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Erst vielversprechend, dann enttäuschend: Buxtehuder SV überrumpelt Sport-Union Neckarsulm 

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Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm verliert gegen den Buxtehuder SV sein erstes Playoff-Heimspiel nach schwacher zweiter Hälfte überraschend deutlich mit acht Toren Differenz.

Das Angriffsspiel der Sport-Union um Alicia Soffel (Mitte) verfing sich häufig im engmaschigen
Buxtehuder Abwehrnetz um Lin Lück (links) und Carina Senel
Das Angriffsspiel der Sport-Union um Alicia Soffel (Mitte) verfing sich häufig im engmaschigen Buxtehuder Abwehrnetz um Lin Lück (links) und Carina Senel  Foto: Christiana Kunz

Viel Frust, eine derbe Klatsche und keine Punkte: Die Sport-Union Neckarsulm hat am Samstagabend in der Handball-Bundesliga einen herben Rückschlag im Kampf um Platz fünf hinnehmen müssen. In der Ballei verlor der Erstligist gegen den Buxtehuder SV überraschend deutlich mit 24:32 (13:14).

„Wir haben heute definitiv nicht unser bestes Spiel gemacht und wenn wir das nicht machen, dann holen wir auch keine Punkte“, stelle Kreisläuferin Kim Hinkelmann nach der Schlusssirene nüchtern fest.

Vielversprechender Start: Sport-Union findet gut ins Spiel

Dabei war die Sport-Union zu Beginn bestens im Spiel gewesen und hatte nahtlos an ihr Spiel bei Union Halle-Neustadt anknüpfen können. Aus einer 2:0-Führung wurde zwar kurzzeitig ein 2:3-Rückstand (6.), doch in der Folge baute sich die Mannschaft von Thomas Zeitz mehrfach eine Drei-Tore-Führung auf, die zunächst Sicherheit gab.

Wie vom Neckarsulmer Trainer prophezeit, agierten die Gäste aus dem Norden mit einer 5:1-Deckung, an deren Spitze Teresa von Prittwitz oder Carina Senel das Angriffsspiel der Sport-Union frühzeitig zu stören versuchten, was Alicia Soffel oder Paulina Uscinowicz, die beiden Unterschied-Spielerinnen der Vorwoche, zwar ab und an ihrer Spielfreude beraubte, dafür aber Lücken für Kim Hinkelmann oder Annefleur Bruggeman als dritte Rückraum-Spielerin eröffnete.

Andersson-Auszeit entscheidet nach zehn Minuten das Spiel

In Folge einer Auszeit von Gäste-Trainer Nicolaj Andersson nach zehn Minuten kam das Neckarsulmer Angriffsspiel dann aber ins Stocken, weil die Buxtehuder Abwehr noch ein wenig offensiver, extrem beweglich und gerade im Zentrum auch noch engmaschiger wurde. Die Sport-Union wiederum fand ihrerseits auf diese taktischen Änderungen kaum Antworten und es mangelte an Bewegung, so dass aus der 7:4-Führung (13.) zehn Minuten später ein 9:10-Rückstand geworden war.

Kurioserweise hatte just nach der Andersson-Auszeit nicht nur die Buxtehuder Defensive zwei Gänge nach oben, sondern auch die Neckarsulmer Abwehr zwei nach unten geschaltet. Bezeichnend dafür war das Tor zum 14:13 für den BSV, das Nationalspielerin Jolina Huhnstock mit der Schlusssekunde der ersten Hälfte erzielen durfte, weil Lena Ivancoks Vorderleute inzwischen alles ein wenig zu sorglos angehen ließen.

Umstellungen von Thomas Zeitz fruchten nicht

Auch nach der Pausen taten sich die Gastgeberinnen im Angriff schwer, so dass es dem Buxtehuder SV relativ leicht fiel, mit Tempogegenstößen oder einfachen Kombinationen zu weiteren Toren zu kommen. Beim Zwischenstand von 17:21 aus Neckarsulmer Sicht musste man sich daher zu Beginn der Schlussviertelstunde erstmals sorgen, dass die beiden fest eingeplanten Punkte statt im Unterland in Niedersachsen ein neues Zuhause finden würden.

Trainer Thomas Zeitz zog in der Folge von Einzelbewachung bis siebter Feldspielerin fast alle ihm zur Verfügung stehenden taktischen Register, doch seine Mannschaft fand nicht mehr zu sich selbst und zerfiel in den Schlussminuten gegen einen mit immer stärkerem Rückenwind agierenden Buxtehuder SV regelrecht. Bis auf neun Tore zog der BSV davon, bevor Paulina Uscinowicz aus dem Rückraum kurz vor Schluss noch das 24:32 für die Sport-Union erzielte, die sich da längst ergeben hatte.

Weitere Berichterstattung folgt.

Spielstatistik

Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (2 Paraden); Fossum (4 Paraden) – Ossenkopp (2), Soffel (4), Hinkelmann (2), Uscinowicz (5/1), Bruggeman (3), Döll (5/2); Holtman (1), van der Linden (1), Schäfer, Siegle, Albers (1), Holste.

Erfolgreichste Werferinnen Buxtehuder SV: Teresa von Prittwitz (7), Jolina Huhnstock (5), Isabelle Dölle (5).

Schiedsrichter: Nicolas Jaros/Felix Funk.

Siebenmeter: Sport-Union Neckarsulm: 3/5; Buxtehuder SV: 3/3.

Zeitstrafen: 1/3.

Zuschauer: 1025.

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