Wirtschaft in Heilbronn-Franken: IHK-Chefin kritisiert Bundesregierung scharf
Die IHK-Hauptgeschäftsführerin stellt Schwarz-Rot ein schlechte Zeugnis aus. Hoffnung machen ihr die starken Unternehmen in der Region Heilbronn und der neue Fokus auf Künstliche Intelligenz.
Elke Döring zeigt sich tief enttäuscht über die bisherige Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Die Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken hat dennoch Hoffnung, dass die Region gut durch die anhaltende Krise kommt.
In ihrem Jahresrückblick 2025 rechnet Döring mit der schwarz-roten Koalition in Berlin ab. Von den hohen Erwartungen der Wirtschaft nach der Bundestagswahl im Februar sei nicht viel geblieben. „Die Koalition aus CDU, CSU und SPD hat aus Sicht der Unternehmen nicht geliefert“, so Döring in einer IHK-Pressemitteilung.

IHK-Chefin Elke Döring übt scharfe Kritik an Wirtschaftspolitik der Bundesregierung
Vom versprochenen Stimmungsumschwung sei nichts zu spüren, stattdessen stecke die Bundesrepublik in der schwersten Wirtschaftskrise seit ihrer Gründung. Baden-Württemberg und die Region Heilbronn-Franken seien davon ganz besonders betroffen. Döring: „Wir erleben gerade, wie das, was Baden-Württemberg stark gemacht hat, verloren geht, ohne dass politisch entschieden genug gegengesteuert wird.“
Zwar habe die Bundesregierung einige Einzelmaßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft sowie das Sondervermögen auf den Weg gebracht. Dieses Geld müsse nun „in die richtigen Kanäle zur Wiederbelebung der Wirtschaft gegossen werden“, sagte die IHK-Hauptgeschäftsführerin. Das Problem sei das Klein-Klein und das Bild der Zerrissenheit, das die Koalition abgebe. Die beschlossenen Maßnahmen kämen zu spät oder zündeten nicht. Döring forderte eine „umfassende und grundlegende Reform der Wirtschafts- und Sozialpolitik“. Es müssten angesichts des massiven Wirtschaftsverfalls auch unbeliebte Reformen auf den Weg gebracht werden.
Industrie steht unter Druck: Döring warnt vor weiterer wirtschaftlicher Verschlechterung
Dörings Blick auf das Jahr 2026 fällt zweigeteilt aus. In der Industrie bestehe die Gefahr, dass sich die Situation weiter verschlimmere, wenn nicht entschieden gegengesteuert werde.
Auch von der anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 erwartet sie keine grundlegende Wende, da die wirtschaftspolitische Agenda in Berlin geschrieben werde. Dennoch sei die nächste Landesregierung aufgefordert, die Wirtschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu entlasten. Döring nannte hier die Förderpolitik, Bürokratie und Regulierung.
IHK-Hauptgeschäftsführerin hofft auf resiliente Unternehmen und den Ipai
Hoffnung machen der IHK-Hauptgeschäftsführerin, „dass unsere Unternehmen bereit sind, die Herausforderungen anzunehmen“ und den Blick nach vorne zu richten. Ein Hoffnungsträger sei auch der in Heilbronn entstehende KI-Innovationspark Ipai, mit dem die Region beim vielleicht wichtigsten Zukunftsthema Künstliche Intelligenz ganz vorne mitspielen werde.
Die Unternehmen in der Region seien bereit, diesen Wettbewerbsvorteil zu nutzen. „Denn eines haben sie nicht verlernt: ihren Innovationsgeist und die Fähigkeit, technologische Entwicklungen voranzutreiben“, sagt Döring.
Wenn auch die Politik mitspiele, müsse der Region vor den anstehenden Umwälzungen nicht bange sein, findet sie. „Die Region hat das Potenzial, auch unter ungünstigen Rahmenbedingungen Wirtschaftskraft und Wohlstand in Heilbronn-Franken zu sichern“, sagt Elke Döring.
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