Audi muss Kunden wieder mit alten Tugenden überzeugen
Mehr als vier Gewinn Milliarden Euro Gewinn nach Steuern für den Audi-Konzern sind angesichts der Umstände noch ein gutes Ergebnis. Das ändert aber nichts daran, dass die Kernmarke mit den vier Ringen weit weg ist von ihrer alten Stärke.
Im Vergleich zu Porsche, der einstigen Ertragsperle des VW-Konzerns, ist Audi noch halbwegs gut durch 2025 gekommen, wenngleich das nur durch kräftige die Unterstützung der italienischen Tochter Lamborghini gelungen ist. Die Kernmarke mit den vier Ringen ist noch weit weg von den zweistelligen Renditen, die man sich selbst zum Ziel gesetzt hat. Und die man auch braucht, um die Transformation und das Nebeneinander von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und E-Autos solide zu finanzieren.
Die aktuellen Modelle sind gut, das reicht aber nicht. Audi muss wieder besser werden als die anderen. Das wird nur gelingen, wenn der Autobauer nicht mehr an der falschen Stelle spart.
Audi war immer dann erfolgreich, wenn die Marke mutig war
Vorsprung durch Technik darf nicht länger eine Floskel sein, es muss wieder gelebt werden. Premium-Fahrzeuge aus Deutschland müssen das, was sie mehr als Fahrzeuge etwa chinesischer Wettbewerber kosten, durch ein Mehr an Qualität und Innovationskraft ausgleichen. Das gilt insbesondere für Audi. Die Marke mit den vier Ringen war über viele Jahre hinweg der Inbegriff für Innenraumqualität und ausgefeilte technische Lösungen. Da muss die VW-Tochter wieder hin. Spätestens das bisher innovativste E-Auto, der A4 E-Tron, soll das ab 2028 wieder untermauern.
Audi war immer dann besonders erfolgreich, wenn der Autobauer Mut bewiesen hat. Wenn Audi mit Ikonen wie dem TT oder dem R8 selbst die Konkurrenz zum Stauen brachte. So ein Auto steht nun mit dem künftigen Elektro-Sportwagen aus Heilbronn ab 2027 bei den Händlern. Ein Auto fürs Herz, das Emotionen wecken soll und mit dem ein Ruck durchs Unternehmen geht.
Störgeräusche haben bei Audi in der aktuellen Lage nichts zu suchen
Dazu gehört auch, dass Störgeräusche ausbleiben. Die Beschäftigten in Deutschland erhalten auch in diesem Jahr wieder eine Erfolgsbeteiligung ausgeschüttet. Freilich fällt die Summe nicht mehr so üppig aus wie das in der Vergangenheit schon der Fall war.
Aber die Forderung des Betriebsrats nach einer zusätzlichen Anerkennungsprämie kommt zur Unzeit. Während die gesamte Branche in der Krise steckt und quer durch alle Unternehmen massiv Stellen abgebaut werden und teilweise die Produktion ins Ausland verlagert wird, ist der Ruf nach mehr Geld fehl am Platz.
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