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„Wir können uns heute fast ein wenig ärgern“: Sport-Union hadert mit Auf und Ab in Bensheim

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Die Auftaktniederlage zum Start ins Jahr 2026 sorgt bei der Sport-Union Neckarsulm weniger für Frust als vielmehr für neue (und alte) Erkenntnisse. Vom Gegner gibt es unterdessen Lob. Die Stimmen zum Spiel.

Neuer Arbeitseifer statt schlechter Laune: Die Sport-Union Neckarsulm und ihr Trainer Thomas Zeitz blieben am Samstagabend in Bensheim punktlos.
Neuer Arbeitseifer statt schlechter Laune: Die Sport-Union Neckarsulm und ihr Trainer Thomas Zeitz blieben am Samstagabend in Bensheim punktlos.  Foto: STEMI

Ein lange ausgeglichenes Bundesliga-Spiel hat am Samstag in der Bensheimer Weststadthalle doch noch den bereits bekannten Ausgang genommen: Zum dritten Mal in dieser Saison unterlag die Sport-Union Neckarsulm der HSG Bensheim/Auerbach in einem Pflichtspiel. Beim 32:36 (13:15) machte die Mannschaft von Thomas Zeitz in ihrem ersten Spiel der Rückrunde phasenweise immer wieder eine gute Figur, konnte den Favoriten, der im elften Ligaspiel seinen neunten Sieg einfuhr, jedoch letztlich nicht bezwingen.

Nach der Partie äußerten sich der Neckarsulmer Trainer und seine Gegenüber Ilka Fickinger sowie Sport-Union-Spielführerin Antje Döll und Ex-Nationalspielerin Amelie Berger, die für die HSG sieben Treffer zum Sieg beigesteuert hatte. Die Stimmen zum Spiel.


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Thomas Zeitz

…über den verpassten Sieg zum Rückrunden-Auftakt: „Wir kommen näher. Das bedeutet, das wir auf unserem Weg (richtig, Anm. d. Red.) sind, von dem ich mich auch nicht abbringen lasse; egal, was drumherum manchmal erzählt wird. Wir entwickeln uns. Das sieht man daran, dass wir uns heute fast ein bisschen ärgern können, weil wir eigentlich nicht mit minus zwei in die Halbzeit gehen dürfen, sondern eher mit plus drei hineingehen müssen.“

…über die Details, die im Spiel den Unterschied ausgemacht haben: „Wir machen ein paar einfache Fehler und holen Bensheim damit zurück ins Spiel. Und wir alle wissen, dass das ist eine Top-Mannschaft ist. Die Chance (auf einen Punktgewinn, Anm. d. Red.) wäre heute da gewesen, aber soweit sind wir noch nicht. In der zweiten Hälfte bekommen wir den Zugriff in der Abwehr nicht mehr und machen dann aus diesem Grund vorne ein paar hektische Fehler.“

…über die Einstellung seiner Mannschaft: „Wir halten das Spiel trotz unserer Fehler offen und haben uns nicht hängen lassen, sondern 60 Minuten lang alles versucht. Bensheim ist gut und noch zu gut für uns, aber wir kommen wieder und es wird enger, das verspreche ich.“

…über die Unterschiede zwischen seiner Mannschaft und einem Top-Team wie der HSG Bensheim/Auerbach: „Sie machen auch gewisse Fehler, aber eben nicht in der Häufigkeit wie wir; das habe ich der Mannschaft vorhin auch genauso erklärt. Wir sind über 17, 18 Minuten sehr gut im Spiel gewesen, machen danach aber dreimal hintereinander Dinge, die wir eigentlich nicht machen wollten: riskante 50:50-Kreisanspiele oder unter Druck unnötige Fehlpässe nach außen. Wir hatten uns vorgenommen, Bälle in klaren Abschlüssen aufs Tor zu bekommen, doch das gelingt uns noch nicht über die gesamte Spielzeit.“



…über seinen Gemütszustand nach der Niederlage: „Ich bin weit weg davon unzufrieden zu sein.“

