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Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp spricht über Leben nach Suizidversuch

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Bei der neuen Talk-Reihe von Linken-Urgestein Gregor Gysi hat der ehemalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp seinen ersten öffentlichen Auftritt nach seinem Suizid-Versuch im vergangenen Jahr. 

Von red/dpa

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Es war der erste öffentliche Auftritt des früheren Trigema-Chefs Wolfgang Grupp seit seinem Suizid-Versuch Mitte des vergangenen Jahres: Im Neuen Kunstmuseum in Tübingen war er Gast der Talkreihe „Gysis Begegnungen“ mit Gregor Gysi (Linke). An seinen Suizidversuch mag er gar nicht denken, sagte Grupp. Er habe danach seinen Jagdschein abgegeben und habe nun neue Prioritäten.

Im vergangenen Jahr ist der 83-Jährige mit seinen Suizid-Versuch an die Öffentlichkeit gegangen. Mit einem offenen Brief hat sich Grupp an seine ehemaligen Mitarbeitenden gewendet und erklärt, dass er unter Altersdepression leide. Am 7. Juli wurde er mit Schussverletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Wolfgang Grupp bei erstem Auftritt nach Suizid-Versuch: Gespräch über Schule und Studium

In einem launigen Gespräch plauderte Grupp über seine Schulzeit. Auf die Frage von Linken-Politiker Gregor Gysi, welches das schlimmste Fach für ihn gewesen sei, antwortete Grupp spontan: „Alle.“ Auch wollte Gysi wissen, ob es stimme, dass dieser brauchbares Papier aus dem Mülleimer rette und kaputte Mülltüten mit Tesafilm repariere. Grupp gab schlagfertig zurück: „Ich bin sicher ein sparsamer Schwabe. Das heißt, ich bin großzügig, wo es angepasst ist und kleinlich, wo es auch passt. Aber dass ich aus dem Mülleimer eine Mülltüte raushole, das tue ich mir nicht an.“

Der Ex-Trigema-Chef erzählte, wie sehr er das Leben gefeiert habe als Jurastudent in Köln. „Ich habe das Leben genossen. Ich war in kaum einer Vorlesung“, sagte Grupp und erntete viel Gelächter aus dem Publikum. Weg vom strengen Elternhaus in Burladingen (Zollernalbkreis) und in einer Großstadt. Sein Vater sei großzügig gewesen, habe ihm eine 3-Zimmer-Wohnung gegönnt – samt eigenem Reitpferd und einem Sportwagen. 

Wolfgang Grupp (links) spricht erstmals öffentlich nach seinem Suizid-Versuch im vergangenen Jahr.
Wolfgang Grupp (links) spricht erstmals öffentlich nach seinem Suizid-Versuch im vergangenen Jahr.  Foto: Bernd Weißbrod

Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp: „Ich hatte Heimweh“

So sorglos sei es jedoch nicht immer gewesen, sagte Grupp. „Also meine Internatszeit in St. Blasien bei den Jesuiten war meine schlimmste Zeit. Ich hatte Heimweh. Ich liebte mein Zuhause und wir durften ja nicht am Wochenende nach Hause. Wir hatten dreimal im Jahr Ferien.“ Zweimal im Jahr habe er Besuch gehabt von der Familie. „Ich hatte furchtbar darunter gelitten“, sagte Grupp.

Er habe im Internat viel gelernt fürs Leben. „Ich musste mich durchsetzen, um nicht unterzugehen. Ich musste mich anpassen, um Freunde zu haben. Ich musste ordentlich sein, um nicht in der Unordnung leben zu müssen. Also ich habe dort sehr viel für mein späteres Leben automatisch mitbekommen, weil ich selbst verantwortlich war mit elf Jahren“, sagte Grupp. 

Gregor Gysi mit neuer Talkrunde: Prominente zu Gast in Tübingen

Das 78 Jahre alte Linken-Urgestein trifft seit Sommer im Neuen Kunstmuseum prominente Zeitzeugen des öffentlichen Lebens. Geplant sind weitere Talks mit Pater Anselm Grün (8. April) und dem langjährigen CSU-Politiker Peter Gauweiler (29. Juni).

Grupp hatte vor einiger Zeit die Geschäfte an seine beiden Kinder übergeben, aus Steuergründen, sagte Grupp in Tübingen. Wolfgang Grupp Junior (34) und seine Schwester Bonita (36), die Ende des vergangenen Jahres Mutter geworden ist, führen das Familienunternehmen gemeinsam. Sie leitet die Bereiche Onlinehandel, Marketing und Personal. Wolfgang Grupp junior verantwortet Geschäftskunden, IT-Projekte, die Produktion und Finanzen. 

Trigema ist ein Hersteller von Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung und wirbt damit, zu 100 Prozent „Made in Germany“ anzubieten.

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