„Momentan sind wir noch zu weit weg“: Sport-Union zieht in Buxtehude nur knapp den Kopf aus der Schlinge
Der Zittersieg der Sport-Union Neckarsulm beim Buxtehuder SV lässt Spielerinnen und Trainer im Gefühlschaos zurück: erleichtert und kritisch einerseits, stolz und positiv gestimmt andererseits. Die Stimmen zum Spiel.

Große Erleichterung bei den einen, große Enttäuschung bei den anderen: Während die Sport-Union Neckarsulm nach ihrem knappen 28:27 (12:15)-Auswärtssieg am Samstagnachmittag in Buxtehude tief durchatmete, waren die Gesichter bei allen, die es mit dem weiterhin sieglosen Buxtehuder SV hielten, ziemlich lang.
Nach der Partie sprach Neckarsulms Trainer Thomas Zeitz von einem Sieg, der für seine Mannschaft durchaus „ein bisschen glücklich“ sei, während Spielführerin Munia Smits vor allem erleichtert war, nicht erneut gegen einen schwächer eingeschätzten Gegner verloren zu haben. Buxtehuders Interimstrainer Nicolaj Bredekjær Andersson haderte hingegen ebenso wie Teresa von Prittwitz mit dem Spielausgang. Die Stimmen zur Partie.
Thomas Zeitz
...über den knappen Auswärtssieg beim Buxtehuder SV: „Ich bin einfach überglücklich, dass wir am Ende, sicherlich ein bisschen glücklich, die zwei Punkte mitnehmen und denke, man hat gesehen, dass wir uns nach dem Spiel vergangene Woche noch ein bisschen aus einem Tal herausarbeiten mussten. Aber in der zweiten Hälfte haben mir die Energie meiner Mannschaft und dass sie einfach stoisch und konsequent unseren Plan weiter umgesetzt hat, gefallen. Auch wenn wir am Ende ein etwas glücklicherer Sieger sind, nehme ich die zwei Punkte trotzdem; auch wenn es mir für ‚Buxte‘ und Nico (Nicolaj Bredekjær Andersson, Interimstrainer des Buxtehuder SV, Anm. d. Red.) ein bisschen leidtut.“
...auf die Frage, ob seine Mannschaft doch noch einmal die Top vier der Tabelle angreifen könnte: „Nein. Wir sind noch nicht so weit. Wir sind auf dem Weg, wir wollen uns entwickeln und wir haben in Neckarsulm einen klaren Plan, wie das vonstatten gehen soll. Wir sind in diesem Jahr das erste Mal dabei, einen Stamm (von Spielerinnen, Anm. d. Red.) zu haben, der ein zweites Jahr da ist und den wir auch in das nächste Jahr mit übernehmen wollen. Und dann ist es hoffentlich in ein oder zwei Jahren soweit, dass man solche Schritte gehen kann. Aber momentan, und das hat man heute in dem Spiel gesehen, sind wir noch zu weit weg. Die Top vier anzugreifen, wäre daher nicht realistisch, ist aber auch gar nicht nötig.“
...über die Leistung seiner Mannschaft: „Meine Mannschaft ist auf dem Weg sich zu entwickeln, macht das gut und hat jetzt zwölf Punkte. Vergangenes Jahr hatten wir Ende Januar vier (Es waren sechs Punkte, Anm. d. Red.). Heute war es wichtig, dem Widerstand von letzter Woche ein bisschen zu trotzen. Das haben die Mädels mit Bravour gemacht, worauf ich ziemlich stolz bin.“
...über den Buxtehuder SV, der weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg wartet: „Der kommt noch. Sie haben heute wieder ein ordentliches Spiel gemacht und werden Erfolg haben und Punkte einfahren. Der Kader ist gut und die Mädels geben sich nie auf. Das wird sicherlich funktionieren.“
...über die Neue Halle Nord, die neue Spielstätte des Buxtehuder SV: „Es ist schön, hier zu spielen in dieser Halle und mit diesem Publikum. Es ist eine echte Handball-Atmosphäre, das macht Spaß.“
Munia Smits
...über die Wichtigkeit des hart erkämpften Auswärtssieges: „Er ist für uns sehr wichtig. Wir hatten die Pflicht, hier heute zwei Punkte zu holen. Diesen Druck zu haben, ist einerseits hart, andererseits haben wir uns diesen Druck aber auch selbst aufgebaut, nachdem wir vergangene Woche gegen Union Halle-Neustadt zwei Punkte liegengelassen hatten. Wir hatten uns da super schwer getan und konnten nicht unbedingt ein gutes Gefühl aus diesem Spiel mitnehmen.“