…über die gute Abwehrarbeit gegen Bundesliga-Top-Torschützin Nina Engel, die aus dem rechten Rückraum nur zwei Feldtore erzielte: „Ja, das haben wir phasenweise gut gemacht, aber wir haben dann immer wieder den Druck von der linken Seite nur schlecht bremsen können – wir standen dann oft zu flach. Und 21 Gegentore in der zweiten Hälfte sind natürlich zu viel. Wir haben das Bensheimer Tempo da nicht stoppen können. Das ist auch einer der Unterschiede zwischen einem Team aus den Top vier und einem von den Platzen fünf bis acht: sie haben es ein bisschen mehr taktisch gelöst.“

…über das gut funktionierende Sieben-gegen-Sechs, auf das er aber erst in der Schlussphase setzte: „Tatsächlich hätte man das vielleicht schon ein paar Angriffe früher ausprobieren sollen, darüber habe ich mit Gerry (Co-Trainer Gernot Drossel, Anm. d. Red.) nach dem Spiel auch schon diskutiert. Es kam womöglich zwei bis drei Minuten zu spät, aber hinterher ist man ja immer schlauer.“

…über das verletzungsbedingte Fehlen von Spielführerin Munia Smits: „Das MRT steht noch aus, aber wir vermuten, dass es eine Kapselverletzung am Daumen ist, die sie sich am Donnerstag zugezogen hat. Munia hat gesagt, sie nimmt den Verband ab und spielt, aber das wollte ich nicht; wir gehen da kein Risiko ein. Je nach dem, was am Dienstag herauskommt, kann sie vielleicht am Samstag (gegen den SV Union Halle-Neustadt, Anm. d. Red.) schon wieder spielen. Der Worst Case wäre hingegen eine Verletzung am Bandapparat, denn den Daumen braucht man nun einmal zum Handballspielen, den kann man nicht einfach so antapen wie vielleicht einen kleinen Finger. Aber unsere Physios und Ärzte sind positiv gestimmt, dass es so schlimm nicht ist.“

 

Antje Döll

…über das Auf und Ab im Neckarsulmer Spiel: „Mit der ersten Hälfte müssen wir gar nicht so unzufrieden sein. Sicherlich müssen wir aber die Chancen, die wir uns erarbeiten, dann im Tor unterbringen. Deswegen gehen wir auch mit minus zwei in die Halbzeit. Wir haben immer wieder Phasen in unserem Spiel, in denen wir so ein wenig den Faden verlieren, im Angriff nicht diszipliniert genug sind und auch nicht so gut in den Rückzug kommen. Und dann ist es schwer, in Bensheim zu gewinnen.“



Ilka Fickinger

… über den dritten Pflichtspiel-Sieg ihrer Mannschaft gegen die Sport-Union in dieser Saison: „Letztlich kann ich wieder mal mit der Chancenauswertung nicht zufrieden sein. Da haben wir einiges liegengelassen, was es uns dann natürlich im Spielverlauf schwer gemacht hat. Denn Neckarsulm hat es heute sehr gut gemacht – auch individuell – und uns auch taktisch etwas gefordert. Daher haben wir wieder etwas, womit und an dem wir arbeiten können. Nach der Niederlage gegen den Thüringer HC bin ich aber einfach sehr froh, dass wir wenigstens zwei Punkte haben.“

… über die Abwehrleistung ihrer Mannschaft: „Bei 23 Gegentoren war ich kurz euphorisch, weil ich gedacht habe ‚Das kann heute mal ein geiles Abwehrspiel werden‘. Umso ärgerlich ist es, dass wir wieder bei 32 Gegentoren gelandet sind. Aber letztlich finde ich, die Abwehrleistung war gefühlt besser, als es die 32 Gegentore aussagen. Das bringt uns aber nichts, wir müssen daran weiterhin arbeiten.“

… über die Kulisse in der Weststadthalle: „Ich finde es cool, dass die Halle auch nach den Weihnachtsspielen noch voll ist, da macht es mega viel Spaß hier zu spielen.“

 

Amelie Berger

… über das lange hart umkämpfte Spiel: „Wir sind einfach überglücklich, mit zwei Punkten in die Rückrunde gestartet zu sein. Es waren wieder viele Gegentore, aber das wichtigste sind heute die zwei Punkte.“

… über die Gründe für den Heimsieg: „Wir hatten einen super Einsatz: jedes von unseren Mädels hat viel Tolles auf dem Feld gelassen. Außerdem war auch mal wieder Biss im Spiel drin. Dazu war die Halle voll und die Emotionen sind übergeschwappt – das macht unseren Sport einfach aus.“

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