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Südwestmetall warnt
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Weniger Aufträge in Metall- und Elektroindustrie – "Können uns Stillstand nicht leisten"

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Die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg leidet unter sinkenden Aufträgen und schlechter Auslastung. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hat nun klare Forderungen an die Politik.


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Die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie kommt nicht aus dem konjunkturellen Tal heraus. Wie der Verband Südwestmetall mitteilt, sind die Aufträge im September um gut sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen.

Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg: weniger Aufträge

Bei der Produktion steht den Angaben zufolge nach drei Quartalen im Jahr 2024 ein Minus von knapp neun Prozent. Die Fabriken seien damit so schlecht ausgelastet wie seit dem Stillstand nach den ersten Corona-Lockdowns nicht mehr.

"Wir haben die Talsohle leider immer noch nicht durchschritten", sagte Südwestmetall-Geschäftsführer Oliver Barta in Stuttgart. Mehr als die Hälfte der Unternehmen der Branche klage über Auftragsmangel. Über den jüngst geschlossenen Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie herrscht dagegen Zufriedenheit in der Region Heilbronn. 

Südwestmetall geht von weiteren Stellenabbau in Metall- und Elektroindustrie aus

Der Arbeitgeberverband geht davon aus, dass sich der Personalabbau in den M&E-Firmen fortsetzen wird. "Große Sorgen bereitet uns, dass die lange stabile Beschäftigung zu bröckeln beginnt und die große Mehrzahl der Unternehmen inzwischen mit weiterem Personalabbau rechnet", sagte Barta.

Der jüngste Ifo-Umfrage zeige zudem, dass mittlerweile knapp die Hälfte aller Firmen in diesem Jahr mit einer Rendite von zwei Prozent oder weniger rechne. Das sei viel zu wenig, meinte der Südwestmetall-Geschäftsführer.

Forderungen von Südwestmetall an die Politik

Barta appellierte an die Politik, so schnell wie möglich Entlastungsmaßnahmen für die Wirtschaft auf den Weg zu bringen. "Die Politik muss schnellstmöglich für Rückenwind sorgen. Wir können uns trotz Bruchs der Ampelkoalition jetzt keinen Tag des Stillstands mehr leisten", betonte Barta.

Wichtige gesetzliche Vorhaben dürften jetzt nicht aus wahltaktischen Gründen blockiert werden. Barta nannte die Wachstumspaket vorgesehenen besseren Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen, die Ausweitung der Forschungszulage oder die Senkung der Netzentgelte, um Bürger und Unternehmen bei den Energiepreisen zu entlasten. Auch das deutsche Lieferkettengesetz gehöre ausgesetzt. "Bundeskanzler und Wirtschaftsministr haben es versprochen, die Union will es. Woran hat es eigentlich noch?", fragt Barta.

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