass wir im Vergleich sehr günstig sind“, betont Natalie Scheerle-Walz.
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