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Neckarsulm oder Leipzig: Wo wird der nächste Audi A8 produziert?

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Bei der ersten Betriebsversammlung von Audi im neuen Jahr ging es unter anderem um die Zukunft des Topmodells A8. CEO Döllner kündigte eine Neuauflage an. Ob sie aber auch in Neckarsulm gefertigt wird, ist bislang offen. Das ist der Grund.


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Die erste Audi-Betriebsversammlung des Jahres nach der Betriebsratswahl in Neckarsulm stand klar im Zeichen der Zukunftsausrichtung des Standorts. Wie alle anderen Standorte befindet sich das Werk in der Region mitten in der Transformation. Das bedeutet für die Beschäftigten, dass sie sich umfassend weiterbilden müssen, um neue oder zusätzliche Aufgaben zu übernehmen.

Mit Mut, Eigeninitiative und verlässlicher Unterstützung könnten Beschäftigte neue berufliche  Perspektiven erschließen. „Entscheidend ist, dass dieser Wandel nicht über die Menschen  hinweg passiert, sondern mit ihnen gemeinsam transparent, planbar und respektvoll vollzogen  wird“, sagte Robin Lörcher, designierter stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, in seiner Rede vor rund 3200 Beschäftigten.

Audi-A8-Nachfolger kommt – wo er produziert wird ist bisher noch offen

Ein Geheimnis war es schon lange nicht mehr, aber seit der Jahrespressekonferenz ist es endlich offiziell: Audi bringt nochmal einen Nachfolger für sein Topmodell A8 mit Verbrennungsmotoren. „Für die Zukunft des A8 haben wir eine Entscheidung getroffen. Wir werden unseren Kunden in diesem Segment auch künftig wieder ein Angebot machen“, sagte Audi-Chef Gernot Döllner bei der Betriebsversammlung in Neckarsulm. „Aktuell kann ich keine Aussage dazu treffen, wo der A8 künftig gebaut werden wird. Doch wir stehen zum Standort Neckarsulm. Und wir möchten Ihnen eine stabile, verlässliche Perspektive geben. Auch und gerade in der Transformation.“

Bei Audi-Betriebsversammlung in Neckarsulm forderte Betriebsrat Robin Lörcher, dass auch der nächste A8 in Neckarsulm gefertigt wird.
Bei Audi-Betriebsversammlung in Neckarsulm forderte Betriebsrat Robin Lörcher, dass auch der nächste A8 in Neckarsulm gefertigt wird.  Foto: Audi

Zum Hintergrund: technische Basis für den nächsten Audi A8 bildet der Modulare Standardantriebs-Baukasten, kurz MSB, des VW-Konzerns. Diese Plattform nutzt unter anderem Porsche für den Panamera, der wie der Audi A8 in der Oberklasse angesiedelt ist. Porsche fertigt den Panamera am Standort Leipzig. Daher gibt es nach Informationen der Heilbronner Stimme im VW-Konzern derzeit drei mögliche Szenarien, über die im Zuge der künftigen Werkbelegung verhandelt wird: Beide Modelle laufen in Leipzig oder in Neckarsulm vom Band.

Der Audi A8 in der Produktion.
Der Audi A8 in der Produktion.  Foto: (AUDI AG)

Dritte Option ist, dass der Panamera in Leipzig bleibt, der A8 in Neckarsulm. „Damit wäre finanziell aber nichts gewonnen“, sagt ein Insider. „Aktuell werden die Produktionskosten der beiden Standorte miteinander verglichen, aber letztlich ist es im Konzern auch eine politische Entscheidungen.“

Audi-Betriebsrat: „Der A8 darf nicht irgendwo in einem Konzernwerk laufen“

Seitens der Arbeitnehmer hat man eine klare Position bei dem Thema. „Bekennen Sie sich dazu, dass das Premiummodell von Audi, unsere Speerspitze, nicht irgendwo in einem Konzernwerk laufen darf, sondern hier, bei uns, am Audi-Standort Neckarsulm“, sagte Betriebsrat Robin Lörcher in Richtung Vorstand. Bis zum Jahresende läuft die Produktion der aktuellen A8-Generation in Neckarsulm aus. Der Nachfolger wird dem Vernehmen nach in zwei bis drei Jahren erwartet.

Da es zum Produktionsstandort für den nächsten A8 noch keine Entscheidung gibt, ging Audi-CEO Döllner eher auf das Thema Digitalisierung ein. „Der Standort Neckarsulm entwickelt sich zu einem wichtigen Kompetenzzentrum für KI und Digitalisierung – mit Projekten wie KI gestützter Trocknersteuerung . Das stärkt unseren technologischen Anspruch und macht Prozesse effizienter, stabiler und zukunftsfähiger“, sagte der 57-Jährige in seiner Rede.

Audi: Anerkennungsprämie wird es dem Vernehmen nach nicht geben

Nur eine Nebenrolle spielte am Dienstag das Thema Anerkennungsprämie. Rund 100.000 Tarifangestellte von VW erhalten im Mai eine Anerkennungsprämie in Höhe von 1250 Euro ausbezahlt. Nach dieser Entscheidung hatte auch der Audi-Betriebsrat so eine Prämie für die Belegschaft gefordert. Unseren Informationen zufolge ist das Thema aber so gut wie vom Tisch. Hintergrund ist, dass es bei Audi wie in jedem Jahr eine Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt. Die entfällt für die Beschäftigten bei der Konzernmutter Volkswagen aber in diesem und im nächsten Jahr.

Für eine Facharbeiterin oder einen Facharbeiter an den deutschen Audi-Standorten Ingolstadt und Neckarsulm werden dieses Jahr 1740 Euro ausbezahlt. Zusätzlich werden je Beschäftigtem 1100 Euro in die betriebliche Altersvorsorge zugeführt – der Gesamtbetrag beläuft sich damit auf 2840 Euro.

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