Neckarsulmer Kraftakt mit ein bisschen Licht und erneut viel Schatten
Die Sport-Union Neckarsulm schrammt beim Buxtehuder SV nur knapp an der nächsten Blamage vorbei. Gegen das Bundesliga-Schlusslicht findet das Team von Thomas Zeitz nach einer kopflosen ersten Hälfte zur Normalform, muss aber dennoch bis zum Schluss zittern.

Mit einem blauen Auge und einer Menge Nervenflattern, aber immerhin auch mit den so wichtigen zwei Punkten hat die Sport-Union Neckarsulm am Samstagnachmittag im Rahmen des 14. Bundesliga-Spieltags ihr allererstes Gastspiel in der Neuen Halle Nord in Buxtehude beendet.
Nach einer über weite Strecken erschreckend schwachen ersten Spielhälfte fanden die Gäste im Norden Niedersachsens erst nach Wiederbeginn ihren Mut und gegen einen beherzt aufspielenden Buxtehuder SV entsprechende Lösungen, so dass sie letztlich denkbar knapp mit 28:27 (12:15) die Oberhand behielten.
"Ein bisschen glücklich": Thomas Zeitz sieht umgehend Verbesserungsbedarf
Ihr erster Sieg im Jahr 2026 war im Ergebnis zwar die (von der Mannschaft selbst) geforderte Reaktion auf das unerwartete 23:24 in der Vorwoche gegen den SV Union Halle-Neustadt, spielerische Souveränität fehlte dem Team von Trainer Thomas Zeitz aber auch im zweiten Spiel in Folge gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller gänzlich.
"Ich bin einfach überglücklich, dass wir am Ende, sicherlich ein bisschen glücklich, die zwei Punkte mitnehmen", sagte Zeitz nach der Partie gegen das weiterhin sieglose Bundesliga-Schlusslicht. "Ich denke, man hat gesehen, dass wir uns nach dem Spiel vergangene Woche noch ein bisschen aus einem Tal herausarbeiten mussten."
Vier-Tore-Lauf rettet Halbzeit-Bilanz der Sport-Union
Diese Arbeit hatte mindestens die ersten 30 Spielminuten in Anspruch genommen. Phasenweise durchschritt die Sport-Union in Buxtehude gar ein noch tieferes Tal als gegen Union Halle-Neustadt. Einzig ein guter Schlussspurt bewahrte die Neckarsulmerinnen vor Schlimmerem. Immer dann, wenn es im eigenen Angriffsspiel schnell ging, sobald Munia Smits in freigeblockte Lücken stoßen konnte oder Antje Döll und Iva van der Linden über die Außen frei zum Abschluss kamen, war die Sport-Union gefährlich. Ein 4:0-Lauf brachte sie so bis zur 29. Spielminute beim Spielstand von 12:13 wieder auf ein Tor heran.
Bis auf diesen Vier-Tore-Lauf enttäuschten die Gäste allerdings weitestgehend. Vielfach rieben sie sich an der Buxtehuder Abwehr auf, die erst nach einer Auszeit von Zeitz nach zwölf Minuten auf eine echte 5:1-Deckung umgestellt wurde - eine Maßnahme, die der Neckarsulmer Trainer eigentlich von Beginn an erwartet hatte.
Fehlende Durchschlagskraft im Neckarsulmer Angriffsspiel
Halbherzige, überhastete Abschlüsse machten es dem BSV zudem leicht, mit seinem schnellen Umschaltspiel gefährlich umzuschalten und vor das Tor von Lena Ivancok zu kommen. Auch aufgrund dreier Pfostentreffer stand nach einer Viertelstunde eine Neckarsulmer Trefferquote von 27 Prozent zu Buche; nach 17 Minuten hatte die Sport-Union magere zwei Feldtore erzielt. Gleich zweimal gerieten die Gäste aufgrund ihrer Offensivschwäche und Einfallslosigkeit mit fünf Toren ins Hintertreffen. Wie schon in der Vorwoche gegen Union Halle-Neustadt fehlte die Durchschlagskraft.
Diese kam erst unmittelbar nach der Halbzeit, als die Sport-Union, angeführt von Spielführerin Smits, dank eines 6:1-Laufes die Führung übernahm und zeitweise selbst auf fünf Treffer davonzog (26:21, 50.). Doch statt die Schlussminuten abgeklärt herunterzuspielen, schmolz der Vorsprung stetig, so dass der Buxtehuder SV 40 Sekunden vor Schluss den Ausgleichstreffer in der Hand hatte, ehe Angunn Gudmestad einen Pass Isabelle Dölles antizipierte und Annefleur Bruggeman in der Folge zum vorentscheidenden 28:26 ins verwaiste Buxtehuder Tor traf. Doch zu ausgelassenen Siegesfeiern war anschließend niemandem zumute.
Ausführliche Berichterstattung folgt.
Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (10 Paraden); Fossum – Ossenkopp, Gudmestad (2), Hinkelmann, Bruggeman (1), Soffel (1), Döll (5/1); van der Linden (6), Albers, Kordovská (1), Holtman, Smits (8), Holste (1), Uscinowicz (3/3).
Erfolgreichste Werferinnen Buxtehuder SV: Anika Hampel (8/3), Isabelle Dölle (4).
Schiedsrichter: Steven Heine/Sascha Standke.
Siebenmeter: Buxtehuder SV: 4/5; Sport-Union Neckarsulm: 4/5.
Zeitstrafen: 0/2.
Zuschauer: 1316.
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