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Audi stärkt VW-Konzern – Betriebsrat drängt auf Anerkennungsprämie

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Audi hat für 2025 den höchsten Gewinn unter den Marken des VW-Konzerns erzielt. Nun will der Betriebsrat zusätzlich zur Ergebnisbeteiligung eine weitere Prämie für die Beschäftigten durchsetzen.


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Die Bilanzen der verschiedenen Marken des VW-Konzerns fallen für 2025 sehr unterschiedlich aus. Während Porsche kaum noch Gewinn gemacht hat, Seat und Cupra gar keinen, ist Audi im Verbund mit seinen Schwestermarken Bentley, Lamborghini und Ducati mit mehr als drei Milliarden Euro Ergebnis am besten durch das Krisenjahr gekommen. Das ruft die Arbeitnehmervertreter auf den Plan.

Audi, VW und Skoda mit Milliardengewinnen für den VW-Konzern

„Die Zahlen der heutigen Audi-Jahrespressekonferenz verdeutlichen, dass trotz der durchwachsenen Bilanz für das Jahr 2025 für den VW-Konzern, die vier Ringe nach wie vor die Renditeperle innerhalb des Volkswagen-Verbunds sind“, teilen Jörg Schlagbauer, Gesamtbetriebsratschef aus Ingolstadt, und Alexander Reinhart, stellvertretender Betriebsratschef des Standorts Neckarsulm in einer gemeinsamen Erklärung mit. Mit rund 3,4 Milliarden Euro operativen Gewinn – also vor Steuern – würde Audi erheblich zur Konsolidierung des Konzerns beitragen.

Audi hat im Krisenjahr 2025 im VW-Konzern Gewinn erzielt. Betriebsräte fordern deshalb eine zusätzliche Prämie für die Belegschaft.
Audi hat im Krisenjahr 2025 im VW-Konzern Gewinn erzielt. Betriebsräte fordern deshalb eine zusätzliche Prämie für die Belegschaft.  Foto: Audi

Die Pkw-Sparte der Kernmarke VW kam auf rund 2,6 Milliarden Euro, Skoda auf knapp 2,5 Milliarden Euro operativen Gewinn. „Das trotz der vielfältige Herausforderungen auf den Märkten erreichte positive Gesamtergebnis für VW ist eben eine echte Konzern-Teamleistung, zu der die Audianerinnen und Audianer in Neckarsulm und Ingolstadt ihren Beitrag erbracht haben“, so Schlagbauer und Reinhart. „Gleiches gilt für das Erreichen des Netto-Cashflows im VW-Konzern, der Ende 2025 um rund sechs Milliarden Euro höher als erwartet lag. Auch das war eine Teamleistung aller Marken und Gesellschaften im Konzern.“

Audi-Betriebsrat fordert schnellstmöglich konkrete Verhandlungen

Daher sei es nur fair, dass auch die Audi-Beschäftigten ihren gerechten Anteil erhalten, heißt es von der Betriebsratsspitze der beiden deutschen Audi-Standorte. „Deshalb fordern wir ergänzend zur Audi-Ergebnisbeteiligung (AEB) eine Anerkennungsprämie für die besondere Leistung der Belegschaft im vergangenen Jahr“, sagen Schlagbauer und Reinhart.

„Wir haben dazu bereits das Gespräch mit dem Vorstand aufgenommen und verlangen schnellstmöglich konkrete Verhandlungen hierzu.“ Nur so könne zeitnah eine Entscheidung gefällt werden, damit alle Audi-Mitarbeiter eine faire Beteiligung bekommen können, „da es schließlich sie sind, die mit ihrem Einsatz diese Erfolge für Audi und den VW-Konzern möglich gemacht haben“.

Cashflow um sechs Milliarden Euro verbessert – Forderungen bei VW

Hintergrund ist ein unerwartet hoher Geldzufluss im vergangenen Jahr: Statt leerer Kassen sollen bei VW rund 6,4 Milliarden Euro zusammengekommen sein. Davon profitiert auch das Top-Management mit üppigen Boni. Genau das sorgt nun für Druck aus der Belegschaft. Daniela Cavallo, Chefin des Konzernbetriebsrats, stellte unlängst klar: „Also alle oder keiner. Fair muss es sein.“ So forderte sie unlängst bei der letzten Betriebsversammlung in Wolfsburg eine Anerkennungsprämie für die Belegschaft. 

Aktuell laufen Gespräche zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat über eine mögliche Anerkennungsprämie, ein Ergebnis gibt es aber noch nicht. Cavallo hatte zuletzt lediglich erklärt: „Die Gespräche dazu laufen vielversprechend.“ Ob es am Ende tatsächlich eine Prämie gibt – und wie hoch sie ausfallen könnte – ist laut Betriebsrat weiterhin offen.

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