Kammern feiern Jubiläum: 125 Jahre selbstverwaltetes Handwerk
1900 beziehungsweise 1901 wurden die acht baden-württembergischen Handwerkskammern gegründet. Zum Jubiläum gab es einen Festakt in Stuttgart – und bei der Kammer Heilbronn-Franken einen Blick ins Archiv.

Ihr 125-jähriges-Jubiläum haben die baden-württembergischen Handwerkskammern mit einem Festakt im Neuen Schloss in Stuttgart am Montag gefeiert. „Ende 1900 beziehungsweise Anfang 1901 wurden die acht Institutionen auf der Basis eines kaiserlichen Gesetzes als Selbstverwaltung des Handwerks eingerichtet“, heißt es in einer Pressemitteilung.
140.000 Betriebe umfassen die baden-württembergischen Handwerkskammern. Sie treten öffentlich für ihre Mitglieder auf, organisieren das Prüfungswesen für Gesellen und Meister und wachen über Recht und Ordnung.
Jubiläum: Heilbronner Handwerkskammer gründet sich vor 125 Jahren
Was heute die Handwerkskammer Heilbronn-Franken ist, wurde am 29. November 1900 im Rathaussaal Heilbronn als Handwerkskammer Heilbronn gegründet, das Gebiet unterschied sich noch von dem heutigen.
Nach der Gründung beschäftigte die Heilbronner Kammer vor allem die Lehrlingsausbildung: „Von der Festlegung der Lehrzeit über die Höchstzahl an Auszubildenden je Betrieb bis hin zur Einrichtung von Gewerbeschulen werden umfangreiche Tätigkeiten unternommen“, schreibt die Handwerkskammer Heilbronn-Franken in einer Zusammenstellung zu den vergangenen 125 Jahren.
125 Jahre Handwerkskammern Baden-Württemberg: Arbeit der Institutionen weiter wichtig
„Angesichts von Fachkräftebedarf und Überbürokratisierung ist wirtschaftliche Selbstverwaltung als Methode, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, statt es dem Staat zu überlassen, zeitgemäßer denn je“, so Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold zu dem Meilenstein.
Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann beglückwünschte die Institutionen zum Jubiläum und sagte: „Unser wirtschaftliches Geschäftsmodell gerät unter Druck. Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit als Standort steigern.“ Er dankte den Handwerkerinnen und Handwerkern für ihren „Beitrag für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts“.
Handwerkskammer Heilbronn-Franken entwickelt sich zu „modernem Dienstleistungszentrum“
Mit dem „Weyhingschen Anwesen“ in der Allee 36 erwarb die Heilbronner Handwerkskammer 1919 erstmals ein eigenes Kammergebäude. Bis zur vollständigen Zerstörung der Heilbronner Innenstadt bei den Luftangriffen am 4. Dezember 1944 diente es als Geschäftsstelle.
1949 nach dem Krieg und der Nazi-Zeit, in der die Handwerkskammern auch vom Staat gleichgeschaltet wurden und die Selbstverwaltung damit faktisch abgeschafft war, erwarb die Heilbronner Kammer dann das sogenannte „Buttersacksche Anwesen“ in der Allee 76. Dort ist bis heute der Hauptsitz des Organs. Die Grundzüge des alten Baus sind bis heute zu erkennen.
Mit der Kreisreform 1973 kam die Heilbronner Kammer zu ihren heutigen Grenzen. Sie umfasst gegenwärtig die Stadt Heilbronn sowie die Landkreise Heilbronn, Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Main-Tauber. 2003 wurde die Kammer, genauso wie der Regionalverband, umbenannt und trug ab dann den Namen „Heilbronn-Franken“.
„Heute ist die Handwerkskammer Heilbronn-Franken ein modernes Dienstleistungszentrum für rund 12.700 Handwerksbetriebe in der Region“, fasst die Institution in ihrer geschichtlichen Zusammenfassung ihren gegenwärtigen Zustand zusammen.
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