Krise bei Porsche: Absatz bricht 2025 um zehn Prozent ein
Die Krise bei Porsche hält weiter an. Schwache Geschäfte in China und Europa sorgten für einen deutlichen Rückgang der Auslieferungen im vergangenen Jahr.
Seit mehr als einem Jahr schlägt die Krise in der Autobranche auch bei Porsche voll durch. Auf den neuen CEO Michael Leiters, der zum Jahreswechsel die Geschäfte von Oliver Blume (VW-Konzernchef) übernommen hat, wartet viel Arbeit. 2025 ist der Absatz des Sportwagenbauers um zehn Prozent auf 279.449 Fahrzeuge zurückgegangen.
Besonders schwach liefen die Geschäfte in China: Im Reich der Mitte verzeichneten die Stuttgarter ein deutliches Minus von 26 Prozent auf rund 42.000 Einheiten. In Europa sank die Zahl der Auslieferungen um 16 Prozent auf 75.899 Fahrzeuge. Im für Porsche größten Einzelmarkt USA lag das Ergebnis mit 86.541 Autos auf Vorjahresniveau.
Lücken im Porsche-Angebot: So begründet Vorstand den Rückgang
Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker sagte: „Diese Entwicklung entspricht unseren Erwartungen.“ Er begründete die Einbußen mit Angebotslücken beim Porsche 718 und beim Macan als Verbrennermodell, der anhaltend schwächeren Nachfrage nach exklusiven Produkten in China sowie der „wertorientierten Angebotssteuerung“. Die VW-Tochter hatte im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie ihre Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren noch bis weit in die 2030er Jahre anbieten will. Zudem hat der Autobauer angekündigt, ein neues SUV-Modell zu entwickeln, das gegen 2027, spätestens 2028 auf den Markt kommen soll.
Der Einbruch trifft auch fast die gesamte Modellpalette. Nur der Porsche Macan (plus zwei Prozent auf 84.328) und der 911 (plus ein Prozent auf 51.583) legten leicht zu. Alle anderen Baureihen verzeichneten Absatzeinbußen. Der Cayenne verlor 21 Prozent auf 80.886 Einheiten, der Elektro-Sportwagen Taycan büßte 22 Prozent auf 16.330 ein, die auslaufenden 718-Modelle wurden 18.612 Mal verkauft, ein Rückgang um 21 Prozent. Auch der Panamera rutschte um sechs Prozent ab.
Krise bei Porsche: Umsatz, Rendite und Gewinn wohl massiv gesunken
Seine Finanzzahlen gibt Porsche erst im März bekannt. Es zeichnet sich aber bereits ab, dass die wichtigsten Kennzahlen in den Keller gerauscht sind. Von Januar bis September hatte die VW-Tochter nur noch 114 Millionen Euro verdient. Vor allem der schwache Absatz in China, die US-Zölle und hohe Investitionen für die Umstellung des Modellportfolios drücken nach wie vor aufs Geschäft. Im dritten Quartal schrieb das Unternehmen rote Zahlen, in der Zeit von Juli bis September hat sich fast eine Milliarde Verlust angehäuft.
Für das Gesamtjahr erwartet Porsche einen Umsatz im Bereich von 37 bis 38 Milliarden Euro. Am unteren Ende der Bandbreite rechnet die VW-Tochter mit einer leicht positiven Rendite, im besten Fall zwei Prozent. In Glanzzeiten waren es mal bis zu 18 Prozent.
Porsche muss sparen und streicht tausende Stellen
Angesichts der Krise bei Porsche verhandeln Unternehmen und Betriebsrat über ein zweites Sparprogramm. Was es alles beinhaltet, ist bislang noch unklar, es werde aber „tiefe Einschnitte“ geben, wie aus Stuttgart verlautet. Bereits im Frühjahr 2025 hatte die VW-Tochter angekündigt, am Stammsitz des Unternehmens in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach rund 1900 Stellen abzubauen.
Betriebsbedingte Kündigungen sind angesichts der Beschäftigungssicherung bis Ende Juli 2030 ausgeschlossen. Nun berichten Insider allerdings, dass die 1900 Stellen nicht ausreichen, Zahlen von 4000 bis 5000 gefährdeten Jobs machen intern die Runde. Apropos Betriebsvereinbarung: Dem Vernehmen nach möchte der Porsche-Vorstand die Job-Garantie auslaufen lassen, die Arbeitnehmervertreter hingegen pochen wohl auf eine Verlängerung.
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