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Anspruchsdenken bei VfB-Fans? 3:0 in Gladbach keine „Selbstverständlichkeit“

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Der VfB Stuttgart gewinnt 3:0 bei Borussia Mönchengladbach. Die Fans wirken zufrieden, was in den vergangenen Spielen nicht der Fall war. Die Verantwortlichen mahnen vor zu hohen Ansprüchen.


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Im Pokal-Viertelfinale, kein frühes Aus als Titelverteidiger. In der Europa League zwei Spiele vor Ende der Ligaphase sicher in der Zwischenrunde und auch vor dem Spiel gegen die Young Boys Bern noch mit der Chance auf den direkten Achtelfinaleinzug. In der Bundesliga Tabellenvierter, wenn auch ein Spiel mehr als RB Leipzig.

Der VfB Stuttgart spielt eine starke Saison, gewinnt auch Spiele ohne Hurra-Fußball wie bei Borussia Mönchengladbach. Erschreckend für die Konkurrenz: Die Schwaben haben sich weiterentwickelt. Kaderbreite, Konstanz, Taktik – alles ist mindestens einen Schritt weiter als noch in der Vorsaison. Und dennoch bleibt der VfB in der Erwartungshaltung bodenständig – zumindest intern!

„Das hilft uns nicht“ – VfB-Trainer Hoeneß plädiert für das Hier und Jetzt

„Ich weiß wie die Dinge laufen. Wir haben gegen Union 1:1 gespielt, in Rom verloren. Gewinnen wir das heutige Spiel nicht, dann gibt es wahrscheinlich solche Fragen nicht“, erklärt VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auf den „Dazn“-Vergleich zum Vorjahr. Damals hatten die Stuttgarter einen Negativlauf im Frühjahr. 


„Es wird viel bezogen auf die Phase, die wir letztes Jahr hatten. Für mich eine Phase, die es gibt und die es auch dieses Jahr möglicherweise wieder geben kann“, gibt Hoeneß zu und erklärt: „Es muss natürlich darum gehen, dass sie nicht zu lange gehen.“ Allüren und Titelankündigungen? Fehlanzeige beim VfB Stuttgart, zumindest bei der Mannschaft. 

Nimmt man Jamie Lewelings Ansage in der Euphorie nach dem Pokalsieg mal außenvor, besteht schwäbische Zurückhaltung. „Es bringt nichts zu schauen, was vor einem Jahr war oder was in vier Monaten sein wird. Das hilft uns nicht“, so Hoeneß. „Wir sind gut unterwegs.“ Und dennoch gibt es immer wieder kritische Stimmen.

Gentner mahnt zur Bodenständigkeit – VfB Stuttgart zwischen Hurra und Kritik

Nach dem Unentschieden gegen Union Berlin, die mit Platz neun und 24 Punkten durchaus auf die internationalen Plätze schielen, war der Frust groß. Unentschieden gegen Union? Ein schwacher Auftritt. Gegen AS Rom zeigte der VfB Stuttgart zwar eine ordentliche, aber keine gute Leistung. Die Chancenverwertung und vor allem Deniz Undav standen in der Kritik. Im Netz machten Fans ihrem Frust freien Lauf, Undav antwortete beim 3:0-Sieg in Gladbach erst auf dem Platz, dann im Interview. 

Nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach gab es wenig Kritik zu äußern, selbst auf X (ehemals Twitter) gab es viel Lobhudelei. Im Stadion singen die Fans derweil: „Wenn du mich fragst, wer Meister wird...“ Ob das auch die nächsten Spiele so bleibt? In Stuttgart ist der Anspruch gestiegen. Nach Champions League und Pokalerfolg sind die Fans heiß auf mehr. Schwächephase werden nicht gerne gesehen.

Entweder der VfB gewinnt oder Trainer, Stürmer, Neuzugänge werden hinterfragt. An Objektivität fehlt es in Mitten der Emotionen teils. Der VfB Stuttgart zählt jetzt zu den Großen. So fühlt es sich an. „Wir dürfen nicht ganz vergessen, wo wir hier spielen, wo wir auch selbst herkommen“, sagt Christian Gentner gegenüber VfB-TV. Ein 3:0 in Gladbach „darf nie eine Selbstverständlichkeit sein für den VfB Stuttgart“, so der Sportdirektor. Eine wichtige Erinnerung, auch im Sinne der restlichen Saison.

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