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Neckarsulms Audi-Werkleiter Fred Schulze verlässt Standort

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Neckarsulms Audi-Werkleiter Fred Schulze, der auch Mitglied im Aufsichtsrat des Autobauers ist, wechselt nach China. Dort übernimmt er einen der wichtigsten Jobs im Unternehmen. 


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Paukenschlag bei Audi in Neckarsulm: Wie die Heilbronner Stimme exklusiv recherchiert hat, wechselt Werkleiter Fred Schulze zum 1. Juli nach China. Im weltweit größten Automarkt wird der 59-Jährige neuer CEO des Gemeinschaftsunternehmens von Audi dem chinesischen Unternehmen SAIC.

In China hat die VW-Tochter eine eigene Elektromarke für jüngere Zielgruppen gegründet  AUDI in Großbuchstaben und ohne die typischen Ringe. Damit will der Autobauer auf dem schwächelnden Markt wieder Boden gut machen. Aktuell besteht das Modellprogramm aus zwei Fahrzeugen.

Fred Schulze ist aktuell noch Werkleiter des Audi-Standorts Neckarsulm. Zum 1. Juli wechselt er in den größten Einzelmarkt China.
Fred Schulze ist aktuell noch Werkleiter des Audi-Standorts Neckarsulm. Zum 1. Juli wechselt er in den größten Einzelmarkt China.  Foto: Audi

Audi-Werkleiter Fred Schulze wechselt nach China und übernimmt Schlüsselrolle im Joint Venture mit SAIC

Audi und SAIC wollen die Zusammenarbeit in der Volksrepublik ausweiten. Die beiden Unternehmen kündigten am ‌Rande der Automesse in Peking an, insbesondere bei der Entwicklung stärker zu kooperieren. So sollten in den kommenden Jahren vier gemeinsam entwickelte Fahrzeuge auf den Markt kommen.

Zudem solle ​ein gemeinsames Innovations- und Technologiezentrum in Schanghai gebaut werden. Fred Schulze wird ab Juli für alle Aktivitäten verantwortlich sein.

Fred Schulze war bereits vier Jahre für den VW-Konzern in China

Fred Schulze folgt auf Fermin Soneira, der das Gemeinschaftsunternehmen seit März 2024 führt. Der Spanier soll dem Vernehmen nach als Technikchef zur Audi-Tochter Lamborghini wechseln. Schulze gilt als ausgewiesener China-Experte. 

Der Topmanager war von 2018 an gut vier Jahre lang Executive Vice President für Produktion und Produktmanagement bei SAIC Volkswagen in Schanghai und hatte dort die Verantwortung für ein Produktionsvolumen von fast zwei Millionen Fahrzeugen. Nun soll er nach seiner Zeit in Neckarsulm, wo er seit Mai 2021 Werkleiter ist, den schwächelnden Markt in China stabilisieren. 

Fred Schulze: Bei Audi in Neckarsulm alle Anläufe pünktlich gemeistert

In Neckarsulm hat Fred Schulze mit der Mannschaft die größte Anlaufdichte in der Geschichte des Werks pünktlich gemeistert mit den neuen Generationen von A5 und A6 sowie sämtlicher Derivate. Zudem wurden im Werk große Bauprojekte wie die neue Lackiererei umgesetzt. Zudem ist auch eine neue Montagehalle entstanden, in der Verbrenner und E-Autos auf der selben Linie laufen.

Ein weiteres Highlight, das in  die Ära Schulze fällt, ist das Multifunktionsgebäude der Technischen Entwicklung, in dem unter anderem an Hochvolt-Batterien geforscht wird. „Wir haben gemeinsam viel erreicht und den Standort Neckarsulm klar auf die Zukunft ausgerichtet“, sagt Fred Schulze.

Fred Schulzes Wort hat Gewicht, auch in der Audi-Zentrale in Ingolstadt

In Neckarsulm schätzen sie Fred Schulze für sein Wissen, seine Präsenz im Werk und sein Engagement. Und dafür, dass er kein Einzelkämpfer, sondern ein Teamplayer ist. Einer, der die Interessen des Standorts auch gegenüber dem Vorstand vertritt – wenn es sein muss, auch mal mit Nachdruck. Schulzes Wort hat in der Ingolstädter Firmenzentrale Gewicht. „Fred hält den Laden in Neckarsulm zusammen, ganz gleich wie groß die Herausforderungen und Hürden auch sein mögen“, sagt einer aus seinem engsten Führungskreis.

Thomas Bogus wird zum 1. Juli neuer Werkleiter des Standorts Neckarsulm. Er war bereits einige Jahre in Neckarsulm tätig.
Thomas Bogus wird zum 1. Juli neuer Werkleiter des Standorts Neckarsulm. Er war bereits einige Jahre in Neckarsulm tätig.  Foto: Audi

Schulzes Nachfolger kennt den Standort Neckarsulm bereits gut

Nachfolger von Fred Schulze wird zum 1. Juli Thomas Bogus, der zuvor Werkleiter des Standorts Brüssel in Belgien war. Der designierte Neckarsulmer Werkleiter kennt den Standort bereits aus früheren Funktionen. Von 2010 bis 2012 war Bogus als Montageleiter der B-Reihe (A4/A5) und Leiter des Prüfzentrums der B-/C-Reihe (A4/A5/A6/A7) sowie von 2015 bis 2020 als Leiter der Fertigung und stellvertretender Werkleiter tätig. „Die Zeit als Geschäftsführer von Audi Brussels war für mich persönlich sehr hart und fordernd “, erzählt der 55-Jährige offen. „Nach der Entscheidung zur Schließung des Werks war mir wichtig, diese Aufgabe mit Respekt, Transparenz und im engen Dialog mit allen Beteiligten anzugehen. Offenheit und Vertrauen sind in solchen schwierigen Situationen entscheidend.”

Nun kehrt Bogus mit viel Tatendrang und klarem Blick nach vorne zurück. „Neckarsulm hat so viel Innovationskraft, einen starken Zusammenhalt und ein engagiertes Team – auch und gerade in herausfordernden Zeiten. Das schätze ich sehr“, sagt er. Aus seiner Zeit als Verantwortlicher für die Elektrifizierung der Standorte in Europa und China sowie für die Produktion der Modellbaureihen bringt Bogus umfassende Erfahrungen in der Transformation sowie ein tiefes Verständnis für den gesamten Produktionsprozess mit. „Der Standort Neckarsulm hat alle  Voraussetzungen für die künftige Produktion von Elektromodellen“, so Bogus. Die schrittweise Entwicklung zum Elektrostandort ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die ich mit klarer Überzeugung und vollem Einsatz angehe.“

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