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Schwarz-Gruppe kauft Areal des Heilbronner Landliebe-Werks – für Veranstaltungshalle?

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Eine Heilbronner Schlüssel-Immobilie wechselt den Besitzer: Nach der Schließung wird das Landliebe-Joghurtwerk an der A6 von Müller-Milch an die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe übergeben. Was der Handelsriese damit vorhat, ist offen. 


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Die Schwarz-Gruppe hat das Grundstück des Heilbronner Landliebe-Werks gekauft. Das bestätigte ein Sprecher des bisherigen Eigners, der Unternehmensgruppe Theo Müller, sowie der Schwarz-Gruppe. Der Molkereiriese aus Bayern hatte den Standort im Sommer 2022 von Friesland-Campina erworben und keine zwei Jahre später dessen Schließung angekündigt. Auch der kleine Standort Schefflenz wurde aufgegeben, die Produktion lief Ende 2024 aus.

Wann der Betrieb bei Landliebe in Heilbronn beendet wird

Der Betrieb des Joghurtwerks soll Ende dieses Jahres eingestellt werden, sagte der Unternehmenssprecher. Anschließend fänden noch Rückbauarbeiten statt, insbesondere was die installierten Maschinen und Anlagen angeht. Das Grundstück solle dann Mitte 2027 an Schwarz übergeben werden. Diesen Zeitplan bestätigte auch der Sprecher der Schwarz-Gruppe.

Landliebe möchte das Heilbronner Werk noch in diesem Jahr schließen.
Landliebe möchte das Heilbronner Werk noch in diesem Jahr schließen.  Foto: Seidel, Ralf

Im Werk sind aktuell noch etwa 220 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Informationen des Betriebsrats sind bislang nur wenige frühere Mitarbeiter in andere regionale Molkereiunternehmen gewechselt. Allerdings sei zunächst auch nur wenig Fachpersonal abgebaut worden.

Landliebe-Areal in Heilbronn: Soll hier die neue Eishalle hinkommen?

Was mit dem 15,2 Hektar großen Gelände passieren soll, ist hingegen noch offen. „Wir planen, die dort bestehenden Gebäude im Anschluss abzubrechen. Das Gelände bleibt künftig als Entwicklungsfläche in unserem Bestand“, heißt es seitens der Schwarz-Gruppe.

Schon vor einem Jahr sorgte aber für Aufmerksamkeit, dass an dieser Stelle ein Haltepunkt der geplanten Seilbahn von Heilbronn hoch zum KI-Park Ipai entstehen soll. Mindestens ebenso lange wird gemutmaßt, dass hier Ersatz für das Schwimmbad Soleo, die Eissporthalle und die Rollsportarena errichtet werden könnten, die im Zuge der Erweiterung des Heilbronner Bildungscampus weichen müssen.

Heilbronns OB Harry Mergel: Prüfung mehrerer möglicher Standorte für neues Eisstadion

Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel bremst allerdings: „Wir sind in der Prüfung mehrerer möglicher Standorte für ein neues Eisstadion“, teilt er mit. „Ich hoffe, dass wir im zweiten Quartal ein gutes Ergebnis auf dem Tisch haben. Davor über einzelne Standorte zu spekulieren halte ich für kontraproduktiv.“

Dennoch wird in der Region darüber spekuliert, dass am Landliebe-Standort eine Veranstaltungshalle für 5000 Personen entstehen könnte. Diese würde dann für die Events der Schwarz Gruppe genutzt sowie für Ipai-Aktionen. Außerdem könnte sie für größere Sport- oder Kulturevents genutzt werden – beispielsweise für Meisterschaften im Tischtennis, Turnen oder Ringen sowie für Topspiele der regionalen Sportteams im Handball oder Basketball. Die neue Eishalle, die die Stadt bauen und betreiben müsste, soll demnach auf dem bisherigen Gelände des VfL Neckargartach, neben dem Landliebe Areal, entstehen.


Südmilch, Campina & Co.: Fast 60 Jahre Milchverarbeitung am Standort Heilbronn

Die Werksanlagen wurden 1968 als Milchwerk der Milchversorgung Heilbronn GmbH am Rande von Neckargartach gebaut. 1972 fusionierte die Württembergische Milchverwertung Südmilch mit der Milchversorgung Heilbronn zur Südmilch AG. Drei Jahre später wurde in Heilbronn ein neues Dessert-Werk eröffnet, das 200 Millionen Becher pro Jahr produzieren konnte. Nach der Wende übernahm Südmilch die Sachsenmilch AG – und übernahm sich selbst dabei. Als Sachsenmilch in die Insolvenz ging, riss sie auch die Südmilch 1993 mit.

Die holländische Genossenschaft Campina übernahm Südmilch im gleichen Jahr, 2008 kam es zur Fusion von Campina mit dem niederländischen Konkurrenten Friesland zu Friesland-Campina. In den folgenden Jahren wurden die Geschäftsprozesse zentralisiert, die Belegschaft in Heilbronn schrumpfte von 800 auf knapp 500 zum Zeitpunkt der Übernahme durch die Müller-Gruppe.

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