Sport-Union Neckarsulm fehlt gegen den Buxtehuder SV der kühle Kopf
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Bei seiner Acht-Tore-Niederlage gegen den Buxtehuder SV verzettelt sich der Neckarsulmer Bundesligist in der zweiten Hälfte im eigenen Offensivspiel. Eine annehmbare erste Hälfte bewahrt das Zeitz-Team vor einem Debakel.
Eingekesselt von der Buxtehuder Abwehr mit Anika Hampel (links) und Isabelle Dölle (Mitte), war der Sport-Union Neckarsulm um Alicia Soffel der Weg zum Tor am Samstagabend häufig versperrt.
Foto: Christiana Kunz
Foto: Christiana Kunz
Paulina Uscinowicz war genervt. Richtig genervt. „Wir können uns nicht beschweren und jemand anderem die Schuld geben; wir haben das ganz alleine zu verantworten“, sagte die Rückraum-Spielerin der Sport-Union Neckarsulm, während in ihrem Rücken unbarmherzig in roten Ziffern das deutliche Endergebnis des zweiten Playoff-Spiels gegen den Buxtehuder SV von der Anzeigetafel der Ballei leuchtete: 24:32 (13:14).
Der Neckarsulmer Bundesligist hätte nach dem 34:30 am ersten Spieltag gegen den SV Union Halle-Neustadt mit einem weiteren Erfolg mehr oder weniger entspannt in die nächsten Wochen gehen können. Stattdessen zog aber ein engagiert verteidigender und effizient seine Chancen verwertender Buxtehuder SV der Mannschaft von Trainer Thomas Zeitz nach der Anfangsviertelstunde Schritt für Schritt alle Zähne, so dass ihr nach der schmerzhaften Prozedur das Lächeln vergangen war. „Dass es mental so schnell kippt, ist vielleicht die größte Enttäuschung“, gestand Zeitz.
Sport-Union verliert nach guter Anfangsviertelstunde den Faden
In der (Anfangs-)Viertelstunde hatte seine Mannschaft gegen den Vorletzten der Hauptrunde noch alles im Griff gehabt, mit drei Toren geführt und auch an die Spielfreude der Partie in Halle-Neustadt angeknüpft. Doch als Zeitz’ Gegenüber Nicolaj Andersson in einer Auszeit nach etwas mehr als zehn Spielminuten seine 5:1-Abwehr justiert hatte und die Gäste in der Folge noch beweglicher, aggressiver und engmaschiger verteidigten, drehte sich der Wind und blies der Sport-Union fortan recht ungemütlich entgegen.
„Das müssen vielleicht einige, die jetzt mehr in der Verantwortung stehen, noch lernen: Das Gesicht in den Wind zu halten, wenn es mal stürmt. Wenn ich Rückenwind habe, ist das alles kein Problem“, sagte Zeitz vielsagend. Seine Sieggaranten der Vorwoche, Alicia Soffel und Paulina Uscinowicz, waren nach der Andersson’schen Kurskorrektur jedenfalls bald abgetaucht und von erneuten 19 Toren soweit entfernt wie das Neckarsulmer Torhüterinnen-Duo von einer zweistelligen Paradenzahl.
„Der kühle Kopf war das, was uns am meisten gefehlt hat. Wir haben uns viele Chancen erspielt – ja, dabei natürlich auch Fehler gemacht –, aber ruhig zu bleiben und vor dem Tor auf die richtigen Momente zu spekulieren, war in der zweiten Hälfte unser Hauptproblem“, analysierte Uscinowicz.
Während der Buxtehuder SV zur Pause aus 17 Abschlüssen 14 Tore erzielt hatte, fehlte bei den Gastgeberinnen schon zu diesem Zeitpunkt zunehmend die Bewegung im Angriff. Der Neckarsulmer Rückraum fand am gesamten Samstagabend in keiner Zusammensetzung zielführende Lösungen. Nach der Pause hielt Ex-Neckarsulmerin Oliwia Kaminska im BSV-Tor auch noch die Hälfte der Würfe, so dass aus dem Drei-Tore-Vorsprung aus der ersten Hälfte zu Beginn der Schlussviertelstunde ein Vier-Tore-Rückstand geworden war.
Abspielfehler und schlechte Entscheidungsfindungen verhinderten vorne, dass die Sport-Union über die Halbpositionen im Deckungsschatten der Buxtehuder 5:1-Verteidigung zu gefährlichen Torchancen hätte kommen können. Unachtsamkeiten und große Lücken hinten machten es dem BSV mit zunehmendem Verlauf leichter, reihenweise Hochkaräter herauszuspielen – und zu verwerten.
Frust allerorten: Sport-Union Neckarsulm ärgert sich über sich selbst
Dass ein Aufbäumen ausblieb und der Mannschaft ohne die ordentliche erste Hälfte sogar ein mehr oder weniger beschämender Heimauftritt hätte attestiert werden können, machte Thomas Zeitz schließlich am meisten zu schaffen: „Dass man mal mit vier Toren zurückliegt, ist okay, wenn man danach wieder in die Spur kommt. Aber dass gar nichts mehr ging, ist schade.“ Stattdessen war eine resignierte Sport-Union in den letzten zehn Minuten fast ein wenig bemitleidenswert, was beinahe noch schlimmer war.
„Wir haben definitiv nicht unser bestes Spiel gemacht und wenn wir das nicht machen, holen wir auch keine Punkte“, sagte Kreisläuferin Kim Hinkelmann und war dabei nicht weniger frustriert als Paulina Uscinowicz.
Neckarsulms Rückraum-Spielerin Lynn Holtman hat in Ligakonkurrent SV Union Halle-Neustadt einen neuen Verein gefunden. Die 22-Jährige hat in Sachsen-Anhalt zur nächsten Saison einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, wie die „Wildcats“ mitteilten. „Es fühlt sich wie ein großartiger Schritt für meine Karriere an, um mich weiterzuentwickeln. Am letzten Wochenende, als wir gegeneinander gespielt haben, herrschte eine wirklich tolle Atmosphäre“, sagt Holtman.
Bei der Sport-Union konnte die ehemalige U-Nationalspielerin der Niederlande seit ihrem Wechsel 2024 nie richtig Fuß fassen und sammelte in ihren zwei Jahren nur wenig Spielzeit. Die Hälfte der vergangenen Saison hatte sie per Zweitspielrecht in Solingen beim Zweitligisten Bergischer HC verbracht.
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