Wenn Fremde Kinder ansprechen: Tipps der Polizei – was Eltern bei der Erziehung tun sollten
Die eigenen Kinder werden von Fremden angesprochen und mitgenommen – eine Horrorvorstellung für Eltern. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich auf solche Notsituationen vorbereiten kann.
Immer wieder kursieren in den sozialen Netzwerken Meldungen, die besonders Eltern in Angst und Schrecken versetzen: Irgendwo werden verdächtige Lieferwägen gesehen oder Kinder auf Spielplätzen angesprochen. Auch im Raum Heilbronn suchte die Polizei im November 2023 nach verdächtigen Personen. Im März sorgten gleich mehrere Fälle für Aufregung.
Auch aktuell beunruhigen Nachrichten über Fremde, die Kinder ansprechen, Eltern in der Region. Rund um Boxberg (Main-Tauber-Kreis), sollen Kinder aus einem grünen Transporter heraus angesprochen worden sein. Allerdings ist der Polizei in Heilbronn kein solcher Fall bekannt. Generell passiert zum Glück sehr selten Schlimmeres.
Sorge vor Übergriffen von Fremden: So können Eltern ihr Kinder schützen
"Kinder werden nur in seltenen Fällen von unbekannten Personen überfallen, missbraucht oder gar getötet", so ordnet die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes die Sorge von Eltern allgemein ein. In der Realität wenden, wenn es denn vorkommt, Verwandte, Freunde oder Bekannte Gewalt gegen Kinder an – oder Kinder wegen untereinander übergriffig wie in einem Fall im Landkreis Heilbronn.
Aufmerksam sollten Eltern und Bezugspersonen dennoch sein. Und vor allem die Vertrauensbasis zum eigenen Kind pflegen. Erzählen Kinder von Erfahrungen wie Übergriffen und Drohungen oder glauben, etwas beobachtet zu haben, sollten Eltern laut der Polizeiberatung erst einmal zuhören.
Vorwürfe für vermeintliches Fehlverhalten sollten Eltern vermeiden. Stattdessen sei Lob für die Kinder angebracht. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass sich Kinder ihren Eltern nicht mehr anvertrauen.
Auf solche Gefahrensituationen sollten Kinder vorbereitet sein. Rollenspiele mit ihnen durchzuführen, hält die Polizei allerdings für keine gute Idee. Denn ist die Situation zu realistisch, könne das unnötige Ängste schüren. Dennoch sollten Kinder verinnerlichen, dass sie niemals mit Fremden mitgehen dürfen – egal ob Mann oder Frau.
Schutz vor Gewalt durch Fremde: Deshalb ist "Nein" sagen so wichtig
Täter versuchen laut Polizei, das Vertrauen von Kindern zu gewinnen. Eltern könnten das unterbinden, indem sie keine Namensschilder oder gar Adressen an Rucksäcke und Schulranzen anbringen. Außerdem sollten Kinder wissen, dass es eine Lüge ist, wenn ihnen für das Mitgehen Belohnungen wie Süßigkeiten oder Tiere versprochen werden. Für Kinder sollte klar sein, dass sie nie abgeholt werden, wenn es nicht vorher klar vereinbart wurde.
Ein Weg, wie Eltern ihre Kinder stärken können, ist laut der Polizeiberatung ein einzelnes Wort: Nein. Das sollten Kinder immer gegenüber allen Erwachsenen sagen können. "Den Ausruf: 'Nein, das will ich nicht!' sollten Eltern mit ihren Kindern üben und auch sich selbst gegenüber akzeptieren", heißt es auf der Seite der Polizeiberatung.
Eltern sollten ihre Kinder möglichst in Gruppen gehen lassen, um sicherzugehen, dass der Weg zum Spielen oder zur Schule auch sicher ist. Um die heile Ankunft sicherzustellen, organisieren manche Fahrdienste oder werden zum "Elterntaxi".

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