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Audi Neckarsulm wird KI-Zentrum – "Gamechanger unserer Industrie“

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Audi will seine Produktion mit der Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) effizienter machen. Der Standort Neckarsulm ist dabei das Versuchslabor für den gesamten VW-Konzern. Die ersten Anwendungen laufen bereits im Serienbetrieb.


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Neckarsulm (inklusive Böllinger Höfe) ist nicht nur der komplexeste Standort des VW-Konzerns im Hinblick auf die vielen Modelle, die hier in der Region gefertigt werden. Technologisch wurde das kleinere der beiden deutschen Audi-Werke in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt.

Dazu zählt zum Beispiel das Multifunktionsgebäude C20 der Technischen Entwicklung. Dort wird unter einem Dach an Benzin- und Dieselmotoren sowie Batterien für künftige E-Autos geforscht. 

Audi-Vorstand Walker: „KI ist der Gamechanger unserer Industrie“

Nun rückt aktuell ein anderes Gebiet in den Fokus. Effizienz, Qualitätssteigerung, Inspiration: Audi nutzt dafür bereits heute an vielen Stellen im Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI). Künftig solle es noch mehr Anwendungsbereiche geben. Ziel sei, das Potenzial von KI und Daten umfassend auszuschöpfen – sowohl in Unternehmensprozessen als auch beim Kundenerlebnis mit Services und Produkten. Den größten Hebel bietet KI nach Angaben von Audi aktuell in Produktion und Logistik.

Mit der KI-gestützten Trocknersteuerung testet Audi in der Lackiererei am Standort  Neckarsulm den ersten Anwendungsfall aus einer Ipai-Kooperation im Serienbetrieb.
Mit der KI-gestützten Trocknersteuerung testet Audi in der Lackiererei am Standort Neckarsulm den ersten Anwendungsfall aus einer Ipai-Kooperation im Serienbetrieb.  Foto: Audi

Dort helfe sie nicht nur, Zeit und Geld zu sparen, wie Produktionsvorstand Gerd Walker erläutert: „KI ist der Gamechanger unserer Industrie: Durch ihren gezielten Einsatz schaffen wir eine Produktionsumgebung, die nicht nur effizienter und kostengünstiger ist, sondern auch höchste Qualitätsstandards erfüllt und den Menschen bestmöglich unterstützt.“ 

Audi-Standort Neckarsulm soll Zentrum für KI und Digitalisierung werden

Das Werk Neckarsulm, was läge näher in unmittelbarer Nachbarschaft zum KI-Innovationspark (Ipai) in Heilbronn, soll zum neuen Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung nicht nur des Audi-Konzerns aufgebaut werden. Serienreife Anwendungen sollen in Zukunft im gesamten VW-Konzern zum Einsatz kommen. Dafür gab es im Rahmen der Zukunftsvereinbarung im vergangenen Jahr 250 Millionen Euro extra als Absicherung.

„KI ist der Gamechanger unserer Industrie: Durch ihren gezielten Einsatz schaffen wir eine Produktionsumgebung, die nicht nur effizienter und kostengünstiger ist, sondern auch den Menschen bestmöglich unterstützt", sagt Audi-Vorstand Gerd Walker.
„KI ist der Gamechanger unserer Industrie: Durch ihren gezielten Einsatz schaffen wir eine Produktionsumgebung, die nicht nur effizienter und kostengünstiger ist, sondern auch den Menschen bestmöglich unterstützt", sagt Audi-Vorstand Gerd Walker.  Foto: Audi

Audi: Erste Serienanwendung soll in der Lackiererei Energie einsparen

In der neuen Lackiererei lässt sich ein erstes Beispiel für den Einsatz in der Serie anschauen. Karosserie um Karosserie wird über Förderbänder durch die riesige Halle geschoben. Schließlich werden sie in den Decklacktrockner gefahren, dort bleiben sie etwa 40 Minuten. „Die Trockner sind den ganzen Tag über unterschiedlich beladen - mal mit mehr, mal mit weniger Karosserien“, erklärt Projektleiter Sebastian Balbach. Zudem gebe es im Trockner selbst verschiedene Temperaturzonen, was sich auf den Energieverbrauch auswirke. „Wir arbeiten mit der Hilfe von KI daran, den Betriebszustand der insgesamt zehn Trockner zu optimieren“, sagt Balbach. Ziel sei eine deutliche Reduzierung des Strom- und Gasverbrauchs.

Konkrete Zahlen darf Balbach nicht nennen, aber um welche Dimensionen es dabei geht, wird schnell deutlich. „Die Lackiererei verbraucht gut die Hälfte der gesamten Energie am Standort“, erläutert der Projektleiter. „Zwei Drittel davon entfallen auf die Trockner. Da kann man sich in etwa vorstellen, wie groß da noch die Potenziale für Einsparungen sind.“


„Genau das macht unsere Partnerschaft im Ökosystem hier vor Ort so wertvoll.“

„Unsere KI-gestützte Trocknersteuerung ist ein schönes Beispiel für “KI made in Europe”: Hier in Neckarsulm testen wir den ersten Anwendungsfall aus einer Kooperation mit dem Ipai in Heilbronn im Serienbetrieb“, sagt Audi-Vorstand Walker. „Solche Beispiele zeigen, was entstehen kann, wenn innovative Köpfe aus verschiedenen Projekten zum kreativen Austausch zusammenkommen. Genau das macht unsere Partnerschaft im Ökosystem hier vor Ort so wertvoll.“

Bis zum Sommer will man nun testen, wie viel Energie sich dank der KI-gestützten Trocknung einsparen lässt. Mittel- und langfristig sollen solche Projekte im gesamten VW-Konzern ausgerollt werden. Bei Trocknern ist das nicht sehr schwierig, da die Anlagen sehr ähnlich sind, auch wenn sie von verschiedenen Herstellern kommen. „Die zündende Idee für das Projekt“, erzählt Sebastian Balbach, „entstand im persönlichen Austausch zwischen Audi-Beschäftigten und unseren Partnern - der appliedAI Initiative und der CVet gmbH in der Ipai-Kaffeeküche.“

Audi: Täglich kommen tausende Gigabyte an Daten hinzu

Unterdessen arbeiten die Experten die Experten in Neckarsulm an weiteren KI-Anwendungen, die wir noch vorstellen werden. Die bestehende Datenmenge der Produktion würde bereits jetzt reichen, um alle Filme der Welt mehrfach zu speichern oder mehrere tausend Jahre Filme zu schauen. „Der Datenschatz in Produktion und Logistik ist enorm groß. Mehrere hundert Petabyte an Daten gibt es bereits, täglich kommen tausende Gigabyte hinzu. Diesen Schatz heben wir, indem wir KI gezielt einsetzen“, sagt Produktionsvorstand Gerd Walker.

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