VfR Heilbronn von Verband zu Strafe verdonnert – das sind die Fakten zum Urteil
Der VfR Heilbronn wird vom Württembergischen Fußball-Verband aufgrund einer Fan-Aktion bestraft. Dabei geht es um Pyrotechnik, die niemandem geschadet hat.
Kurz vor Weihnachten muss der VfR Heilbronn noch eine bittere Pille schlucken. Denn aufgrund der Vorkommnisse im Vorfeld des Verbandsliga-Auswärtsspiels bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall hat der Württembergische Fußball-Verband (WFV) eine Geldstrafe gegen die Schwarzweißen verhängt. Doch trotz der zu entrichtenden 400 Euro plus Verfahrenskosten von 15 Euro kann sich der Verein noch glücklich mit der Höhe der Bestrafung schätzen – weil das Regelwerk in solchen Fällen auch Punktabzüge vorsieht.
Kurz vor Anpfiff der Partie des VfR Heilbronn bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall, die 1:1 endet und Trainer Manuel Fischer den ersten Punktgewinn beschert, setzen die Supporters 740 ein pyrotechnisches Signal zur Unterstützung ihres Klubs. Der teilt darauf auf Facebook mit: „Es gibt Momente im Fußball, die weit mehr sind als Farben, Fahnen und Gesang. Momente, in denen man spürt, dass ein Verein getragen wird – nicht von Ergebnissen, sondern von Herzen. Und genau so ein Moment war eure Choreo.“
Zum Strafmaß für den VfR Heilbronn kann der WFV derzeit keine Einschätzung abgeben
Obwohl die pyrotechnische Choreo der Supporters 740 von vielen Fußballfans ähnlich gefeiert wird, findet sie nicht überall Anklang. Während eine Stadträtin das Heilbronner Wappen entfremdet sieht und eine – bis dato wohl erfolglose – Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt hat, greift der WFV mittels eines Urteils durch. David Biedemann, Ansprechpartner Sportgerichtsbarkeit, kann dazu aber „keine aktuelle Einschätzung“ abgeben. Grund: „Die Kollegin, die das bearbeitet hat, ist im Urlaub.“

In seinem der Heilbronner Stimme vorliegenden Urteil schreibt der WFV: „Die Feststellungen zum Sachverhalt beruhen auf den Angaben des Schiedsrichters in seinem Bericht sowie den hierzu nicht in Widerspruch stehenden Angaben des betroffenen Vereins. Es wird erklärt, man habe zwar mitbekommen, dass die Jungs eine Choreografie vorgehabt hätten, aber von Pyrotechnik sei keine Rede gewesen.“ Wäre das dem VfR Heilbronn dem Urteil zufolge bewusst gewesen, „hätten wir sicherlich unsere Einwände geäußert“.
Supporter des VfR Heilbronn sehen durch solche Urteile Stadion-Stimmung leiden
Die Supporters 740 des VfR Heilbronn weisen in Anbetracht der Geldstrafe darauf hin, dass es „keine Verletzten, keine Beschwerden (im Gegenteil!)“ gegeben habe – und merken in einem Statement auf Instagram an: „Es kann nicht sein, dass Vereinen hohe Strafen oder Punktabzug angedroht wird für die völlig ungefährliche Verwendung von Pyrotechnik.“ Eine solche Politik treibe einen Keil zwischen Vereine und aktive Fans. Und langfristig werde dadurch die Stimmung auf Plätzen und in Stadien leiden.
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