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Vielerorts droht Stellenabbau
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Audi, Porsche und Continental: Krise in der Autoindustrie weitet sich aus

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Vielerorts sollen in der Autobranche tausende Stellen wegfallen. Nach VW trifft es nun Porsche, Audi und auch immer mehr Zulieferer wie Continental.


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Rund 800.000 Arbeitsplätze hängen in Deutschland an der Autoindustrie. Aber ausgerechnet diese wichtige Branche rutscht immer tiefer in die Krise. Am schlimmsten hat es im vergangenen Jahr Europas größten Autobauer VW erwischt. Erst kurz vor Weihnachten 2024 ging die Auseinandersetzung zwischen Vorstand und Belegschaft mit einer Einigung zu Ende.

Dennoch: VW will in Deutschland bis 2030 mehr als 35.000 Stellen streichen und die Kapazität an den deutschen Standorten um über 700.000 Fahrzeuge reduzieren. Ein weiteres Kernziel der IG Metall, ganze Werkschließungen zu verhindern, hat die Gewerkschaft erreicht. Allerdings ist offen, wie es an den beiden kleineren Standorten Dresden und Osnabrück mittelfristig weitergeht – hier wird nach Alternativlösungen gesucht.

Krise bei Audi: Gehaltseinbußen und Auslagerungen drohen

Weniger Absatz, weniger Gewinn, weltweite Krisen und ein schleppender Hochlauf der Elektromobilität: Bei Audi soll massiv gespart werden. Zwei Wochen ist es her, als der Betriebsrat des Unternehmens an den deutschen Werken in Ingolstadt und Neckarsulm Flugblätter verteilt hat mit einer „Schonungslos-Liste“, die aufzeigt, wo der Vorstand überall den Rotstift ansetzen will. Im Kern geht es um Gehaltskürzungen und die Auslagerung ganzer Bereiche. An zwei bis drei Tagen verhandeln Vorstand und Betriebsrat aktuell über die Fortschreibung der Betriebsvereinbarung, die aktuell bis Ende 2029 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

Volkswagen war nur der Anfang: Immer mehr Autobauer und Zulieferer stecken in der Krise und wollen tausende Stellen abbauen.
Volkswagen war nur der Anfang: Immer mehr Autobauer und Zulieferer stecken in der Krise und wollen tausende Stellen abbauen.  Foto: Moritz Frankenberg

Audi hat in den vergangenen Jahren bereits rund 7500 Stellensozialverträglich abgebaut. Durch die Schließung des Werks Brüssel in Belgien Ende Februar gehen weitere 3000 Arbeitsplätze verloren. Zum Hintergrund: Die Jobgarantie bei Audi gilt nur für die deutschen Standorte.

Bei Porsche fallen 1900 Stellen in Baden-Württemberg weg

Vergangene Woche wurde im Rahmen einer Betriebsversammlung bekannt, dass Porsche am Stammsitz in Zuffenhausen und in seinem Entwicklungszentrum in Weissach rund 1900 Stellen abbauen will. Betriebsbedingte Kündigungen sind angesichts der Beschäftigungssicherung bis 2030 ausgeschlossen. Der Abbau soll daher über Altersteilzeitprogramme, natürliche Fluktuation und teilweise über Abfindungen erfolgen.

Dazu kommen weitere rund 2000 Jobs, bei denen befristete Verträge nicht mehr verlängert werden. Die Porsche-Tochter kämpft wie die Schwestermarke Audi mit sinkendem Absatz, niedrigeren Rendite und hohen Investitionen für die stockende Elektromobilität. Außerdem rechnet Porsche angesichts der Lage auf den weltweiten Märkten mit einem weiteren Rückgang des Absatzes. Daher sollen sollen wieder mehr Porsche-Modelle mit Verbrennungs- oder Plug-in-Hybrid ausgestattet und gebaut werden.

IG-Metall-Chefin: „Baden-Württemberg muss Autoland bleiben“

Überkapazitäten, Stellenabbau, Sparprogramme: Die Autobranche steckt immer tiefer in der Krise. Das stimmt auch die Gewerkschaften nachdenklich. „Nicht Digitalisierung oder der Einsatz von KI sind das Risiko, sondern deren Verschleppung“, betont Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall in Baden-Württemberg. „Baden-Württemberg ist Autoland und das muss es auch bleiben. Investitionen und Innovationen sind der Schlüssel dazu.“ 

Krise trifft auch Autozulieferer: Bei Continental fallen noch mehr Stellen weg

Im Strudel der Autohersteller zieht es auch immer mehr Zulieferer hinunter. Schon vor einem Jahr hatte Continental angekündigt in seiner Automotive-Sparte 7150 Stellen zu streichen – davon 5400 in der Verwaltung und 1750 in der Entwicklung. Das sei inzwischen zu 80 bis 90 Prozent umgesetzt, heißt es aus dem Unternehmen.

Doch angesichts wegfallender Großaufträge und damit deutlich geringeren Einnahmen in den nächsten Jahren setzt das Unternehmen nun noch einmal den Rotstift an: Bis Ende 2026 sollen noch einmal weitere 3000 Arbeitsplätze wegfallen. Jede zehnte Entwicklerstelle soll beim Autozulieferer gestrichen werden. Die Hälfte der Stellen fällt in Deutschland weg, der Standort Nürnberg soll ganz schließen. Damit erhöht sich der Verlust von Jobs bei Continental in Summe auf mehr als 10.000. 

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