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Näher ist für die Sport-Union Neckarsulm noch nicht nah genug

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Die Neckarsulmer Handballerinnen halten in der Weststadthalle lange mit, verlieren jedoch ohne Spielführerin Munia Smits doch gegen die favorisierte HSG Bensheim/Auerbach. Details machen zum Rückrunden-Start der Bundesliga den Unterschied.

Paulina Uscinowicz bewies am Samstagabend aus der Distanz mehrfach ihre Torgefahr. Doch sechs Tore der Polin reichten nicht für einen Auswärtssieg der Sport-Union Neckarsulm bei der HSG Bensheim/Auerbach.
Paulina Uscinowicz bewies am Samstagabend aus der Distanz mehrfach ihre Torgefahr. Doch sechs Tore der Polin reichten nicht für einen Auswärtssieg der Sport-Union Neckarsulm bei der HSG Bensheim/Auerbach.  Foto: Larissa Eisele

Keine Frage, Thomas Zeitz hätte am Samstagabend zum Start in die Rückrunde der Handball Bundesliga Frauen am liebsten zwei Punkte und den sechsten Saisonsieg seiner Mannschaft aus der Bensheimer Weststadthalle mitgenommen.

Nach einer leistungsgerechten 32:36 (13:15)-Niederlage gegen die HSG Bensheim/Auerbach mussten sich die Sport-Union Neckarsulm und ihr Trainer auf dem Heimweg allerdings mit Erkenntnissen begnügen. Immerhin hatte die Begegnung des zwölften Spieltags davon aber reichlich geliefert. „Wir kommen näher. Das bedeutet, dass wir auf unserem Weg richtig sind und wir uns entwickeln“, stellte Zeitz kurz nach der Schlusssirene fest. „Ich bin weit weg davon unzufrieden zu sein.“

Chancenverwertung macht vielversprechenden Spielbeginn zunichte

Für allzu großen Frust bestand auch kein Anlass, denn gerade in den ersten 30 Spielminuten hatte Zeitz’ Mannschaft weitgehend auf Augenhöhe mit dem Europapokal-Qualifikanten mitgehalten. Bis zur 12:10-Führung in der 25. Minute hatte es sogar sehr gut ausgesehen für die Gäste aus dem Unterland.

„Mit der ersten Hälfte müssen wir gar nicht so unzufrieden sein. Sicherlich müssen wir aber die Chancen, die wir uns erarbeiten, dann im Tor unterbringen. Deswegen gehen wir auch mit minus zwei in die Halbzeit“, fasste Linksaußen Antje Döll den ersten Teil des Spiels zusammen, in dem bis auf wenige Ausnahmen vieles so lief, wie es sich Thomas Zeitz vorgestellt hatte.


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Hinkelmann und Uscinowicz bilden ein gutes Gespann im Innenblock

Seine Abwehr um Kim Hinkelmann und Paulina Uscinowicz im Innenblock machte ihre Sache etwa so ordentlich, dass Bundesliga-Top-Torschützin Nina Engel am Ende bei nur zwei erzielten Toren aus dem Feld heraus stand. Zwischenzeitlich gab ein 3:0-Lauf weitere Sicherheit und auch die Zahl der einfachen Ballverluste, aus denen sich gemeinhin die gefürchteten Bensheimer Tempogegenstöße entwickeln, beschränkte sich auf ein Minimum.

„Wir machen dann aber ein paar einfache Fehler und holen Bensheim damit zurück ins Spiel“, sagte Zeitz. Die Gastgeberinnen bestraften die Neckarsulmer Fehler dann umgehend mit einem eigenen 3:0-Lauf. Nach der Pause ging es ähnlich weiter: Aus Unkonzentriertheiten in der Abwehr erwuchsen Druck und daraus wiederum unnötige Hektik und Fehler im Angriffsspiel.

Zeitz und Fickinger überbieten sich gegenseitig

Thomas Zeitz und Bensheims Trainerin Ilka Fickinger coachten sich in der Folge immer wieder gegenseitig aus. Mal hatte Zeitz eine Idee, die gut funktionierte und der Sport-Union in Phasen ein kleines Übergewicht bescherte – unter anderem das Spiel mit zwei Kreisläuferinnen oder das Sieben-gegen-Sechs. Dann brachte wiederum Fickinger durch ihre Auszeiten und etwa die Hereinnahme von Ex-Neckarsulmerin Lucie-Marie Kretzschmar neuen Schwung ins Spiel der HSG.

Die Gastgeberinnen waren in der Schlussphase die ruhigere und effizientere Mannschaft, so dass ihr Vorsprung über 22:18 (42.) auf bis zu fünf Tore anwuchs (28:23/49.) und in den Schlussminuten dann nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet. „Die Chance (zu punkten, Anm. d. Red.) wäre heute da gewesen, aber soweit sind wir noch nicht“, gab Thomas Zeitz ehrlich zu.


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Munia Smits ist zum Zuschauen gezwungen

Womöglich wäre es in der Schlussphase ein bisschen enger zugegangen, sofern er auf seine Spielführerin Munia Smits hätte setzen können. Doch die 26-Jährige saß in der Weststadthalle mit einer dick bandagierten Hand neben der ebenfalls mitgereisten Alessia Riner (Kreuzbandriss) nur auf der Tribüne.

Eine vermutete Kapselverletzung am Daumen der rechten Wurfhand machte ihr Mitwirken unmöglich. Eine endgültige Diagnose soll am Dienstag nach einer MRT-Untersuchung folgen. „Der Worst Case wäre eine Verletzung am Bandapparat, aber unsere Physios und Ärzte sind recht positiv gestimmt“, sagte Zeitz. Womöglich könne Smits bereits am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt (18 Uhr, Ballei) schon wieder mitwirken.


Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (10 Paraden); Fossum – Ossenkopp (1), Gudmestad (5), Bruggeman (2), Hinkelmann, Soffel (2), Döll (8/4); van der Linden (7), Albers, Kordovská (1), Holtman, Holste, Uscinowicz (6).

Erfolgreichste Werferinnen HSG Bensheim/Auerbach:Mareike Thomaier (8/3), Amelie Berger (7).

Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel.

Siebenmeter: HSG Bensheim/Auerbach: 6/8; Sport-Union Neckarsulm: 4/7.

Zeitstrafen: 3/2.

Zuschauer: 1537.

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