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Fälle in Lauffen und Pfaffenhofen
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Unbekannte mit schwarzem Transporter sprechen Kinder an: Was die Polizei weiß

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In Baden-Württemberg fielen in der Vergangenheit immer wieder unbekannte Personen mit einem schwarzen Lieferwagen auf, die Kinder ansprachen. Zuletzt gab es drei Fälle an einem Tag. Was die Polizei mittlerweile weiß und wie Eltern sich verhalten sollten.

Der Polizei wurden in der jüngsten Vergangenheit mehrere Fälle gemeldet, bei denen Unbekannte Kinder aus einem schwarzen Lieferwagen heraus angesprochen haben. (Symbolfoto)
Der Polizei wurden in der jüngsten Vergangenheit mehrere Fälle gemeldet, bei denen Unbekannte Kinder aus einem schwarzen Lieferwagen heraus angesprochen haben. (Symbolfoto)  Foto: Berger, Mario

Vor rund zwei Wochen sorgten an mehreren Orten in Baden-Württemberg ähnliche Vorfälle für Aufregung. In Ulm, Maulbronn und Wilferdingen fielen am 22. März unbekannte Personen auf, wie sie Kinder ansprachen. In dem Zusammenhang beobachteten Zeugen jedes Mal einen schwarzen Lieferwagen, der für Misstrauen sorgte. 

Ähnliche Vorfälle hatte es im November 2023 in der Region Heilbronn gegeben. In Lauffen und Pfaffenhofen hatten ein Mann und eine Frau Kinder beobachtet und Kontakt zu ihnen aufgenommen. Die Polizei veröffentlichte damals eine Personenbeschreibung und suchte nach Hinweisen. Besteht zwischen den Fällen eine Verbindung? 

Unbekannte mit schwarzem Transporter sprechen Kinder an – gibt es einen Zusammenhang?

Drei Vorfälle an einem Tag sind auffällig. Ob es bei den Fällen in Ulm, Maulbronn und Wilferdingen aber einen Zusammenhang gibt, war zunächst unklar. 

Bei dem Fall in Ulm soll ein Mann Kindern Süßigkeiten angeboten haben. Dies sei in seiner Heimat in Bosnien üblich, sagte er gegenüber den Polizeibeamten. Diese wiesen ihn an, das künftig zu unterlassen. Besorgte Mütter hatten in einer Whatsapp-Gruppe nach dem schwarzen Transporter gesucht, der sich als Mietfahrzeug herausstellte. 

Benjamin Koch vom Polizeipräsidium Pforzheim erklärte, ihm sei nicht bekannt, dass der Fall in Ulm mit denen in Maulbronn und Wilferdingen zusammenhängt. 

Der Fall in Wilferdingen-Remchingen konnte mittlerweile aufgeklärt werden. Hierbei handelt es sich wohl um eine Verwechslung. Der betreffende Fahrer des gesuchten Transporters meldete sich infolge der veröffentlichten Pressemitteilung bei der Polizei. Die darauf folgenden Überprüfungen konnten den Verdacht ausräumen. Neue Erkenntnisse zu Maulbronn gebe es keine. 

Dass Unbekannte Kinder ansprechen, komme immer wieder mal vor. "In den meisten Fällen lassen sich die Sachverhalte klären und es steckt keine tiefere Absicht dahinter", sagt der Polizeisprecher. 

Gibt es eine Verbindung zu den Fällen in Lauffen und Pfaffenhofen?

Zu den Vorfällen in Lauffen und Pfaffenhofen im vergangenen Herbst gibt es vermutlich keine Verbindung, erklärt Pressesprecherin der Polizei Heilbronn, Annika Schulz, auf Anfrage der Heilbronner Stimme. Es werde grundsätzlich zwischen den einzelnen Revieren intern abgeglichen, ob es Zusammenhänge bei ähnlichen Fällen gibt. Dabei sei zu dem schwarzen Lieferwagen nichts herausgekommen. 

Zu den Fällen in Lauffen und Pfaffenhofen gibt es ebenfalls keine neuen Erkenntnisse. "Es haben sich keine Hinweise mehr ergeben", sagt Schulz. Der auffällige Lieferwagen sei zudem nichts Neues oder besonders Bemerkenswertes, merkt sie an: "Der schwarze Lieferwagen kommt öfter vor. Das haben wir immer mal wieder."

Kinder in Lauffen und Pfaffenhofen werden von Unbekannten angesprochen: Was ist zu tun?

Fälle, in denen Kinder von Unbekannten angesprochen werden, seien zudem häufig nicht so abgelaufen, wie es zunächst von den betroffenen Kindern oder Eltern geschildert wird. Beispielsweise habe es mal einen Fall gegeben, da habe sich das Mädchen alles ausgedacht, da sie nicht allein zur Schule laufen wollte, berichtet Schulz. Vor allem in Social-Media-Gruppen oder in Messenger-Apps würden sich Warnungen unter Eltern schnell verbreiten. Da greife schnell das "Selbstläufer-Prinzip", so die Polizeisprecherin. "Das heißt aber nicht, dass wir die Fälle nichts ernst nehmen." 

Annika Schulz verweist darauf, dass Eltern in verdächtigen Situationen auf jeden Fall die Polizei rufen sollten. Und zwar ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. Dafür reiche auch schon ein schlechtes Bauchgefühl. "Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig bei der Polizei." Hilfreich sei es auch, sich das Kennzeichen des Fahrzeugs zu notieren.

Die Polizeisprecherin warnt jedoch auch davor, Falschmeldungen zu verbreiten und Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, bevor man sie weiterleitet. In den Sozialen Medien würden immer wieder "verdächtige Wahrnehmungen" verbreitet werden. 

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