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Ausbildungszahlen: Handwerk legt in Heilbronn-Franken zu, Industrie schwächelt

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Während es in gewerblich-technischen Berufen 2025 deutlich weniger neue Ausbildungsverträge gab, freut sich das regionale Handwerk über gestiegenes Interesse der jungen Leute. So sieht die Bilanz für die gesamte Region Heilbronn-Franken aus.


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Sorgen in der Industrie, Freude im Handwerk – die Ausbildungsbilanz für die Region Heilbronn-Franken für das Jahr 2025 fällt zweigeteilt aus. Während es in den IHK-Berufen einen Rückgang um mehr als sechs Prozent gab, verzeichnete die Handwerkskammer Heilbronn-Franken bei den Ausbildungsverträgen ein Plus von sechs Prozent.

Das zeigen die Zahlen für das Jahr 2025, die die beiden Kammern gemeinsam mit den regionalen Arbeitsagenturen veröffentlicht haben.

Ausbildungsjahr 2025: Große Unterschiede in den Landkreisen

So haben im Bereich der IHK Heilbronn-Franken im abgelaufenen Jahr 3681 junge Menschen eine Ausbildung begonnen – das sind 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Von dem Rückgang waren vor allem die gewerblich-technischen Berufe betroffen, hier gab es rund elf Prozent weniger neue Ausbildungsverträge im Kammerbezirk.

In den kaufmännischen Berufen betrug das Minus knapp drei Prozent. Regional gab es im Main-Tauber-Kreis mit einem Minus von 14 Prozent den stärksten Rückgang bei den Ausbildungsverträgen. In den anderen Landkreisen lagen die Rückgänge zwischen 4,2 und 7,4 Prozent. 


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IHK-Präsidentin Hirschmann spricht von besorgniserregenden Zahlen

„Die Zahlen können uns nicht zufriedenstellen“, sagt IHK-Präsidentin Kirsten Hirschmann. In den Zahlen spiegele sich die anhaltend schwierige wirtschaftliche Situation in den Ausbildungsbetrieben wider. „Wenn Investitionen zurückgefahren werden, sinkt auch die Ausbildungsbereitschaft“, sagt Hirschmann.

Auf der anderen Seite fänden nicht alle Betriebe geeignete oder genügend Kandidatinnen und Kandidaten. Die Situation in den gewerblich-technischen Berufen bezeichnet die IHK-Präsidentin als „besorgniserregend“. Langfristig verschärfe sich durch diese Entwicklung der Fachkräftemangel, so Hirschmann.

Handwerkskammer freut sich über klaren Aufwärtstrend in der Ausbildung

Deutlich besser ist das Ausbildungsjahr 2025 im regionalen Handwerk verlaufen. So verzeichnete die Handwerkskammer (HWK) Heilbronn-Franken zum Jahresende 1667 neue Ausbildungsverträge, das sind 94 Verträge oder sechs Prozent mehr als 2024. „Dass wieder mehr  junge Menschen in der Region eine handwerkliche Ausbildung beginnen, spricht für die hervorragenden Perspektiven, die unser Wirtschaftszweig bietet“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr. Gerade angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung seien die steigenden Zahlen ein positives Zeichen. Gleichwohl will die Kammer ihre Ausbildungsoffensive intensivieren.


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„Wir möchten unsere Präsenz in der Berufsorientierung weiter ausbauen und Schülerinnen und Schüler bereits frühzeitig durch praktische Erlebnisse ihre individuellen Wege ins Handwerk aufzeigen“, sagt Schnörr.

Arbeitsagenturen wollen die duale Ausbildung stärken

Auch die beiden Arbeitsagenturen in der Region wollen ihre Bemühungen zur Berufsausbildung und Fachkräftesicherung intensivieren. „Wir setzen uns dafür ein, dass kein junger Mensch verloren geht“, betont Katrin von Löwenstein, Leiterin der Arbeitsagentur Heilbronn. Eine berufliche Ausbildung sei ein wichtiger Schlüssel für ein erfolgreiches Arbeitsleben, ein höheres Einkommen und mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. „Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern daran, die duale Ausbildung zu fördern und zu stärken“, sagt von Löwenstein.

Ein Lichtblick ist nach Angaben der Kammern und Arbeitsagenturen, dass insgesamt weniger Ausbildungen abgebrochen werden. Der Negativtrend bei den Vertragslöschungen hat sich demnach im vergangenen Jahr gegenüber 2024 nicht weiter verschärft. So gab es bei der IHK Heilbronn-Franken einen Rückgang von 302 auf 234 Vertragslöschungen während der Probezeit. Bei der Handwerkskammer lag der Wert bei 37 Vertragslöschungen im Jahr 2025 (-1 zum Vorjahr). Arbeitsagenturen und Kammern werten dies als Ergebnis erfolgreicher Berufsorientierungsmaßnahmen in Schulen und Betrieben.

Noch gibt es in der Region viele unbesetzte Lehrstellen und unversorgte Bewerber

Ihre Kollegin Elisabeth Giesen, die die Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim leitet, weist darauf hin, dass es in der Region immer noch unversorgte Jugendliche und Betriebe mit unbesetzten Ausbildungsstellen gibt. Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim liege die Zahl der unbesetzten Lehrstellen bei 694, während die Zahl der unversorgten Bewerber bei 62 liege.

„Ein Grund dafür ist, dass die Anforderungen der Betriebe und das Potenzial, das Bewerberinnen und Bewerber mitbringen, nicht immer optimal zusammenpassen“, sagt Giesen. Die Agentur will hier mit Assistierter Ausbildung helfen, die Lücke zu schließen.

Arbeitsagenturchefin Giesen: Junge Leute sollen sich für Berufe mit Zukunft öffnen

Sorge bereitet Elisabeth Giesen, dass sich die Berufswünsche der jungen Leute über die Jahre hinweg kaum verändert haben. „Die Berufswelt hingegen verändert sich rasant. Entscheiden ist, alte Denkmuster loszulassen und sich für Berufe mit Zukunft zu öffnen“, sagt die Behördenchefin.

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