Fußball-Bundesliga
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Anzahl und Zeitpunkt der Tore – Gründe und Folgen der 3:4-Pleite des VfB Stuttgart

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Trotz Führung im Heimspiel verliert der VfB Stuttgart gegen Bayer 04 Leverkusen. Das Spiel steht sinnbildlich für mehrere Probleme des Vizemeisters – und kann durchaus noch Folgen haben.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Der Sonntagabend war ein bitterer für den VfB Stuttgart. Nach einem weitestgehend guten Auftritt gegen Bayer 04 Leverkusen, stehen die Stuttgarter erneut mit leeren Händen da. Zwar war die Leistung wesentlich besser als noch in der Vorwoche bei Holstein Kiel, doch bekannte Probleme bleiben bestehen und die Folgen könnten schwerwiegend sein. 

Dabei geht es nicht um die Teilnahme am europäischen Wettbewerb, was nun erstmal aus allen schwäbischen Köpfen wie weggefegt sein dürfte. Es geht um die Nachwehen, die mentalen. Fünf Spiele in Folge hat der VfB Stuttgart geführt und es nicht geschafft, das Spiel zu gewinnen. Meist fallen in der Schlussphase die Gegentore und dann geht es auch noch in die heiße Phase der Saison. 

VfB-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen: Das war der "Knackpunkt" für Hoeneß

Direkt nach Spielende stand der Schock über die Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen den Akteuren des VfB Stuttgart ins Gesicht geschrieben. Die Spieler ließen Köpfe und Schultern hängen, obwohl die Leistung gut war. Die Verantwortlichen fanden kaum eine Begründung. Fans fragte auf X (ehemals Twitter): "Wie können wir dieses Spiel aus der Hand geben?" 


Die erste und einfache Erklärung von VfB-Trainer Sebastian Hoeneß: "Der Knackpunkt für das Endergebnis ist, dass wir zu schnell nach unseren Treffern jeweils das Gegentor kassieren." Ein Problem, dass sich nun durch die letzten Wochen zieht. Der VfB spielt "leidenschaftlich, mit Mut, setzten Leverkusen immer wieder unter Druck", doch dann gibt es die "Nacken- und Rückschläge", wie Hoeneß die Gegentore bezeichnet. 

VfB Stuttgart hat ein Problem: Zu viele und zu schnelle Gegentore

Ein Blick auf die letzten fünf Sieglos-Spiele zeigt: Immer hat der VfB Stuttgart geführt, nie hat der VfB Stuttgart gewonnen. Dazu kommen zum einen die Anzahl der Gegentore, zum anderen der Zeitpunkt. Oft war es die Schlussphase, meist fanden die Gegner zu schnell eine Antwort auf VfB-Tore.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Nach fünf Minuten gegen den VfL Wolfsburg. Nach elf Minuten gegen den FC Bayern München, immerhin erst nach 15 Minuten gegen Holstein Kiel. Gegen Bayer 04 Leverkusen kassierte der VfB Stuttgart acht Minuten nach dem 2:0 den Anschlusstreffer und sechs Minuten nach dem 3:1 erneut einen Gegentreffer. 

Einzige Ausnahme war das Spiel bei der TSG Hoffenheim, denn da gingen die Schwaben zwar früh in Führung, kassierten aber erst in der 74. Minute den Ausgleich. Und auch das ist ein Punkt: Von den zwölf Gegentoren in den vergangenen fünf Spielen fielen acht in der letzten halben Stunde. Vier davon sogar nach der 85. Minute. 

Gute Leistung und individuelle Fehler – VfB Stuttgart spielt nicht zu Null

Die – mit Ausnahme in Kiel – verdiente Führung wurde immer wieder hergegeben, zu wenig Punkte, Ratlosigkeit und Frust sind das Ergebnis. Dabei ist mit Finn Jeltsch in der Abwehr beim VfB Stuttgart nun ein junger Spieler, der in seinen drei Startelfeinsätzen zu überzeugen wusste. Jeff Chabot als erfahrener Spieler sortiert die Abwehr. Ameen Al-Dakhil zeigte gegen Bayer 04 Leverkusen ebenfalls eine gute Leistung. 

Doch immer wieder kommt es auch zu individuellen Aussetzern. Ramon Hendriks klärte gegen den Deutschen Meister nicht, gegen Holstein Kiel war es ähnlich. Das Eigentor von Angelo Stiller? Pech. Gegen den FC Bayern München gingen er und Alexander Nübel unnötiges Risiko ein. Die Fehler ziehen sich durch alle Mannschafsteile im Defensivverhalten, auch wenn gerade am Sonntag auffällig war, dass sogar Ermedin Demirovic an der eigenen Grundlinie mutig einstieg und aushalf. 

Der VfB Stuttgart bringt zum fünften Mal in Folge eine Führung nicht durch. Gegen Bayer 04 Leverkusen wird es in den Schlussminuten dramatisch.
Der VfB Stuttgart bringt zum fünften Mal in Folge eine Führung nicht durch. Gegen Bayer 04 Leverkusen wird es in den Schlussminuten dramatisch.  Foto: IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

Der VfB Stuttgart braucht eine gute, konzentrierte Abwehrleistung über 90 Minute und mehr, damit auch drei Tore wieder reichen, um ein Heimspiel zu gewinnen. Das die Abwehr derzeit nicht sattelfest ist, zeigt auch eine andere Statistik: Alexander Nübel spielte in bislang 26 Bundesliga-Spielen nur viermal zu Null. In der Vorsaison brachte der Nationaltorwart es noch auf elf Spiele ohne Gegentreffer. Defensivverhalten, es wird ein Problem sein, dass der VfB Stuttgart angehen muss. 

3:4-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen noch lange in den VfB-Köpfen?

Doch die Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen kann noch eine weitere Folge für den VfB Stuttgart haben als nur die Arbeit am Defensivverhalten. Es geht um das Mentale. Erneut haben die Schwaben die Führung verspielt, was passiert in den Köpfen der Spieler beim nächsten Mal? Am 28. März ist der VfB zu Gast bei Eintracht Frankfurt und will erneut angreifen. "Es bringt nichts, nun in Selbstmitleid zu verfallen, sondern wir müssen gemeinsam durch diese Phase gehen und mit aller Wucht den Bock umstoßen. Wenn wir das schaffen, kann uns das als Mannschaft weiterbringen", erklärt Hoeneß am Sonntagabend.

Doch die Leverkusen-Pleite wird im Hinterkopf stecken: Trotz guter Leistung, aufopferungsvollem Kampf und hoher Führung im Heimspiel kein Sieg. Auch im DFB-Pokal könnte es Auswirkungen haben auf den VfB Stuttgart im Saisonschlussspurt. Die Titelchance lebt, aber in einem möglichen Finale könnte erneut Bayer 04 Leverkusen warten. Die zwei Szenarien: Der VfB geht mit einem "Wir waren schon oft nah dran" im Unterbewusstsein ins Spiel oder mit einem "Wir revanchieren uns jetzt für alle Niederlagen". Fragen auf die die restliche Saison Antworten liefern wird.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben