Sorge um Wirtschaft: Südwestmetall fordert schnelle Maßnahmen der Politik
|
2 Min
Erfolgreich kopiert!
Verbandsvertreter aus dem Raum Heilbronn sehen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nicht mehr gegeben und sprechen von einem strukturellen Problem. Gewünscht sind klare Ansagen der Politik.
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Glomex, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Externer Inhalt
Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.
Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften sind in großer Sorge um den Wirtschaftsstandort Deutschland. Von der neuen Bundesregierung erwarten sie rasche Maßnahmen, um die Konjunktur anzukurbeln und Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen.
„Wir können an dieser Stelle nicht mehr von einem temporären Einbruch sprechen“, sagt Hans-Jörg Vollert, Vorsitzender der Bezirksgruppe Heilbronn des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Für Vollert steht fest: „Wir haben ein strukturelles und damit ein Standortproblem.“ Daher müsse die Wirtschaft für die nächste Bundesregierung an erster Stelle stehen.
Südwestmetall sieht Standortproblem: Arbeitskosten in Deutschland sind zu hoch
Mit einem Chart veranschaulicht Vollert das Kernproblem der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie. Während die Kosten für die Betriebe seit 2012 deutlich gestiegen sind, ist die Produktivität in der Branche gesunken.
„Die Arbeitskosten sind zu hoch“, sagt der Unternehmer aus Weinsberg. Die deutsche Industrie sei international nicht mehr wettbewerbsfähig, sagt auch Carsten Strenger, Vorstandsmitglied der regionalen Südwestmetall-Gruppe und Geschäftsführer beim Heilbronner Maschinenbauer Illig. Auch er beklagt das „massive Kostenproblem“, das die Branche immer mehr belaste. Für ihn und Vollert ist klar: „Es geht ans Eingemachte.“
Schlechte Stimmung bei Metall- und Elektroindustrie im Raum Heilbronn
In der Region sei die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie schlecht, betonen die Südwestmetall-Vertreter. „Die meisten Unternehmen, mit denen wir sprechen oder Kontakt haben, schätzen die Lage als dramatisch ein, die wenigsten glauben an eine Verbesserung noch in diesem Jahr“, berichtet Vollert.
Geschäftsführer Jörg Ernstberger hat in den vergangenen Monaten eine Zunahme der Kurzarbeit in der regionalen M&E-Branche festgestellt. Er befürchtet in den nächsten Monaten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Viele Unternehmen reduzieren gerade auch die Arbeitszeit“, sagt Ernstberger. Südwestmetall vertritt in der Region rund 66.000 Beschäftigte in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie.
Baden-Württemberg soll „zukunftsfähiger Industriestandort“ bleiben
Die IG Metall Baden-Württemberg fordert die Politik ebenfalls zu schnellem Handeln auf. „Wenn nicht sehr schnell und wirksam gegengesteuert wird, wird 2025 das dritte Jahr in Folge ohne Wachstum für unser Land sein“, sagte Bezirksleiterin Barbara Resch am Mittwoch in Stuttgart.
Während die Konjunktur in allen anderen OECD-Ländern wieder angezogen habe, herrschten in Deutschland weiterhin Stagnation und Rezession. Die Menschen hätten angesichts der Transformation der Wirtschaft Angst um ihre Jobs und ihre soziale Sicherung, so Resch. Von der nächsten Bundesregierung erwartet sie „klare Weichen für einen zukunftsfähigen Industriestandort Baden-Württemberg“.
Industrie denkt über Verlagerungen ins günstigere Ausland nach
Sorge bereitet den Verbandsvertretern die Tendenz in der Industrie, Produktion und Arbeitsplätze ins günstigere Ausland zu verlagern. „Wir alle wissen, dass Unternehmen, die einmal abgewandert sind, nicht mehr zurückkommen“, sagt Vollert.
Deshalb müsse die neue Bundesregierung „konkrete und vor allem schnelle Maßnahmen“ auf den Weg bringen, um diese Entwicklung zu bremsen. Vollert nennt einen Abbau der Bürokratie, eine Sanierung des Sozialsystems, eine Senkung der Abgabenlast, eine Verbesserung der Infrastruktur sowie Planungssicherheit bei Investitionen und Förderungen.
Vollert plädiert für mehr Eigenverantwortung in der Gesellschaft
Grundsätzlich wünscht sich Vollert, dass die politisch Verantwortlichen die Probleme klar benennen und einen offenen Diskurs über deren Lösung führen. Zu lange habe man den Menschen erzählt, dass der Staat sich um alles kümmere. „Aber das funktioniert nicht“, wirbt der Unternehmer für mehr Eigenverantwortung. Politik müsse den Menschen einen klaren Plan vorlegen, wie die Probleme des Landes gelöst werden sollen. Dann seien die Bürger auch eher bereit, ihren Beitrag zu leisten, sagt Vollert.
Klare politische Ansagen – das fordert die IG Metall
„Kern und Treiber des bisherigen Erfolgs unserer Region ist das Automobilcluster sowie der Maschinenbau. Berlin, Brüssel und Stuttgart müssen klare politische Ansagen machen, um diesen Erfolgsfaktor zu sichern und dauerhaft zukunftsfähig zu machen“, sagte die Bezirksleiterin Resch. Notwendig seien massive Investitionen in digitale und physische Netze sowie in hochwertige Bildung, so Resch.
Ebenso dringlich sei die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Die Schuldenbremse dürfe keine Zukunftsbremse sein. Am 15. März ruft die IG Metall zu einem Aktionstag in Stuttgart und bundesweit auf, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare