VfR Heilbronn im Abstiegskampf: Darum ist der neue Sportdirektor gleich in der Pflicht
Wenn der VfR Heilbronn die Liga halten will, ist auch Alexander Thomas sofort gefragt. Dafür muss der Sportdirektor allerdings Klinkenputzen, meint unser Autor.
„Ehrenmann“ würde die Jugend sagen. Die Älteren weniger neusprech-pathetisch: „Er hat sein Wort gehalten.“ Jedenfalls verdient das Geständnis Onur Celiks Respekt, die weitere Zukunft des von ihm mit Verve und Kalkül wiederbelebten Kultklubs VfR Heilbronn in fremde Hände zu legen. Der Vorsitzende vertraut nun – wie angekündigt – sein von der Kreisliga B binnen kurzer Zeit in die Fußball-Verbandsliga Württemberg rasant pubertierendes, aber nun in der sechsten Klasse stagnierendes Kind auch anderen an.
Mit dem gebürtigen Ehinger Alexander Thomas hat der Vorsitzende des VfR Heilbronn einen Sportdirektor an Bord geholt, der sich als Jurist im Recht rund ums runde Leder auskennen mag. Da ihn jedoch in seinem neuen Wirkungskreis fußballerisch kaum einer kennt, steht für den „Neigschmeckten“ erst einmal Klinkenputzen an. Um Kontakte aufzubauen. Denn wie soll ein zweifelsohne guter Anwalt sonst über Personalien bestimmen, die im Haifischbecken Fußball über Abstieg oder Klassenerhalt entscheiden?
Sportdirektor und Klubchef des VfR Heilbronn sind schnell gemeinsam gefragt
Sportlich auswirkende Asse im Abstiegskampf-Ärmel des VfR Heilbronn sind nach dem schleichenden Abschied von Cheftrainer Manuel Fischer nur zwei Personen – da selbst ein vereinsloser Coach aufgrund eines möglichen Scheiterns die Zusage verweigern dürfte: der bestens vernetzte Ex-Profi Zdenko Juric als ehrenamtlicher Teammanager, der aber keine erneute Interimslösung anstrebt, sowie Co-Trainer Matteo Battista, der wie Juric mit der Mannschaft umzugehen weiß, aber doch lieber die zweite Geige spielt.

Das improvisierte Trainer-Orchester des VfR Heilbronn müssen jetzt Onur Celik und Alexander Thomas gemeinsam dirigieren. Wohlwissend, dass ein möglicher Abstieg den Etat drastisch kürzen könnte. Fußball ist und bleibt eben Teamsport, auch auf der Funktionärsbank. Celik weiß das, hat los gelassen. Und den Ball seinem neuem Sportdirektor zugespielt. Denn wer elf Freunde auf dem Platz haben will, muss für Erfolge hinter den Kulissen ebenso viele in petto haben. Oder sogar noch ein paar mehr.
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