...über die Vorbereitung auf die Partie: „Wir haben die ganze Woche über ganz hart trainiert und uns auf die 5:1-Deckung von Buxtehude vorbereitet, weil wir wussten, dass die kommt und dass wir uns gegen diese 5:1-Deckung schwertun werden.“
...über den abwechslungsreichen Spielverlauf: „Nach einem nicht so guten Start, bei dem man kurz gedacht hat ‚Oh Gott, oh Gott‘, haben wir uns vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte in den ersten 15 Minuten wieder zurück- und herangekämpft, so dass das Spiel wieder bis zum Schluss offen war. Es war ein sehr spannendes Spiel, aber ich bin sehr, sehr froh, dass diese zwei Punkte jetzt auf unserem Konto stehen.“
...über die guten ersten Minuten ihrer Mannschaft nach der Halbzeit: „Ich glaube, es ist als Gegner immer hart, wenn man einen 0:4-Konter hinnehmen muss. Einem selbst bringt das aber enorm viel Energie und Motivation. Wir hatten uns in der Kabine vorgenommen, dass wir mit genau dieser Energie wieder auf die Platte kommen müssen, ansonsten würde es ganz, ganz hart hier werden. Das haben wir geschafft; ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft.“
Nicolaj Bredekjær Andersson
...über das unglücklich verlorene Spiel: „Es ist hart, so ein enges Spiel zu haben und es dann am Schluss, als es um den letzten Ball geht, nicht zu schaffen. So etwas tut immer weh; genauso, dass wir uns nicht belohnen − zumindest mit einem Punkt. Das macht keinen Spaß, denn die Mädels kämpfen wie verrückt. Wir haben grundsätzlich ein gutes Spiel gemacht und von beiden Seiten guten Handball gesehen.“
...über das, was seiner Mannschaft noch fehlt, um ein Spiel wie gegen die Sport-Union zu gewinnen: „Wir bekommen Probleme, wenn man einige Großchancen nacheinander liegen lässt. Dann sind wir noch nicht in der Position, dass es für uns normal ist, nach einer Führung in einen Rückstand zu kommen und aus diesem heraus dann wieder in Führung zu gehen. Das muss man erst wieder lernen. Aber ich denke trotzdem, so ein Spiel wird Selbstvertrauen aufbauen und ich hoffe, dass man sieht, dass die letzten zwei Spiele gezeigt haben, dass die Mannschaft jetzt weiß, wohin es geht. Und irgendwann wird der erste Sieg kommen, wir kämpfen dafür wie verrückt, um dieses Ziel zu erreichen.“
...über die sportlichen Aussichten für die nächsten Wochen: „Wir brauchen die Unterstützung der Fans, die pusht uns nach vorne, und wir wollen es hier in der Halle gerne zusammen schaffen, dass die Punkte wieder kommen. Wir kommen näher und näher heran, hatten heute unser erstes Spiel mit einer normalen Kreisläuferin (Nationalspielerin Jolina Huhnstock bestritt nach Verletzung ihr erstes Spiel seit der Weltmeisterschaft, Anm. d. Red.) weswegen ich glaube, dass wir für die nächsten Spiele erwarten können, dass wir noch einige Prozente drauflegen können. Ich habe unter der Woche eine fokussierte Truppe gesehen, die auch Freude ausstrahlt. Der erste Sieg ist aus meiner Sicht bloß eine Zeitfrage.“
Teresa von Prittwitz
...über die bittere Niederlage nach großem Kampf: „Wir sind unfassbar enttäuscht, weil wir heute unbedingt gewinnen wollten, wie wir gerade in der ersten Hälfte gezeigt haben. Wir haben mega gekämpft und eine gute Abwehr gespielt, verlieren aber in der zweite Hälfte leider den Faden. Wir haben zu viele Fehlwürfe und bekommen auch in der Abwehr nicht mehr den Zugriff. Das ist gerade sehr schwer zu verdauen, muss ich ehrlich sagen.“
...über den verschlafenen 0:4-Start nach der Halbzeit: „Einen solchen Lauf hatten sie ja auch schon in der ersten Hälfte, aber da haben wir uns wieder gefangen und sind anschließend wieder auf drei Tore weggezogen. Nach der Halbzeit haben wir es aber nicht mehr geschafft, das Ding umzudrehen, so dass wir am Ende mit einem verlieren.“
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